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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wirtschaft > So machen Sie Haus und Wohnung hitzefest
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So machen Sie Haus und Wohnung hitzefest

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 28. August 2026 09:48
Von Christin Freitag
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5 min. Lesezeit
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Nach einer aktuellen Umfrage der Kreditförderanstalt KfW wollen zwei Drittel der Haushalte in Deutschland mehr in den Klimaschutz investieren. Der Hitzesommer 2026 habe die Dringlichkeit des Themas noch einmal verdeutlicht, sagt KfW-Chefvolkswirt Dirk Schumacher. Aber wie gehen Immobilienbesitzer am besten vor, um sich und ihre Mieter zu schützen?

Inhaltsübersicht
Hitze wird häufig unterschätztWelche Schäden richtet Hitze an?Welche bayerischen Städte sind besonders von Hitze betroffen?Sonnenschutz und Dämmung – Was kann man gegen Hitze tun?Wärmepumpe oder Klimaanlage zum Kühlen?

Hitze wird häufig unterschätzt

Bereits heute gehöre Hitze zu den „folgenreichsten Auswirkungen des Klimawandels in Europa“, sagt auch Michael Heigl vom Beratungsunternehmen Wüest Partner. Da Hitze anders als etwa Hochwasser jedoch schwerer greifbar ist, werde sie häufig unterschätzt. Thomas Bugert, Energieberater bei der Verbraucherzentrale Bayern, unterstreicht, das Interesse an sommerlichem Wärmeschutz sei zuletzt stark gestiegen, das Thema werde im Winter jedoch oft wieder vergessen.

Welche Schäden richtet Hitze an?

Die am stärksten messbaren Folgen hat Hitze auf die Gesundheit. Bislang sind in Deutschland in diesem Jahr laut Robert Koch Institut (externer Link) etwa 15.800 Menschen an den Folgen der Hitze gestorben. Besonders gefährdet sind ältere Menschen.

An Immobilien entstehen meist keine spektakulären Schäden. Laut Erik Stange vom Bauherren-Schutzbund handele es sich um „eine schleichende Belastung von Bauteilen und Gebäudetechnik.“ Bestimmte Anstriche und Holz- oder Kunststoffbauteile altern bei Hitze demnach schneller.

Laut Wüest Partner kann Hitze aber stark beeinflussen, wie attraktiv ein Standort ist, wie hoch die Betriebskosten für eine Immobilie sind, wie viel man in sie investieren muss und wie gut ihr Wert erhalten bleiben kann.

Welche bayerischen Städte sind besonders von Hitze betroffen?

Ein Hitzestressindex von Wüest Partner (externer Link) zeigt deutliche regionale Unterschiede. Am höchsten ist der Hitzestress dabei vor allem in den Ballungsräumen in Süd- und Westdeutschland – insbesondere in Städten. In Bayern gehören demnach Regensburg, Nürnberg und München zu den Standorten mit besonders hohem Hitzestresspotenzial. Besser schneiden Regionen im Bayerischen Wald und im bayerischen Voralpenland ab.

Berücksichtigt werden unter anderem Hitzetage, Versiegelung, Baumbestand und Wasserflächen. „Bis 2050 könnten je nach Klimaszenario 28 bis 68 Prozent der Gebäude einem hohen oder sehr hohen Hitzestress ausgesetzt sein“, sagt Michael Heigl von Wüest Partner. Auch in Bayern werde die Bedeutung zunehmen.

Sonnenschutz und Dämmung – Was kann man gegen Hitze tun?

Beim sommerlichen Wärmeschutz sollte man, so die Empfehlung des Bauherren-Schutzbunds, Schritt für Schritt vorgehen und zunächst die Maßnahmen mit dem besten Kosten-Nutzen-Verhältnis umsetzen. „Der größte Hebel ist, die Hitze möglichst gar nicht erst in das Gebäude gelangen zu lassen“, sagt Stange. Deshalb habe außenliegender Sonnenschutz, etwa durch Rollläden oder Markisen, Priorität- insbesondere bei Fenstern, die nach Süden oder Westen ausgerichtet sind.

An zweiter Stelle kommt dann die Dämmung der Gebäudehülle. Je besser die Dämmung ist, desto wenige heizt sich das Gebäude im Sommer auf. Da das jedoch oft teuer ist, sollte man die Maßnahme wenn möglich mit anderen Arbeiten – wie Ausbesserung der Außenfassade oder des Dachs – verbinden, so Thomas Bugert von der Verbraucherzentrale Bayern.

„Bei größeren Sanierungen sollten Fenster, Dämmung, Verschattung und Lüftung gemeinsam betrachtet werden, damit die Maßnahmen technisch zusammenpassen“, sagt Stange, ergänzend könnten begrünte Dächer und Fassaden sowie schattenspendende Bäume die Aufheizung reduzieren.

Wärmepumpe oder Klimaanlage zum Kühlen?

Wärmepumpen spielen beim Hitzeschutz eine ergänzende Rolle, einige können zur Kühlung genutzt werden, sagt Bugert von der Verbraucherzentrale, das „kann durchaus hilfreich sein, ist aber nicht gleichzusetzen mit einer Klimaanlage“, die zum Beispiel auch die Luft entfeuchtet. Eine Klimaanlage solle man sich nur installieren, wenn die anderen Möglichkeiten ausgeschöpft oder nicht möglich seien, sozusagen „als letztes Mittel“. Denn Ziel sollte zunächst sein, die Hitze nicht in die Wohnung kommen zu lassen.

Wer sich für eine Klimaanlage entscheidet, dem rät Bugert von den Baumarkt-Geräten ab, die im Sommer vielfach ausverkauft waren. Sie seien im Vergleich laut, hätten einen hohen Stromverbrauch und seien nicht sonderlich effizient. Bei extremen Hitzeereignissen werden nach Einschätzung von Heigl „jedoch auch in Deutschland zunehmend aktive Kühllösungen beziehungsweise Klimaanlagen erforderlich sein“.

Gerade, weil das Thema im Herbst und Winter schnell in Vergessenheit gerät, so der Verbraucherschützer, solle man jetzt tätig werden, um nicht im nächsten Sommer wieder vor demselben Problem zu stehen.

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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