Wo sonst Zehntausende Fans vor den Bühnen im Olympiastadion feiern, wird noch gebaut. Kräne statt Konzerte, Absperrungen statt Festivalkulisse. Für das Superbloom bedeutet die Stadionsanierung die größte Veränderung seit der Festivalpremiere 2022.
Statt auf sein bisheriges Herzstück setzt das Münchner Popfestival nun auf ein komplett neues Konzept. Ob das aufgeht, wird sich in den kommenden Tagen zeigen, wenn wieder Tausende Besuchende in den Olympiapark kommen.
Ein Festival muss sich neu erfinden
Lange war unklar, wie es mit dem Superbloom während der Sanierung des Olympiastadions weitergeht. Die beiden großen Hauptbühnen im Stadion fallen weg, das Gelände musste komplett neu gedacht werden. Statt eines klassischen Festivalwochenendes setzen die Veranstalter nun auf ein neues Konzept.
Neben den beiden sogenannten „Experience Days“ am Wochenende gibt es erstmals zusätzliche Konzertabende unter der Woche. Von Samstag bis Mittwoch wird der Olympiapark bespielt, wobei jeder Abend einen eigenen Schwerpunkt erhält. Die Hauptbühne zieht zum Hans-Jochen-Vogel-Platz, weitere Konzerte finden um den Olympiasee herum statt.
Die Strategie dahinter ist nachvollziehbar: Weniger Platz soll durch mehr Veranstaltungstage ausgeglichen werden. So wollen die Veranstalter trotz der Baustelle weiterhin ein Programm mit internationalen Stars anbieten.
Große Namen bleiben der wichtigste Trumpf
Denn bei aller Diskussion über Bühnenstandorte und neue Wege entscheidet am Ende vor allem das Line-up über den Erfolg eines Festivals. Hier kann das Superbloom weiterhin punkten. Mit Künstlerinnen und Künstlern wie Zara Larsson, Kygo, Tom Odell, Zartmann oder Lorde stehen nationale und internationale Top-Acts auf dem Programm. Gleichzeitig setzt das Festival auf Künstlerinnen und Künstler, die besonders bei einem jüngeren Publikum gefragt sind, darunter Ikkimel, Filow oder Sombr.
Auch die Mischung bleibt ein Markenzeichen des Festivals. Pop trifft auf Indie, elektronische Musik auf Singer-Songwriter. Dazu kommen Talks, Workshops und Mitmachangebote im Olympiapark. Das Superbloom versteht sich seit seiner Gründung als mehr als eine reine Konzertveranstaltung.
Weitere Unsicherheitsfaktoren vor dem Festivalstart
Ganz reibungslos verlief die Vorbereitung allerdings nicht. Bereits im Juli mussten die geplanten Auftritte von Ayliva und Paul Kalkbrenner abgesagt werden. Als Grund nannten die Veranstalter produktionstechnische Herausforderungen.
Für viele Fans dürften solche Änderungen enttäuschend gewesen sein. Schließlich gehörten beide zu den bekanntesten Namen des ursprünglich angekündigten Programms. Das übrige Line-up blieb jedoch weitgehend erhalten, die zusätzlichen Konzertabende von Montag bis Mittwoch finden wie geplant statt.
Hinzu kommt ein weiterer Unsicherheitsfaktor: das Wetter. Für das Festivalwochenende werden zwar milde Temperaturen erwartet, einzelne Regenschauer sind allerdings nicht ausgeschlossen. Für Open-Air-Festivals ist das nichts Ungewöhnliches. Gerade bei kurzfristigen Ticketkäufen kann die Wetterlage dennoch eine Rolle spielen.
Erfolg trotz schwieriger Vorzeichen?
Die Veranstalter rechnen nach eigenen Angaben am Samstag mit rund 10.000 und am Sonntag mit etwa 20.000 Besucherinnen und Besuchern, bei den drei Einzelkonzerten jeweils mit rund 10.000. Damit bliebe das Superbloom auch in seinem Umbruchsjahr ein Festival mit beachtlicher Reichweite.

