Zum Beispiel wurden von Sarah John an die Fassaden leerstehender Gebäude, wie dem ehemaligen Gasthof „Laschinger“, großformatige, metallene Piercings angebracht. Graffiti-Künstler Levin Mayerhofer hat unter anderem die über 20 Meter lange und drei Meter hohe Rotunde der Kläranlage bemalt. Und Künstler Tone Schmid bringt aus alten Jägerzaun-Elementen eine interaktive Installation nach Neukirchen, die dazu einlädt, am Zaun ins Gespräch zu kommen.
Kunst soll die Menschen zur Partizipation anregen
Renate Haimerl Brosch hat das Dorf im Rahmen der Feierlichkeiten zum Jubiläum zu einer Kunstgalerie gemacht, und hat dafür auch finanzielle Förderung über das Projekt „Verbindungslinien“ des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst erhalten. Die Vorständin des neuen Kunstvereins Regensburg führt in Neukirchen ein Atelierhaus, wo sie Symposien abhält und immer wieder Kunstschaffende aus der näheren und weiteren Umgebung einlädt. „Das ist schon ein Bezugspunkt für Künstler“, sagt Haimerl Brosch. „Es kommen immer wieder welche. Und eben jetzt, durch dieses Projekt, kommen so viele aus dem Dorf oder aus dem Nachbardorf und sagen ‚Ach, können wir was machen?‘. Das ist ganz schön.“
Alle sollen sich künstlerisch im Dorf beteiligen dürfen. Dabei gibt es keinen spezifischen Anspruch: „Es muss künstlerisch gar nicht so besonders sein“, sagt Renate Haimerl Brosch. „Es geht einfach darum, dass die Leute sich engagieren und das sie das zeigen und den Mut haben.“

