Für 2836 Sterne, wie sie derzeit den Hollywood Boulevard zieren, wird auf dem jetzt eingeweihten Bayerischen Ehrenweg neben dem Amtsgebäude von Ministerpräsident Markus Söder kein Platz sein. Nur ganze 43 Persönlichkeiten können dort gewürdigt werden, das wurde nach Söders Angaben bereits genau ausgemessen. Dafür ist dieser etwas abgelegene „Walk of Fame“ im Arkadengang am Rand des Münchner Hofgartens allerdings teilweise überdacht und somit regensicher. Und mit Ramsch- und Souvenirläden wie in Los Angeles muss in dieser gediegenen Lage auch niemand rechnen.
Immerhin, jetzt gibt es wieder Möglichkeiten, bayerische „Jahrhundertpersönlichkeiten“ auszuzeichnen: Die von König Ludwig I. in Auftrag gegebene und 1842 eröffnete Walhalla in Donaustauf bei Regensburg ist ja mittlerweile restlos gefüllt. Die letzten beiden Plätze bekamen die durchaus umstrittene Philosophin und Publizistin Hannah Arendt (1906 – 1975) und der zu Lebzeiten ebenso polarisierende Ministerpräsident Franz-Josef Strauß (1915 – 1988) vom Bayerischen Kabinett im September 2025 zugeteilt.
Heinrich Heine vermisste Luther
Damit ist die „marmorne Schädelstätte“, wie es der Dichter Heinrich Heine ausdrückte, an ihre Kapazitätsgrenze gestoßen. Eine Büste von ihm selbst ist dort übrigens seit Juli 2010 auch zu bewundern. Heine vermisste in der repräsentativen Reihe der deutschsprachigen Helden anfänglich vor allem den Reformator Martin Luther: „In Naturaliensammlungen fehlt/ Oft unter den Fischen der Walfisch.“ Drei Jahre später bekam dann auch Luther am Aussichtsberg von Donaustauf seine Büste, direkt neben der von Goethe.
Die Walhalla ehrt zwar viele verdienstvolle und wegweisende Personen, macht aber auch deutlich, wie vergänglich, ja schal der Ruhm werden kann. Dort geehrte Monarchen wie Kaiser Wilhelm I. werden inzwischen ebenso kritisch gesehen wie dessen Kanzler Otto von Bismarck. Und ob noch viele Menschen etwas mit russischen Feldmarschällen der Napoleonischen Kriege wie Hans Karl von Diebitsch oder Michael Andreas Barclay de Tolly anfangen können, sei dahingestellt.
Daneben gibt es natürlich noch die Ruhmeshalle an der Münchner Theresienwiese, eindrucksvoll – „bewacht“ von der Riesenstatue der Bavaria. Dort werden derzeit 98 Persönlichkeiten, die sich „um Volk und Staat verdient gemacht haben“, geehrt. Die neuesten Büsten wurden dort im April 2009 enthüllt und würdigten u.a. Bertolt Brecht, die Mathematikerin Emmy Nöther und den Physiker Werner Heisenberg.

