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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Kultur > Musikhochschulpräsident: Landesanwaltschaft prüft Dienstvergehen
Kultur

Musikhochschulpräsident: Landesanwaltschaft prüft Dienstvergehen

Uta Schröder
Zuletzt aktualisert 16. Oktober 2026 15:46
Von Uta Schröder
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3 min. Lesezeit
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Nach dem Rücktritt des Präsidenten der Hochschule für Musik in Nürnberg prüft die Landesanwaltschaft Bayern, ob ein Dienstvergehen vorliegt. Wie die Behörde am Freitag auf BR24-Nachfrage schriftlich mitgeteilt hat, sei sie vom bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst über die Vorwürfe informiert worden. Die Prüfung dauere noch an, daher wolle die Landesanwaltschaft derzeit keine weiteren Angaben zu dem Fall machen.

Inhaltsübersicht
Vorwürfe wegen Machtmissbrauch: Präsident zurückgetretenTreffen mit Präsident, seiner Frau und Studentin nicht aufgearbeitetKotzian: Konflikt hat Eigendynamik entwickelt

Vorwürfe wegen Machtmissbrauch: Präsident zurückgetreten

Die Landesanwaltschaft Bayern ist für die Durchführung von Disziplinarverfahren bei Beamten zuständig. Die Möglichkeiten reichen laut der Behörde von der Einstellung eines Verfahrens über eine Geldbuße bis hin zur Entfernung eines Beamten aus dem Beamtenverhältnis. Auch eine Kürzung oder Aberkennung des Ruhegehalts könnten eine Rolle spielen.

Der Präsident Rainer Kotzian hatte in einer Email an alle Studierenden der Hochschule angekündigt, sein Amt niederzulegen. Hintergrund ist die Veröffentlichung von Machtmissbrauchsvorwürfen gegen ihn. Die Gruppe „Studis gegen Machtmissbrauch Nürnberg“ wirft Kotzian ein machtmissbräuchliches Treffen zwischen ihm, seiner Frau und einer Studentin im November 2025 vor.

Treffen mit Präsident, seiner Frau und Studentin nicht aufgearbeitet

Während einer externen Veranstaltung waren der Hochschulpräsident, seine ebenfalls an der Hochschule lehrende Frau, sowie Studierende in einem Hotel untergebracht. Der Präsident soll die Studentin in einem Anruf auf sein privates Hotelzimmer gebeten haben, wo seine Frau ihr vorgeworfen haben soll, ein Verhältnis mit ihm zu haben. Diesen Vorfall habe Kotzian nicht aufgearbeitet, vielmehr die Aufarbeitung verhindert.

Kotzian selbst schreibt dazu, er habe am 1. November vergangenen Jahres einen Fehler gemacht, nämlich ein kurzes, persönliches Gespräch mit einer seit Jahren vertrauten Studentin geführt. Dabei habe er nicht ausreichend berücksichtigt, dass auch in einem solchen Vertrauensverhältnis das Machtgefälle zwischen einem Professor und einer Studentin bestehen bleibe und er eine besondere Verantwortung dafür trage, unter welchen Umständen und in welcher Form ein solches Gespräch geführt wird. Das bedaure er und habe sich dafür entschuldigt.

Kotzian: Konflikt hat Eigendynamik entwickelt

Rainer Kotzian hatte das Amt des Präsidenten der Hochschule für Musik Nürnberg seit 2021 inne. Der Professor für Elementare Musikpädagogik schreibt, dass der Konflikt eine Eigendynamik entwickelt habe, die die gesamte Institution belaste. Mit seinem Rücktritt wolle er verhindern, dass weitere Kräfte in internen Auseinandersetzungen gebunden würden. Ihm sei bewusst, dass dieser Schritt nicht alle offenen Fragen klären könne. Er hoffe jedoch auf einen Neuanfang für die Hochschule, teilt Kotzian in einem Brief an die Studierenden mit, der BR24 vorliegt.

 

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Von Uta Schröder
Uta Schröder ist eine versierte Kulturjournalistin und leitet das Ressort Kultur der WirtschaftsRundschau. Mit ihrem umfassenden Wissen und ihrer Leidenschaft für Kunst und Kultur bietet sie tiefgehende Analysen und spannende Einblicke in die kulturelle Landschaft.
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