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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wirtschaft > Ende des Preis-Wirrwarrs an Zapfsäule: Österreich als Vorbild?
Wirtschaft

Ende des Preis-Wirrwarrs an Zapfsäule: Österreich als Vorbild?

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 17. Oktober 2025 16:49
Von Christin Freitag
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4 min. Lesezeit
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Modell Österreich: Nur eine Preiserhöhung am Mittag

Auch in Österreich herrschte in früheren Jahren ein Preis-Wirrwarr bei den Spritpreisen. Als Reaktion wurde 2011 die Spritpreisverordnung eingeführt. Sie erlaubt nur eine Preiserhöhung pro Tag – und zwar genau um 12.00 Uhr. Den Preis senken dürfen die Tankstellen hingegen jederzeit.

Inhaltsübersicht
Modell Österreich: Nur eine Preiserhöhung am MittagADAC skeptisch gegenüber österreichischer RegelungÖAMTC will Änderung, Bundeskartellamt denkt an VerfahrenPreismodell-Studien kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen

ADAC skeptisch gegenüber österreichischer Regelung

Beim ADAC sieht man die österreichische Regelung kritisch: „Wenn die Konzerne nur einmal am Tag die Preise anheben dürfen, besteht die Gefahr, dass die Erhöhung von vorneherein stärker ausfällt als in einem flexiblen Modell wie bei uns“, erklärt ADAC-Kraftstoffmarktexperte Stephan Laberer gegenüber der dpa. Das Prinzip dahinter: Lieber um 12 Uhr hoch ansetzen, um im Tagesverlauf Spielraum zu haben. Eine solche Regel könne demnach letztlich zu höheren Tagesdurchschnittspreisen führen, so Laberer: „Das wäre aus Verbrauchersicht kontraproduktiv“

Beim österreichischen Verkehrsclub „ÖAMTC“ dagegen kann man der Verordnung durchaus etwas Positives abgewinnen. Der Verkehrswirtschaftsexperte des Clubs, Martin Grasslober, kritisiert zwar auch wie seine Kollegen vom ADAC, dass die Preise mittags stark erhöht würden, um dann wieder im Laufe des Tages zu sinken. Aber der Vorteil sei, dass man wisse, wann der Zyklus beginne – nämlich um 12.00 Uhr. Deshalb sollte man auf keinen Fall kurz nach diesem Zeitpunkt tanken. Darüber hinaus sei die Regelung verlässlich.

Wenn man zum Beispiel nach der Mittagszeit mit einer App Preise an den Tankstellen vergleiche, könne man sicher sein, dass es – wenn man losfahre – nicht teurer werde, sondern eher günstiger. An deutschen Tankstellen dagegen kann es passieren, dass es an den Zapfsäulen tagsüber auch teurer werden kann.

ÖAMTC will Änderung, Bundeskartellamt denkt an Verfahren

Eigentlich läuft die österreichische Regelung Ende des Jahres aus. Doch Grasslober erwartet, dass sie verlängert wird. Nachdem die arbeitende Bevölkerung knapp vor Mittag, wenn es an den Zapfsäulen am günstigsten ist, kaum tanken kann, spricht er sich allerdings für einen früheren Erhöhungszeitpunkt, nämlich 9.00 Uhr morgens aus.

Beim Bundeskartellamt in Deutschland denkt man aufgrund der vielen Preisänderungen darüber nach, ein Verfahren zu eröffnen. So sieht der Präsident der Bonner Behörde, Andreas Mundt, bei der derzeitigen Ausgestaltung erhebliche wettbewerbliche Risiken. Rund ein Drittel aller Beschwerden bei der „Markttransparenzstelle für Kraftstoffe“ drehten sich darum, dass es Verbraucherinnen und Verbrauchern aufgrund der häufigen Preisänderungen nicht möglich sei, zu dem von ihnen gewünschten niedrigen Preis zu tanken. Das Kartellamt empfiehlt deshalb eine stärkere gesetzliche Regulierung von Preisnotierungen.

Preismodell-Studien kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen

Bei seiner Sektoruntersuchung der Mineralölbranche (externer Link) hat sich die Behörde auch Studien zum österreichischen Preismodell angeschaut. Allerdings fielen die Ergebnisse unterschiedlich aus. Eine Studie gebe Hinweise darauf, dass die Einführung des österreichischen Modells zu Preissenkungen geführt haben könnte.

Andere, kritischere Betrachtungen beschrieben die Vermutung, dass beim österreichischen Modell die Preise zu Beginn der Tagesspanne extrem hoch gesetzt würden, um eine Flexibilität bei der Preissetzung zu bewahren. Sie ließen keine belastbare Einschätzung zu, so das Fazit.

Dessen ungeachtet empfehlen die Kartellwächter, die Preisänderungen weiter zu untersuchen und über mögliche regulatorische Schritte nachzudenken. Das müsste allerdings auf politischer Ebene geschehen.

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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