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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Kultur > Cosplay als Beruf? „Dusty“ lebt nach Burnout ihren Traum
Kultur

Cosplay als Beruf? „Dusty“ lebt nach Burnout ihren Traum

Uta Schröder
Zuletzt aktualisert 25. Januar 2026 14:50
Von Uta Schröder
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4 min. Lesezeit
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Mittlerweile ist Daniela Lingl schon geübt, wenn es darum geht, in einen der verschiedenen Charaktere zu schlüpfen. Rund zwei Stunden braucht sie, um sich in ihr Alter Ego „Stardust Legacy“ zu verwandeln. Unter diesem Künstlernamen stellt die Hersbruckerin inzwischen an die 40 verschiedene Cosplay-Figuren dar.

Inhaltsübersicht
Täglich verwandelt sich die Cosplayerin in einen Yu-Gi-Oh!-CharakterCosplay auf Messen, Events und in LivestreamsPaar baut sich ein professionelles Streamingstudio100 Fans schalten beim spontanen Livestream am Vormittag ein

Cosplay setzt sich zusammen aus „Costume“ und „Play“. Kostümieren und Spielen gehen bei dieser Leidenschaft Hand in Hand. Mit Fasching habe das wenig zu tun, sagt Daniela Lingl. Sie versuche, den Originalen der japanischen Anime-Serie „Yu-Gi-Oh!“ so nah wie möglich zu kommen. Optisch mit aufwändig gestalteten, dreidimensionalen Perücken und maßgeschneiderten Kostümen, aber auch in Mimik und Gestik der Figuren. „Das waren die Helden meiner Kindheit, das hat mich nie losgelassen“, sagt Lingl.

Täglich verwandelt sich die Cosplayerin in einen Yu-Gi-Oh!-Charakter

Diese Kunstform biete ihr die Möglichkeit, jeden Tag jemand anderes sein zu können, so die Cosplayerin. Je aufwändiger und detaillierter die Kostüme, desto mehr Spaß mache das Ganze. Es gehe auch viel von der Energie der Figuren auf sie als Darstellerin über. Das sei ein gutes Gefühl.

Anfangs war es nur ein Hobby. Daniela Lingl arbeitet hauptberuflich als Bürokauffrau, dann im Marketing. Richtig wohl fühlt sie sich dabei nie. Vor zwei Jahren folgte der Burnout. Daniela Lingl zieht einen radikalen Schlussstrich. Jetzt oder nie. Sie macht ihr Hobby zum Beruf und will damit auch Geld verdienen. Doch Cosplay zu monetarisieren ist gar nicht so leicht.

Cosplay auf Messen, Events und in Livestreams

Daniela Lingl hat es geschafft, sich verschiedene Einnahmequellen aufzubauen. Zum einen wird sie regelmäßig für Messen, Conventions oder auch Firmenevents im Kostüm gebucht. Als „Walking-act“ oder als buntes Maskottchen.

Ein zweites Standbein sind die regelmäßigen Livestreams im Kostüm auf verschiedenen Online-Plattformen. „Stardust Legacy“ spielt dann mit ihrer Community das Kartenspiel „Yu-Gi-Oh!“ oder stellt sich einfach den Fragen der Userinnen und User. Regelmäßig klicken an die 400 Interessierte rein. „Das sind eigentlich fast alles Freunde geworden in der Cosplay-Community“, sagt Lingl.

Paar baut sich ein professionelles Streamingstudio

Für diese Auftritte haben Daniela und ihr Mann Marco in Hersbruck ein professionelles Streamingstudio mit mehreren Kameras und mobiler Bildregie eingerichtet. Diese 30.000-Euro-Investition muss erstmal wieder eingespielt werden. Geld verdient wird im Endeffekt durch Sponsoren-Werbung im Stream, durch Productplacement und auch mittels zahlender Abonnenten.

Die unterstützen die „Content-Creatorin“ mit einem monatlichen Obolus, wobei ein Teil dieses Betrages bei der veröffentlichenden Plattform bleibt. Der Verdienst sei nicht in jedem Monat gleich, bilanziert Daniela Lingl. Da gäbe es Auf und Abs.

100 Fans schalten beim spontanen Livestream am Vormittag ein

Bereut habe sie ihre Entscheidung auf jeden Fall noch keinen Tag. Zum Beweis ihrer Spielfreude und der Treue ihrer Community startet „Stardust Legacy“ spontan einen Livestream am Vormittag. Eine eher schwierige Uhrzeit. Dennoch sind binnen weniger Minuten fast 100 Personen online, um sich mit der Cosplayerin auszutauschen. Das sei schon eine Bestätigung, so die Hersbruckerin. Zurück ins Büro wolle sie jedenfalls nicht mehr so schnell.

 

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Von Uta Schröder
Uta Schröder ist eine versierte Kulturjournalistin und leitet das Ressort Kultur der WirtschaftsRundschau. Mit ihrem umfassenden Wissen und ihrer Leidenschaft für Kunst und Kultur bietet sie tiefgehende Analysen und spannende Einblicke in die kulturelle Landschaft.
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