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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Kultur > Drummerin Terri Lyne Carrington: Vier Grammys und jetzt München
Kultur

Drummerin Terri Lyne Carrington: Vier Grammys und jetzt München

Uta Schröder
Zuletzt aktualisert 29. Januar 2026 13:48
Von Uta Schröder
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5 min. Lesezeit
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Terri Lyne Carrington ist Schlagzeugerin, Komponistin, Produzentin und Pädagogin. Sie hat bereits mit Jazz-Größen wie Herbie Hancock, Wayne Shorter oder Stan Getz gearbeitet, an mehr als 100 Aufnahmen mitgewirkt und vier Grammys gewonnen. Sie ist Gründerin und künstlerische Leiterin des Berklee Institute of Jazz and Gender Justice sowie künstlerische Leiterin des Next Jazz Legacy Programms.

Inhaltsübersicht
Eine Jazz-Koryphäe lehrt in MünchenIhr Ziel: Geschlechtergerechtigkeit im Jazz

Nun wird Terri Lyne Carrington im Rahmen des Bayerischen Spitzenprofessurenprogramms bis Ende 2028 eine Gastprofessur an der Hochschule für Musik und Theater München (HMTM) übernehmen. Kunst- und Wissenschaftsminister Markus Blume nannte die 60-jährige US-Amerikanerin eine der einflussreichsten Persönlichkeiten des modernen Jazz: „Terri Lyne Carrington ist eine Meisterin ihres Fachs, die den zeitgenössischen Jazz in mehreren Rollen zugleich prägt und neu definiert: Als Musikerin und Produzentin wurde sie vielfach international ausgezeichnet, als Pädagogin erreicht sie am Berklee College of Music eine neue Generation von Studierenden. Ihre Lehrtätigkeit ist ebenso wirkungsmächtig wie ihre künstlerischen Projekte.“

Eine Jazz-Koryphäe lehrt in München

Ihren Unterrichtsansatz beschreibt Terri Lyne Carrington so: „Im Zentrum all meines Tuns stehen gegenseitiger Respekt und Zusammenarbeit, auf der Bühne genauso wie im Unterricht. Wenn ich junge Musikerinnen und Musiker unterrichte, teile ich mein Wissen und meine Erfahrungen, aber ich erhalte genauso viel von ihnen zurück. Im Jazz geht es immer um Kreativität und Freiheit. Künstlerische Innovation entsteht durch neue Perspektiven und Freiräume. Meine Arbeit für mehr Geschlechtergerechtigkeit im Jazz hilft dabei, dass mehr Raum für neue Geschichten und neue Sounds im Jazz entsteht.“

Für ihr künstlerisches Schaffen und ihr Engagement für Bildung erhielt Terri Lyne Carrington bereits die Ehrendoktorwürde der York University, der Manhattan School of Music und des Berklee College of Music. Die von der Kritik gefeierte Veröffentlichung „Waiting Game“ (2019) von Terri Lyne Carrington + Social Science wurde mit dem angesehenen Edison Award für Musik und einer Grammy-Nominierung ausgezeichnet. Im Herbst 2022 veröffentlichte sie die bahnbrechende Songbook-Sammlung „New Standards: 101 Lead Sheets By Women Composers“, begleitet von dem gefeierten Album „New STANDARDS vol.1“ und der Installation „New Standards“ als Teil des „Jazz Without Patriarchy Project“. Für ihr Album „We Insist! 2025“, das sie zusammen mit Christie Dashiell eingespielt hat, ist sie 2026 erneut für einen Grammy in der Kategorie „Best Jazz Vocal Album“ nominiert.

Ihr Ziel: Geschlechtergerechtigkeit im Jazz

Das Jazz Institut der HMTM ist seit über dreißig Jahren eine der erfolgreichsten Ausbildungsstätten für Jazz-Talente aus aller Welt. Knapp 90 Studierende aus etwa 20 Nationen profitieren von den erstklassigen Studienangeboten und der ausgeprägten internationalen Vernetzung des Instituts. Neben der langjährigen Partnerschaft mit dem Berklee College of Music in den USA, dem State Conservatory of Mongolia und der Jerusalem Academy of Music and Dance hat das Jazz Institut in den letzten Jahren enge Kontakte zu Jazz-Institutionen in Brasilien aufgebaut. Gleichzeitig treibt das Jazz Institut die Auseinandersetzung mit aktuellen Entwicklungen in der Jazz-Szene aktiv voran. „Terri Lyne Carrington stärkt unser Jazz Institut auf einzigartige Weise und zum genau richtigen Zeitpunkt“, erklärt Prof. Lydia Grün, Präsidentin der HMTM. „Ihre künstlerische Innovationskraft wird sich sowohl in der Ensemblearbeit als auch in interdisziplinären, hochschulweiten Projekten widerspiegeln. Ihre Erfahrung mit der Förderung von Geschlechtergerechtigkeit im Jazz wird ein Katalysator für die Weiterentwicklung unseres Jazz Instituts und unserer Hochschule sein.“

Mit dem Spitzenprofessurenprogramm (SPP) als Teil der Hightech Agenda Bayern ermöglicht das bayerische Wissenschaftsministerium Professuren für herausragende nationale und internationale Persönlichkeiten. Insgesamt sind für Spitzenprofessuren aller drei Hochschularten, die in den Jahren 2021 bis 2023 bewilligt wurden, rund 43 Millionen Euro vorgesehen. An den Kunsthochschulen ist das SPP als Gastprofessurenprogramm ausgestaltet, für das sich die Kunsthochschulen bewerben konnten.

Im Audio hören Sie ein Gespräch zwischen Bayern 2-Moderator Tobias Ruhland und dem BR-Jazz-Experten Ulrich Habersetzer.

 

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Von Uta Schröder
Uta Schröder ist eine versierte Kulturjournalistin und leitet das Ressort Kultur der WirtschaftsRundschau. Mit ihrem umfassenden Wissen und ihrer Leidenschaft für Kunst und Kultur bietet sie tiefgehende Analysen und spannende Einblicke in die kulturelle Landschaft.
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