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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Kultur > Es gibt noch Karten: Katharina Wagner sucht „neue Wege“
Kultur

Es gibt noch Karten: Katharina Wagner sucht „neue Wege“

Uta Schröder
Zuletzt aktualisert 24. Juli 2025 13:49
Von Uta Schröder
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4 min. Lesezeit
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Rabatt für den Grünen Hügel? Bisher undenkbar, doch im kommenden Jahr, wenn die Bayreuther Festspiele ihren 150. Geburtstag feiern, werden „Packages“ mit einem Abschlag von bis zu 20 Prozent angeboten. Karten für sieben Vorstellungen sind bereits ab knapp 1.200 Euro erhältlich. Zum „Schnäppchen“ wird der „Mythos Bayreuth“ damit zwar nicht, doch Preisabschläge sind dort auf jeden Fall ungewöhnlich.

Inhaltsübersicht
„Die Freiheit laufen lassen“„Wir versuchen, neue Wege zu gehen“Wagners Musik als „Skulptur“Restkarten für „Tristan und Isolde“ und „Parsifal“

„Rein privat“, so die Bayreuther Pressestelle, trifft Bundeskulturstaatsminister Wolfram Weimer am Vorabend der Bayreuther Festspiele deren Intendantin Katharina Wagner. Womöglich nicht nur deshalb ein spannender Termin, weil der fast zwei Meter große Weimer ironisch signalisierte, er wolle bei Wagner bequemere Sitze im Festspielhaus anmahnen.

„Die Freiheit laufen lassen“

Im Interview mit dem BR hatte der Politiker sich ausdrücklich als „Förderer“ des Grünen Hügels bezeichnet und ergänzt, dass er beim anstehenden Jubiläum zum 150. Geburtstag der Festspiele im kommenden Jahr noch nicht „am Ende der Geschichte“ angelangt sei, was die finanzielle Ausstattung betreffe: „150 Jahre Bayreuth, das ist doch so etwas Sensationelles, da sind alle gefordert, künstlerische Kreativität, musikalische Exzellenz und organisatorischen Mut zu zeigen.“

Das sei nicht nur eine Frage des Geldes, sondern auch der Ideen und der Innovationsbereitschaft. Weimer nannte in diesem Zusammenhang die Bregenzer Festspiele als Vorbild der Experimentierfreude und der Öffnung zum Publikum: „Wenn man Mut hat, die Freiheit laufen zu lassen, dann entstehen faszinierende Dinge.“

„Wir versuchen, neue Wege zu gehen“

Eine prinzipiell ermutigende Botschaft, denn die Festspiele hatten ursprünglich ein deutlich opulenteres Jubiläumsprogramm geplant und mussten aus finanziellen Gründen deutliche Abstriche machen: Drei Wagner-Opern fielen dem Rotstift zum Opfer.

Sollte Weimer im kommenden Jahr wirklich noch einmal in die Tasche greifen, wüsste Katharina Wagner, wo das Geld am dringendsten benötigt würde: „Was das Education-Programm angeht, bin ich um jeden Cent dankbar. Gewisse Dinge sind allerdings geplant und können auch nicht mehr umgeplant werden, etwa der ‚Ring des Nibelungen‘. Wir möchten natürlich ein gutes Zusatzprogramm bieten, und wie jeder ordentliche Intendant kann ich mehr Geld gut gebrauchen.“

Der vierteilige „Ring“ allerdings wird zum 150. Geburtstag eher preisgünstig und auch nur für diese eine Saison produziert: „Wir versuchen, neue Wege zu gehen, auch finanziell, aber wir haben nach einer interessanten neuen Variante gesucht, diesen Ring zu erzählen, insofern hat sich das wunderbar ergänzt“, so Katharina Wagner.

Wagners Musik als „Skulptur“

Statt eines Regieteams gibt es „Kurator“ Marcus Lobbes, der ganz auf Hologramme und computergenerierte 3-D-Effekte setzen will. Auf herkömmliche Bühnenbilder wird verzichtet, stattdessen werden die Festspiele im Archiv kramen und Aufnahmen von „Ring“-Inszenierungen seit 1876 recyclen, ohne dabei freilich, wie es Lobbes ausdrückte, zur „Volkshochschule“ zu werden. Wagners Musik solle als „Skulptur“ verstanden werden, was eine recht statische Angelegenheit werden könnte, aber nicht muss.

Einmalig können Bayreuth-Pilger im kommenden Jahr Wagners umstrittenes Frühwerk „Rienzi“ erleben. Der Titelheld, ein italienischer Volkstribun des Mittelalters, wurde im Nationalsozialismus als „Führerfigur“ instrumentalisiert. „Das Stück braucht wirklich einen Neustart“, so die ungarischen Regisseurinnen Alexandra Szemeredy und Magdolna Parditka, die in Saarbrücken gerade den „Ring“ inszenieren: „Wir möchten die Akte Rienzi wieder auf den Tisch legen und den Fall neu aufrollen.“ Es gelte auch für die historische Person die „Unschuldsvermutung“.

Restkarten für „Tristan und Isolde“ und „Parsifal“

Spätentschlossene haben übrigens noch eine Chance. „Wir haben für dieses Jahr noch Restkarten übrig und nicht alle Tickets verkauft“, so der Geschäftsführer der Bayreuther Festspiele, Ulrich Jagels: „Die Karten, die noch zur Verfügung stehen, betreffen vor allem Termine gegen Ende der Saison, wir haben insbesondere für ‚Tristan und Isolde‘ und ‚Parsifal‘ noch Tickets im Angebot und hoffen sehr, dass wir noch Leute begeistern und interessieren können, einen Blick in den Ticketshop zu werfen.“

 

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Von Uta Schröder
Uta Schröder ist eine versierte Kulturjournalistin und leitet das Ressort Kultur der WirtschaftsRundschau. Mit ihrem umfassenden Wissen und ihrer Leidenschaft für Kunst und Kultur bietet sie tiefgehende Analysen und spannende Einblicke in die kulturelle Landschaft.
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