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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Kultur > Evangelische Landeskirche beginnt mit Corona-Aufarbeitung
Kultur

Evangelische Landeskirche beginnt mit Corona-Aufarbeitung

Uta Schröder
Zuletzt aktualisert 24. März 2025 15:47
Von Uta Schröder
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3 min. Lesezeit
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Mirjam Pfeiffer ist motiviert ins oberbayerische Unterschleißheim gekommen. Eine neue Stelle als evangelische Pfarrerin mit neuen Kolleginnen und Kollegen. „Wir sind gestartet, hatten Ideen“, sagt Pfeiffer. Vor ziemlich genau fünf Jahren war das. Doch dann: Corona. „Es hat sich angefühlt, als ob man uns plötzlich die Handbremse reinhaut.“

Inhaltsübersicht
Evangelische Kirche zieht erste BilanzKopp: „2G-Regel war nicht richtig“Nachwirkungen für Kirchengemeinden heute noch spürbarCorona-Kreativität: Von der Not- zur Wunschlösung

Ab dem 22. März 2020 sind nicht nur Schulen und Kitas zu, auch religiöse Veranstaltungen in Moscheen, Synagogen und Kirchen sind nicht erlaubt. Gottesdienste, Jugendarbeit, Chorproben: Alles plötzlich kaum mehr möglich. Erst nach rund einem Monat werden Gottesdienste unter Auflagen wieder ermöglicht.

Evangelische Kirche zieht erste Bilanz

Fünf Jahre nach dem ersten Covid-Lockdown gibt es keine breite kirchliche und keine umfassende politische Aufarbeitung. Doch die evangelische Landeskirche in Bayern hat nun eine Umfrage über die Corona-Zeit durchgeführt. Diese soll nicht als Aufarbeitung, aber als ein erster Schritt verstanden werden. „Wir müssen festhalten: Was ist gut gelaufen und was ist nicht gut gelaufen“, sagt der bayerische Landesbischof Christian Kopp im Interview mit dem BR.

Mitglieder und Mitarbeitende aus Gemeinden konnten die innerkirchliche Kommunikation bewerten und angeben, welche langfristigen Folgen die Corona-Zeit für sie hatte. Mehr als 300 Antworten sind zurückgekommen. Die Ergebnisse sollen bald veröffentlicht werden.

Kopp: „2G-Regel war nicht richtig“

Die Nürnberger Regionalbischöfin Elisabeth Hann von Weyhern sagte im evangelischen Sonntagsblatt, die Kirche habe nicht genug gegen Moralisierung und Polarisierung getan. Kritik an der Kirche in der Corona-Zeit findet Christian Kopp berechtigt: „Diese 2G und 3G-Regel im Gottesdienst war schlicht und einfach nicht richtig. Wir hätten Möglichkeiten gehabt, etwa rauszugehen mit viel Abstand. Und diesen Weg hätten wir konsequent gehen müssen, statt Menschen zu maßregeln.“

Christian Kopp wirbt aber auch für Verständnis: „Wir kannten so eine Pandemie nicht. Wir waren doch auch betroffen. Da sind auch bei uns Leute gestorben in den Familien.“

Nachwirkungen für Kirchengemeinden heute noch spürbar

Die Zahl der Gottesdienstbesucher sank deutlich und stieg auch nach Ende der Beschränkungen nicht mehr auf das Vor-Corona-Niveau, wie die evangelische Landeskirche in Bayern mitteilt.

Auch die Kirchenmusik habe sich bis heute nicht erholt: Innerhalb von drei Jahren, ab 2020, seien in Bayern mehr als 300 evangelische Chöre und Musikgruppen verschwunden.

Corona-Kreativität: Von der Not- zur Wunschlösung

Trotz der vielen Herausforderungen und Einschränkungen hat Pfarrerin Mirjam Pfeiffer aus Unterschleißheim manches aus der Corona-Zeit beibehalten: Ein überfüllter Weihnachtsgottesdienst war während Corona undenkbar. Also verlegte sie das Krippenspiel nach draußen und führte es gemeinsam mit der Stadtkapelle auf. „Und das ist einfach so wahnsinnig beliebt gewesen, dass wir gesagt haben: Hey, manche Ideen aus der Corona-Zeit muss man nicht verwerfen.“

 

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Von Uta Schröder
Uta Schröder ist eine versierte Kulturjournalistin und leitet das Ressort Kultur der WirtschaftsRundschau. Mit ihrem umfassenden Wissen und ihrer Leidenschaft für Kunst und Kultur bietet sie tiefgehende Analysen und spannende Einblicke in die kulturelle Landschaft.
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