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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Kultur > „Golden Years“ – das neue Album von Tocotronic
Kultur

„Golden Years“ – das neue Album von Tocotronic

Uta Schröder
Zuletzt aktualisert 14. Februar 2025 11:48
Von Uta Schröder
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3 min. Lesezeit
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„Golden Years“ ist typisch Tocotronic: Schrammelgitarren und Attitüde. Die Band ist schon immer politisch engagiert und meinungsstark. In den 90er-Jahren lehnten sie den Musikpreis Comet in der Kategorie „Jung, deutsch und auf dem Weg nach oben“ einfach ab. In den Nullerjahren beteiligten sie sich an „I can’t relax in Deutschland“, einer Kampagne gegen Nationalismus in der Popkultur. Diesmal geht es gegen Hass und Hetze in sozialen Medien, und zwar im Song „Denn sie wissen, was sie tun“.

Inhaltsübersicht
Trotz allem vorsichtiger Optimismus30 Jahren Bandgeschichte

Der Song sei entstanden, so Sänger Dirk von Lowtzow, als die Umfragewerte der AfD erstmals bundesweit über 20 Prozent gestiegen waren. Mit einigen anderen Kulturschaffenden beteiligt sich von Lowtzow aktuell an einer Online-Kampagne gegen die AfD.

Trotz allem vorsichtiger Optimismus

Ist der Tocotronic-Albumtitel „Golden Years“ sarkastisch zu lesen? Dafür spricht der Schrifttyp im Artwork: zwischen Crust-Punk- und Black-Metal-Optik. Allerdings könne dies „auch im Sinne eines vorsichtigen Optimismus als goldener Streif am Horizont gelesen werden“, sagt von Lowtzow. „Denn es gibt auch ein Stück, das heißt ‚Vergiss die Finsternis‘. Also diesen utopischen Strang gibt es auf dem Album auch.“

„Vergiss die Finsternis“ dreht sich um das Verhältnis zur Welt, den Eltern und Freunden – immer schon ein großes Thema der Band, in den Anfangsjahren verbunden mit der alterstypischen Teenage Angst, also den existentiellen Krisen von Jugendlichen. Sich unverstanden fühlen oder nicht einverstanden sein, das war lange typisch Tocotronic. Inzwischen aber hat sich ihre Sicht auf die Welt verändert. Es gibt auch versöhnliche Momente, erklärt Bassist Jan Müller. Seitdem der Hass in den sozialen Medien so präsent geworden sei, schaue die Band auch genauer darauf, welches Vokabular sie verwende: „Das erste Lied unseres Debütalbums ‚Digital ist besser‘ fängt noch an mit der Zeile ‚Ich weiß nicht, wieso ich euch so hasse‘. Mit solchen Vokabeln sind wir vorsichtig geworden.“

30 Jahren Bandgeschichte

Dankbarkeit und Zufriedenheit haben sich in den letzten Jahren immer häufiger in die Songs von Tocotronic eingeschlichen. Vielleicht hängt es auch damit zusammen, dass die Band inzwischen eine der Dienstältesten deutschen Indie-Bands ist, nach 30 Jahren Bandgeschichte. Das ist Drummer Arne Zank fast ein bisschen unangenehm. „Man schaut eigentlich immer nur zum nächsten Milestone: zum nächsten Album oder zur nächsten Tour. Und auf einmal summiert sich das einfach.“ Und dann fange man an, die ein oder andere Ziffer oder Zahl leiser auszusprechen.

30 Jahre Tocotronic – mit ihrem neuen Album wird die Band sicher wieder in den deutschen Albumcharts landen. Das sagt das Gesetz der Serie. Denn seit ihrem fünften Studioalbum „K.O.O.K.“ hat es die Band mit jedem Album in die deutschen Top Ten geschafft. Das wird mit „Golden Years“ nicht anders sein.

 

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Von Uta Schröder
Uta Schröder ist eine versierte Kulturjournalistin und leitet das Ressort Kultur der WirtschaftsRundschau. Mit ihrem umfassenden Wissen und ihrer Leidenschaft für Kunst und Kultur bietet sie tiefgehende Analysen und spannende Einblicke in die kulturelle Landschaft.
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