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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Kultur > Jede Party ist die Hölle: Sartres „Geschlossene Gesellschaft“
Kultur

Jede Party ist die Hölle: Sartres „Geschlossene Gesellschaft“

Uta Schröder
Zuletzt aktualisert 1. Februar 2026 22:49
Von Uta Schröder
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5 min. Lesezeit
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Weihnachtslieder wie „Stille Nacht“ erwartet man um diese Jahreszeit nicht gerade und auch die Dramen von Jean-Paul Sartre sind eher weniger wegen ihrer sentimentalen Beschaulichkeit zu Klassikern der Moderne geworden. Ganz im Gegenteil, Sartre ist der Mitbegründer des Existentialismus (Link zum Podcast), der die Menschen in eine ziemlich schaurige, kalte Welt hineinstellt und von ihnen Eigenverantwortung fordert. Jeder kann wählen, aber jeder muss auch die Konsequenzen tragen, so die unbequeme Botschaft.

Inhaltsübersicht
„Abhängigkeit vom Urteil des Anderen“„Wir können uns nicht von Verantwortung befreien“Wahlmöglichkeiten sind Chancen

Und jeder sollte zu sich selbst stehen, was auf harmonie-orientierten familiären Weihnachtsfeiern so selten ist wie auf allen anderen Partys. Der junge Kölner Regisseur Yunus Wieacker: „Also für mich hat der Existentialismus und dessen Gedankenwelt eine ganz große befreiende Kraft, weil er jeden Menschen und jedes Individuum dazu drängt und dazu verpflichtet, selbst für sich zu entscheiden, was gut ist und wie jeder für sich selbst leben möchte. Damit kann ich viel anfangen.“

„Abhängigkeit vom Urteil des Anderen“

Den einen oder anderen mag die Wahlfreiheit im Leben überfordern, ja sogar in die Hölle bringen, dem Handlungsort von Sartres bekanntestem Stück „Geschlossene Gesellschaft“. Da unten gibt es bei Sartre aber weder Feuer noch Folterinstrumente, sondern nur die beklemmende Erkenntnis: „Die Hölle, das sind die anderen.“

Das ist jetzt auch im Theater an der Rott in Eggenfelden zu erleben. Ein Mann und zwei Frauen quälen sich bei Regisseur Yunus Wieacker aber weniger gegenseitig, sondern mit ihrer totalen Abhängigkeit von der Wertschätzung anderer, ihrer Feigheit vor sich selbst. Klingt ganz nach der modernen Welt der sozialen Medien, in denen manche buchstäblich todunglücklich sind, wenn sie nicht permanent von außen bestätigt werden.

„Es besteht diese große Abhängigkeit gegenüber dem Blick und dem Urteil des Anderen, weil dieser Blick diese existenzielle Macht hat, indem er einen definiert, durch Social Media und durch die digitale Gesellschaft“, so der Regisseur: „In jeder Minute und in jedem Moment ist man sichtbar, kann sich selbst zeigen in allen Facetten. Mit dem Gedanken, wie wir uns bemühen, das auf die möglichst positivste und perfekteste Art und Weise zu tun, haben wir versucht, unser Regie-Konzept zu entwickeln und auf Sartre zuzugreifen.“

„Wir können uns nicht von Verantwortung befreien“

Der Verdammungsort, den Yunus Wieacker und seine Ausstatterin Maria Färber zeigen, ist eine kreisrunde, graue Plattform mit spiralförmigen Geländern. An der Decke hängen Überwachungskameras. Schaut der Teufel etwa ständig zu? Kann schon sein, jedenfalls produzieren sich Inès, Estelle und Garcin, diese drei Verdammten, so mediengerecht wie es die nie verlöschenden Scheinwerfer zu erzwingen scheinen. Sie sind so süchtig nach dieser eingebildeten Aufmerksamkeit, dass sie nicht die Kraft finden, diese Hölle zu verlassen – obwohl die Tür offensteht.

Eine unangebrachte Entscheidungsunfähigkeit, so Yunus Wieacker: „In dem Augenblick, wo ich diese Freiheit habe und wo ich sage, obwohl wir Krieg haben, obwohl wir Klimakrise haben, obwohl wir ganz viele Probleme der Gegenwart haben, können wir uns nicht von der Verantwortung befreien und sagen: ‚Na ja, wie die Zukunft aussieht, das ist egal‘.“

Wahlmöglichkeiten sind Chancen

Nur kurze 80 Minuten nimmt diese Sartre-Inszenierung in Anspruch und ist sehr zeitgemäß mit ihrem Blick auf die fatale Wirkung der sozialen Medien. Eduard Zhukov, Mascha Maria Miessner und Laura Maria Puschek-Mendez spielen die drei gescheiterten Existenzen ohne übertriebenes Pathos, ja recht kühl – dafür, dass sie in der Hölle „schmoren“.

Zum teuflischen Sektempfang (diabolischer Kellner: Norman Stehr) hat der Jazz-Schlagzeuger und Komponist Jakob Görres einen mal beklemmenden, mal ironischen Soundtrack geschrieben. So wird der Staub von Sartres inzwischen vergleichsweise selten gespielten Klassiker geblasen. Was bleibt, ist die Erkenntnis: Wahlmöglichkeiten sind keine Last, sondern eine Chance. Schade, dass diese Sichtweise aus der Mode gekommen ist.

Bis 22. Februar im Theater an der Rott in Eggenfelden.

 

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Von Uta Schröder
Uta Schröder ist eine versierte Kulturjournalistin und leitet das Ressort Kultur der WirtschaftsRundschau. Mit ihrem umfassenden Wissen und ihrer Leidenschaft für Kunst und Kultur bietet sie tiefgehende Analysen und spannende Einblicke in die kulturelle Landschaft.
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