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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wissen > Woher weiß ich, wann Polarlichter zu sehen sind?
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Woher weiß ich, wann Polarlichter zu sehen sind?

Michael Farber
Zuletzt aktualisert 4. Februar 2026 08:47
Von Michael Farber
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5 min. Lesezeit
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Inhaltsübersicht
Polarlicht-Vorhersage: Apps und Webseiten helfenPolarlichter: DSCOVR-Satellit liefert DatenPolarlicht-Experte: Man geht raus und beobachtet

Ein Farbenspektakel in rot, grün und violett: Polarlichter ziehen viele Menschen in ihren Bann.

Mehr BR24-User wollen an dem Naturphänomen teilhaben: „Eine Ankündigung wäre wirklich schöner als ‚gestern habt ihr was Tolles verpasst'“, kommentiert Nutzer „Wurst“ unter einem BR24-Beitrag. Auch „Biobauer“ wünscht sich solche Warnungen.

Bei Instagram fragt ein User direkt zu Polarlichtern: „Woher weiß man denn, dass welche kommen? Ich erfahre es immer erst, wenn es schon war.“ Manche bitten um genaue Uhrzeiten – vor allem an kalten Wintertagen.

Doch gerade das ist nicht so einfach. „Im Endeffekt ist es leider so, dass man ein Polarlicht nicht wirklich vorhersagen kann. Man kann nur sagen, es könnte jetzt etwas sein“, erklärt Andreas Möller vom Arbeitskreis Meteore, der auch eine Webseite zur Polarlicht-Vorhersage betreibt. „Es ist wie beim Gewitter, auch da sind die Leute dann enttäuscht: Hey, bei mir gab es gar nichts – und woanders ging die Welt unter. Beim Polarlicht ist es genauso. Es kann auftreten, muss es aber nicht.“

Polarlicht-Vorhersage: Apps und Webseiten helfen

Teile der BR24-Community empfehlen dennoch verschiedene Apps, die Warnungen rausschicken. Bei Instagram schreibt jemand: „(…) meine App hat mich benachrichtigt und prompt kam der Anruf von meiner besten Freundin. Zack raus und Fotos gemacht.“ Andere verweisen auf Wetter-Portale, die mit Polarlicht-Vorhersagen werben – auch wenn es sich bei Polarlichtern um ein astronomisches Ereignis handelt.

Und noch ein Tipp bei Instagram: „Wenn es Meldungen mit Polarlichter-Alarm gibt, schau ich immer in regelmäßigen Abständen auf Livewebcams mit Blick nach Norden …“ Wenn dann etwas zu sehen sei, bedeute das: rausgehen.

Auch Möller hält Webcams für einen guten Indikator, gibt aber zu bedenken: „Man hat ja immer ein bisschen Verzögerung bei Webcams.“ Womöglich verpasse man also den Anfang.

Außerdem gibt es Europa- oder Deutschlandkarten, auf denen eingezeichnet ist, wo Polarlichter sichtbar sein könnten. Das sei grundsätzlich eine gute Veranschaulichungsmöglichkeit, aber es komme auf die Datenquelle an, so der Polarlicht-Experte.

Polarlichter: DSCOVR-Satellit liefert Daten

Denn es gibt mehrere Wege zur Prognose: Der zuverlässigste ist laut Möller über den US-amerikanischen DSCOVR-Satelliten. Dieser befindet sich rund 1,5 Millionen Kilometer von der Erde entfernt, im sogenannten Lagrange-Punkt. Ohne zu sehr ins Detail zu gehen: DSCOVR misst das interplanetare Magnetfeld und gibt Auskunft zum Sonnenwind. Polarlicht-Interessierte müssen dabei den Bz-Wert anschauen: „Grob lässt sich sagen, je länger dieser im negativen Bereich verweilt, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit für Polarlicht“, erklärt Möller. Denn dann kann es zur magnetischen Rekonnexion mit dem Magnetfeld der Erde kommen, sprich: Die Anordnung der Magnetfeldlinien ändert sich.

Zunächst einmal passiert aber natürlich etwas auf der Sonne. Auch hier, vereinfacht gesagt: Immer wieder kommt es zu Sonneneruptionen, also einer Art Explosion auf der Sonnenoberfläche. Diese Explosionen schleudern hochenergetische Partikel ins All (koronaler Massenauswurf). Der verstärkte sogenannte Sonnenwind kann dann zwar extrem hohe Geschwindigkeiten haben, durch die Entfernung der Sonne zur Erde braucht es aber eine Weile, bis der Sonnenwind bei uns ankommt – etwa 24 bis 48 Stunden. Vom Satelliten bis zu uns sind es dann je nach Geschwindigkeit des Sonnenwindes nochmal rund 30 Minuten Vorwarnzeit.

Alternativ zu DSCOVR-Daten gibt es Prognosen, die auf dem Kp-Index basieren. Sie sind in den Augen von Möller aber weniger hilfreich, da hierbei in die Vergangenheit geschaut wird.

Polarlicht-Experte: Man geht raus und beobachtet

Aber auch mit passenden Daten braucht man laut Möller Geduld. „Normalerweise ist das so: Man geht raus, setzt sich hin, nimmt sich ein paar Snacks, zieht sich warm an, trinkt ein Bierchen und beobachtet. Denn die Polarlichter treten in sogenannten Substürmen auf. Das heißt, es gibt irgendwann einen Ausbruch, aber man weiß nicht, wann. Es kann in ein paar Minuten sein, es kann in einer Stunde sein.“

Was Interessierte laut Möller auf jeden Fall beachten sollten:

  • Es muss sternklarer Himmel sein. Man kann Polarlicht nicht hinter Wolken sehen.
  • Man sollte sich einen möglichst dunklen Ort suchen. Also raus aus der Stadt. Mit Streulicht sieht man nichts.
  • Man muss nach Norden gucken. Also: Nordstern suchen.

 

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Von Michael Farber
Michael Farber ist ein erfahrener Journalist, der das Ressort Wissen der WirtschaftsRundschau leitet. Mit seiner Expertise in Wissenschaft und Technologie berichtet er über die neuesten Entwicklungen und Entdeckungen und bietet den Lesern spannende Einblicke in komplexe Themen.
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