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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Kultur > Kunst und Politik: So waren die Filmfestspiele in Cannes 2026
Kultur

Kunst und Politik: So waren die Filmfestspiele in Cannes 2026

Uta Schröder
Zuletzt aktualisert 24. Mai 2026 13:47
Von Uta Schröder
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4 min. Lesezeit
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Mit seinem Film „Fjord“ hat der rumänische Regisseur Cristian Mungiu die Goldene Palme der Filmfestspiele von Cannes gewonnen. Der Film setzte sich gegen 21 andere Wettbewerbsfilme durch. Für Mungui ist es bereits die zweite Goldene Palme. 2007 hatte sein Film „4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage“ über eine Abtreibung in Rumänien die Auszeichnung erhalten.

Inhaltsübersicht
Die Goldene Palme gegen FanatismusCannes 2026 vereint Kunst und PolitikPreis der Jury für BR-Koproduktion „Vaterland“Preis für beste Schauspieler und SchauspielerinGoldene Ehrenpalme für Barbra Streisand

„Fjord“ ist wieder ein moralisch vielschichtiges Drama über Familie, Erziehung und kulturelle Konflikte. Konkret geh es um bürokratische Verbohrtheit und religiösen Fanatismus. Sebastian Stan und Renate Reinsve spielen ein streng religiöses rumänisch-norwegisches Ehepaar, das mit seinen fünf Kindern in ein abgelegenes norwegisches Dorf zieht. Als bei ihrer Tochter Verletzungen festgestellt werden, geraten die Eltern unter Verdacht, ihr Kind körperlich misshandelt zu haben. Die Eltern müssen sich vor Gericht verantworten, ihnen werden alle fünf Kinder weggenommen.

Die Goldene Palme gegen Fanatismus

In seiner Dankesrede betonte der rumänische Filmemacher, wie zersplittert und radikalisiert unsere Gesellschaften seien. Sein Film sei ein Plädoyer für mehr Empathie und mehr Toleranz und weniger Fundamentalismus.

Der Große Preis der Jury, sozusagen die „silberne Palme“ ging an den russischen Regisseur Andrej Swjaginzew und seinen gesellschaftskritischen Thriller „Minotaur“. Der im Exil in Paris lebende Regisseur porträtiert in seinem Film eine russische Gesellschaft, die unter der Diktatur Putins jegliche Menschlichkeit verloren hat. Der Film erzählt von einem russischen Geschäftsmann, der eine Affäre seiner Frau aufdeckt. Swjaginzew verwebt die Geschichte mit der Allgegenwärtigkeit des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine.

Cannes 2026 vereint Kunst und Politik

Der Preis der Jury – der drittwichtigste Preis – ging an den deutschen Spielfilm „Das geträumte Abenteuer“ von Valeska Grisebach. In ihrem dreistündigen Drama erzählt die Wahlberlinerin die Geschichte einer bulgarischen Frau an der Grenze zur Türkei, die einem Freund hilft, der in die Fänge der Mafia gerät. Grisebach dankte in ihrer Rede den Frauen in den Grenzstädten. Sie habe Menschen getroffen, die sich voller Empathie und Zärtlichkeit begegnen und das erinnere sie daran, dass genau das unsere Superkraft sei.

Preis der Jury für BR-Koproduktion „Vaterland“

Den Preis für die beste Regie teilten sich drei Regisseure: die Spanier Javier Calvo und Javier Ambrossi für das Drama „La bola negra“ – ein bildstarkes Epos über eine Liebesgeschichte im spanischen Bürgerkrieg – und der polnische Filmemacher Pawel Pawlikowski für „Vaterland“. Der in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Rundfunk entstandene Film mit Sandra Hüller und Hans Zischler in den Hauptrollen erzählt die Geschichte von Thomas und Erika Mann, die 1949 in ein völlig zerstörtes Deutschland reisen

Preis für beste Schauspieler und Schauspielerin

Als beste Schauspieler wurden Emmanuel Macchia und Valentin Campagne für ihre Rollen in dem Film „Coward“ des belgischen Regisseurs Lukas Dhont ausgezeichnet. Darin spielen sie zwei Soldaten im Ersten Weltkrieg, die sich ineinander verlieben.

Virginie Efira und Tao Okamoto wurden als beste Schauspielerinnen in dem Film „Soudain“ geehrt, ein leises, aber eindringliches Drama vom Japaner Ryūsuke Hamaguchi über zwei Frauen, deren Begegnung ihr Leben auf unerwartete Weise verschiebt.

Der Preis für das beste Drehbuch ging an den Franzosen Emmanuel Marre für „Notre Salut“. In dem Film verarbeitet der Regisseur einen Teil seiner Familiengeschichte während des Zweiten Weltkriegs in Frankreich.

Goldene Ehrenpalme für Barbra Streisand

Die goldene Ehrenpalme ging in diesem Jahr an Barbra Streisand. Wegen einer Knieverletzung konnte sie den Preis nicht persönlich entgegennehmen und bedankte sich mit einer Videobotschaft.

In der Sektion „Semaine de la Critique“ wurde bereits am 20. Mai der vom BR koproduzierte Kurzfilm „VATERLAND oder Ein Bule Namens Yanto“ von Regisseur Berthold Wahjudi mit dem Canal+ Award for short film geehrt.

 

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Von Uta Schröder
Uta Schröder ist eine versierte Kulturjournalistin und leitet das Ressort Kultur der WirtschaftsRundschau. Mit ihrem umfassenden Wissen und ihrer Leidenschaft für Kunst und Kultur bietet sie tiefgehende Analysen und spannende Einblicke in die kulturelle Landschaft.
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