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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Kultur > Liebe trotz Zölibat: Mein Partner, der katholische Priester
Kultur

Liebe trotz Zölibat: Mein Partner, der katholische Priester

Uta Schröder
Zuletzt aktualisert 14. April 2026 17:47
Von Uta Schröder
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4 min. Lesezeit
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Wenn der Priester zum Stiefvater wird

Trotz Verbots führen manche katholische Pfarrer Liebesbeziehungen. Wie viele es genau sind, wird nicht erfasst, auch weil die meisten ihre Beziehung geheim halten. Der Zölibat und die daraus resultierende Geheimhaltung ist aber nicht nur für die Pfarrer eine Belastung, sondern auch für ihre Partnerinnen oder Partner sowie das weitere Umfeld. So hat es Katharina erlebt. Sie wächst in einem Ort in Niederbayern auf, lebt nach der Trennung ihrer Eltern bei ihrer Mutter. Katharina merkt, wie sich ihre Mutter verändert, sie ist plötzlich fröhlicher und glücklicher. „Und dann hat meine Mama mir gesagt, dass sie eine Beziehung mit dem Pfarrer hat“, sagt Katharina.

Inhaltsübersicht
Wenn der Priester zum Stiefvater wirdGerüchte und Geheimnisse belasten BeziehungenMünchner Pfarrer geht offen mit Beziehung um

Gerüchte und Geheimnisse belasten Beziehungen

Katharina ist damals elf Jahre alt. Sie weiß: Die Beziehung zwischen ihrer Mutter und dem Pfarrer ist eigentlich nicht erlaubt. Ihre Liebe muss deshalb geheim bleiben. Trotzdem kursieren im Dorf bald Gerüchte. „Das war schlimm, weil ganz oft mit dem Finger auf mich gezeigt worden ist – im Supermarkt oder beim Bäcker. Ich habe das Gefühl gehabt, ich muss mich verstecken, um das Geheimnis wahren zu können“, sagt Katharina. Und sie wird zunehmend ausgegrenzt: „Ich bin damals auch von Kindergeburtstagen ausgeladen worden. Keiner hat mehr mit mir den Schulweg geteilt, und dann war ich komplett alleine. Das war sehr grausam.“

Katharinas Mutter und der Pfarrer haben sich nach zwölf Jahren Beziehung getrennt. Sie sind heute kein Paar mehr. Katharina, die heute Ende 20 ist, glaubt, ohne den Zölibat könnten die beiden heute noch zusammen sein. Die Geheimhaltung habe die Beziehung enorm belastet. Und der Zölibat hat auch Katharina die Möglichkeit genommen, als Kind einen normalen Familienalltag zu haben, ohne Geheimnisse, vielleicht auch zusammen mit einem „Bonuspapa“. „Wenn es das nicht gegeben hätte, dann hätte meine Kindheit komplett anders ausschauen können“, sagt sie. Katharina heißt eigentlich anders – wir haben ihren Namen geändert, zum Schutz von Mutter und Pfarrer.

Münchner Pfarrer geht offen mit Beziehung um

„Warum soll ich nicht als katholischer Pfarrer von einer Freundin sprechen?“, sagt Pfarrer Martin Schubert. Der 72-jährige Pfarrer aus München geht offen mit seiner Beziehung um. Dafür erhielten seine Freundin und er Zuspruch. Es gab aber auch Beschwerden beim Erzbistum München und Freising. Ins Ordinariat geladen wurde aber nur Carina Schinka. Dort seien ihr intime Fragen gestellt worden, sagt sie, „worauf ich gefragt habe, ob es nicht ein bisschen peinlich ist, einer erwachsenen Frau solche Fragen zu stellen“. Pfarrer durfte Schubert trotzdem bleiben. Auf Nachfrage wollte sich das Erzbistum nicht zu dem konkreten Fall äußern.

Carina Schinka und Martin Schubert wohnen zusammen im Norden von München. Sie haben sich gemeinsam ein Haus gekauft, sich gegenseitig als Erben eingesetzt und eine gemeinsame Patientenverfügung. Sie hätten auch geheiratet, wenn der Zölibat nicht wäre. Dass eine Hochzeit der beiden irgendwann noch möglich sein wird, daran glauben Martin Schubert und Carina Schinka nicht mehr.

 

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Von Uta Schröder
Uta Schröder ist eine versierte Kulturjournalistin und leitet das Ressort Kultur der WirtschaftsRundschau. Mit ihrem umfassenden Wissen und ihrer Leidenschaft für Kunst und Kultur bietet sie tiefgehende Analysen und spannende Einblicke in die kulturelle Landschaft.
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