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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Kultur > Nach Opern-Bashing: Empörung über Timothée Chalamet
Kultur

Nach Opern-Bashing: Empörung über Timothée Chalamet

Uta Schröder
Zuletzt aktualisert 9. März 2026 15:48
Von Uta Schröder
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Kommentar

Empörung über Opern-Bashing von Timothée Chalamet


08.03.2026 von Tobias Stosiek

Timothée Chalamet hat gerade einen Lauf. Kommenden Sonntag könnte der Schauspieler seinen ersten Oscar gewinnen. Aus der Klassikwelt schlägt ihm aktuell aber viel Kritik entgegen. In einem Interview hatte Chalamet behauptet, niemand interessiere sich heute noch für Oper oder Ballett.

Inhaltsübersicht
Kommentar Empörung über Opern-Bashing von Timothée ChalametWer hat gesprochen: Timothée oder Marty?Mehr zu den Oscars 2026Empörung in der KlassikweltPR-Chance: Opernhäuser reagieren auf InstagramKulturstaatsminister weimer mischt auch mit

Bildquelle: picture alliance / Geisler-Fotopress | Julie Edwards

Klassik aktuell

Nach Opern-Bashing: Empörung über Timothée Chalamet

Auf der Opernbühne wird man Timothée Chalamet so schnell nicht sehen, so viel ist schonmal klar. In einem Interview mit dem Schauspielkollegen Matthew McConaughey hatte Chalamet vor etwa einer Woche gut gelaunt verkündet, er könne sich nicht vorstellen, jemals in der Oper oder beim Ballett zu arbeiten. Schließlich würde sich niemand mehr für diese Kunstformen interessieren.

Wer hat gesprochen: Timothée oder Marty?

Die guten Nachrichten für Chalamet: Muss er auch nicht. In Hollywood läuft es ganz gut für den 30-Jährigen. Für seine Rolle im Sportdrama „Marty Supreme“ könnte er seinen ersten Oscar als Bester Hauptdarsteller gewinnen. Und wer weiß, vielleicht war es ja auch ein Stückchen Rollenprosa, was er da im Gespräch mit McConaughey zum Besten gab.

Mehr zu den Oscars 2026

Filmkomponist Alexandre Desplat kann sich für „Frankenstein“ über eine weitere Oscar-Nominierung freuen. Auch Scores von Max Richter und Ludwig Göransson sind im Rennen. Hier gibt’s die nominierten Soundtracks und Songs auf einen Blick.

Chalamet ist bekannt dafür, dass er seine Figuren ins Leben „mitnimmt´´. In den letzten Wochen trat er bei verschiedenen Gelegenheiten ungewohnt breitbeinig auf. Ganz wie der Tischtennisstar, den er in „Marty Supreme“ verkörpert. Möglich also, dass auch ein bisschen „Marty“ hinter seiner Lästerei steckt.

Empörung in der Klassikwelt

Der Klassikwelt ist das allerdings egal. Die stürzt sich mit bemerkenswerter Faszination auf die Aussagen des Schauspielers. Ja, es gibt rund um den Globus kaum ein Opernhaus, das auf Instagram noch nicht reagiert hätte. Und das in den allermeisten Fällen in der Tonlage der Empörung.

Dass sich der Musikjournalist Axel Brüggemann stellvertretend für die gesamte Branche zu einer Entschuldigung bei Chalamet genötigt sieht, ist aber vielleicht doch etwas übertrieben. „Vollkommene Kritikunfähigkeit und mangelnde Selbstironie“, bescheinigt er in einer an den verstorbenen BILD-Kommentator Franz Josef Wagner („Lieber Timothèe Chalamet, …“) erinnernden Online-Epistel der gesamten Klassikwelt und schließt mit der grimmigen Selbstdiagnose: „Am Ende wirkten wir Klassik-Fuzzis wie eine Insel sich selbst feiernder, humorloser Nerds.“

PR-Chance: Opernhäuser reagieren auf Instagram

Dagegen könnte man erstmal ganz pauschal halten, dass die „Klassik-Fuzzis“ – und das ist zuerst und vor allem ein Ausweis von Zeitgenossenschaft – einfach die Chance zum PR-Stunt erkennen, wo sie sich bietet. Und in diesem Fall noch dazu die Möglichkeit, vom Kuchen popkultureller Aufmerksamkeit zu naschen.

Versehen mit der ironischen Adresse „Das ist für dich, Timothée Chalamet“ veröffenlichte die Met in New York zum Beispiel einen Zusammenschnitt von Aufnahmen, die die Arbeit hinter der Bühne des Hauses zeigen. „Respekt für alle Opern-Leute da draußen“, heißt es im Bild. Die Bayerische Staatsoper schnitt – von wegen: interessiert keinen – Chalamets Aussagen gegen ein jubelndes Opernpublikum. Und die Wiener Staatsoper unterzog seine Thesen einem anekdotischen Fact Checking auf den Straßen der österreichischen Hauptstadt.

Kulturstaatsminister weimer mischt auch mit

Und einer ließ es sich natürlich sowieso nicht nehmen, zur Causa Stellung zu beziehen: Kulturstaatsminister Wolfram Weimer. Der kann ein bisschen Ablenkung auch gut gebrauchen, immerhin wird er gerade heftig kritisiert, weil er sich – ohne Not – genötigt sah, den Verfassungsschutz einzuschalten, um Kandidaten für den Deutschen Buchhandlungspreis überprüfen zu lassen.

„Wer Ballett oder Oper nicht hautnah und live erlebt hat, kann auch mal daneben liegen“, teilte er am Samstag der „Rheinischen Post“ mit. Und ließ die Gelegenheit nicht aus, in aller Unbescheidenheit zu betonen, dass Deutschland „quasi Weltmarktführer“ bei Orchestern und Opernhäusern sei. „Hochleistungsarbeit“ werde an den Häusern verrichtet, so Weimer. Chalamet sei „herzlich eingeladen“, mal eines davon zu besuchen.

Vorsorglich teilte der Kulturstaatsminister auch schon mit, wie Chalamet das Ganze dann zu erleben habe: „Danach kann man nur sagen: It was really awesome.“

Wen würde das nicht überzeugen.

Bildquelle: Tobis

kinokino vom 24. Februar

Timothée Chalamet als Meister der Kelle

Sendung: „Allegro“ am 9. März ab 6:05 Uhr auf BR Klassik

 

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Von Uta Schröder
Uta Schröder ist eine versierte Kulturjournalistin und leitet das Ressort Kultur der WirtschaftsRundschau. Mit ihrem umfassenden Wissen und ihrer Leidenschaft für Kunst und Kultur bietet sie tiefgehende Analysen und spannende Einblicke in die kulturelle Landschaft.
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