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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Kultur > Papst weiht Turm der Sagrada Familia ein – mit Kreuz aus Bayern
Kultur

Papst weiht Turm der Sagrada Familia ein – mit Kreuz aus Bayern

Uta Schröder
Zuletzt aktualisert 12. Juni 2026 16:47
Von Uta Schröder
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5 min. Lesezeit
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Tausende Menschen säumten die Straßen Barcelonas, als Papst Leo XIV. am Mittwochabend zur Sagrada Familia fuhr. In der weltberühmten Basilika feierte er eine Messe zum 100. Todestag ihres Architekten Antoni Gaudí. Höhepunkt war die Weihe des neuen Jesus-Christus-Turms, der die noch immer unvollendete Kirche zur höchsten der Welt macht.

Inhaltsübersicht
Papst Leo: „Sagrada Familia sichtbares Zeichen des unsichtbaren Gottes, zu dessen Ehre ihre Türme emporragen“Papst weiht höchsten Kirchturm der WeltKreuz aus Bayern krönt die TurmspitzeMitarbeiter verewigten sich im BauwerkFertigstellung in den 2030er Jahren geplantIm Video: Wie der erste Teil des tonnenschweren Kreuzes auf die Sagrada Familia kommt

Auf der Spitze des 172,5 Meter hohen Turms befindet sich dabei auch ein Stück bayerischer Ingenieurskunst: ein 17 Meter hohes Glaskreuz des Fassadenbauers Gartner aus Gundelfingen an der Donau.

Papst Leo: „Sagrada Familia sichtbares Zeichen des unsichtbaren Gottes, zu dessen Ehre ihre Türme emporragen“

Vor der eigentlichen Weihe hatte Leo XIV. eine Messe in der Basilika gefeiert, an der auch das spanische Königspaar Felipe VI. und Letizia sowie Ministerpräsident Pedro Sánchez teilnahmen. Zudem besuchte er die Krypta mit dem Grab Gaudís. Der Architekt hatte die Sagrada Familia geplant und über Jahrzehnte geprägt. Er starb 1926 nach einem Straßenbahnunfall in Barcelona – als er zum Beten in eine Kirche gehen wollte. 

In seiner Predigt sagte er, das Gotteshaus sei ein „sichtbares Zeichen des unsichtbaren Gottes, zu dessen Ehre ihre Türme emporragen“. Weiter sagte er: „Die Basilika Sagrada Família ist weit mehr als nur ein Denkmal; sie ist bis heute ein Bauwerk im Entstehen, das uns daran erinnert, dass das christliche Leben stets ein Weg ist, denn es handelt sich um ein Projekt, das Gott verwirklicht.“ Die Unvollkommenheit, der weiterhin im Bau befindlichen Kirche sei „kein Mangel, denn sie zeugt von einer Sehnsucht; sie bedeutet nicht ein Fehlen von etwas, sondern drückt ein Versprechen aus, das wir konsequent einhalten wollen“.

Gleichzeitig forderte der Papst mehr Aufmerksamkeit für die armen und leidenden Menschen auf der Welt. Das Kreuz auf der Spitze des Christusturms sei auch „das Kreuz der Letzten, die die Ersten werden, der Sünder, die Heilige werden, der Toten, die auferstehen werden.“

Papst weiht höchsten Kirchturm der Welt

Mit der Fertigstellung des Jesus-Christus-Turms hat die Basilika einen neuen Rekord aufgestellt. Der Turm löste nach 135 Jahren das Ulmer Münster als höchsten Kirchturm der Welt ab. Mit 172,5 Metern bleibt er allerdings knapp unter Barcelonas Hausberg Montjuïc, der 173 Meter hoch ist. Das entsprach einem ausdrücklichen Wunsch Gaudís, der nicht „die von Gott erschaffenen Naturwerke übertreffen“ wollte.

Fast fünf Millionen Menschen besuchten die Sagrada Familia im vergangenen Jahr. Damit ist sie das meistbesuchte kostenpflichtige Monument Spaniens.

Kreuz aus Bayern krönt die Turmspitze

Für die Josef Gartner GmbH war das Projekt nach Angaben von Geschäftsführer Jürgen Wachs ein außergewöhnlicher Auftrag. Das Unternehmen fertigt normalerweise Fassaden für Bürogebäude, Flughafenterminals oder Museen. Zu den bekanntesten Projekten des Unternehmens zählen die Elbphilharmonie in Hamburg, die BMW-Welt in München oder der Apple Campus in Kalifornien.

„An einer Kirche oder Kathedrale beteiligt zu sein, ist natürlich etwas ganz Besonderes“, sagt Wachs im Gespräch mit BR24. Umso mehr gelte das für ein Bauwerk wie die Sagrada Familia. Sein Unternehmen habe dort „das Tüpfelchen auf das I obendrauf setzen“ dürfen.

Die Umsetzung sei auch technisch ungewöhnlich gewesen. Grundlage seien Skizzen gewesen, die Gaudí vor mehr als 100 Jahren angefertigt habe. Bereits 2018 hätten die Arbeiten an ersten Konzepten, Berechnungen und Mustern begonnen.

Mitarbeiter verewigten sich im Bauwerk

Eine besondere Erinnerung bleibt dauerhaft im Inneren des Kreuzes verborgen. Mitarbeiter des Unternehmens konnten sich auf dem Edelstahlgerippe des Bauwerks verewigen. Zudem wurden die Namen von Planern auf einer Metallplatte eingraviert, die hinter Naturstein verbaut wurde.

Wachs selbst war bereits auf der Turmspitze. Die Aussicht habe ihn beeindruckt. Von dort blicke man über ganz Barcelona bis hinaus aufs Meer. Im Inneren des Kreuzes sei es dagegen eng. „Man hat so ein klein wenig ein U-Boot-Gefühl“, sagt Wachs.

Fertigstellung in den 2030er Jahren geplant

Die Sagrada Familia wird seit 1882 gebaut und gehört zu den bekanntesten Wahrzeichen Spaniens. Das Bauwerk verbindet Elemente der Neugotik, des Jugendstils und der Moderne. Papst Benedikt XVI. weihte die Kirche bereits 2010.

Obwohl der neue Jesus-Christus-Turm nun fertiggestellt ist, wird an der Basilika weitergebaut. Die vollständige Fertigstellung des Gotteshauses ist erst für die 2030er Jahre geplant.

Im Video: Wie der erste Teil des tonnenschweren Kreuzes auf die Sagrada Familia kommt

 

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Von Uta Schröder
Uta Schröder ist eine versierte Kulturjournalistin und leitet das Ressort Kultur der WirtschaftsRundschau. Mit ihrem umfassenden Wissen und ihrer Leidenschaft für Kunst und Kultur bietet sie tiefgehende Analysen und spannende Einblicke in die kulturelle Landschaft.
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