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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wirtschaft > ADAC testet ICE – Lob und Kritik für den Fernverkehr der Bahn
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ADAC testet ICE – Lob und Kritik für den Fernverkehr der Bahn

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 25. Juni 2026 09:48
Von Christin Freitag
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5 min. Lesezeit
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Der ADAC kommt zu einem durchwachsenen Ergebnis für den DB Fernverkehr nach einem zweiwöchigen Test. Besser als erwartet seien Reisekomfort und Erstattungsservice, aber Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit seien vielfach mangelhaft.

Inhaltsübersicht
Weniger als die Hälfte der ICE-Züge pünktlichVerpasste Anschlüsse sorgen für ÄrgerNavigator-App der Bahn gibt oft falsche Infos anADAC mit Komfort und Sauberkeit zufriedenForderungen an die Bahn – Verspätungen genauer angebenBahn sieht Erfolg ihrer Sofortprogramme bestätigtDB verteidigt ihre Informationspolitik

Weniger als die Hälfte der ICE-Züge pünktlich

Anfang des Jahres sind Testerinnen und Tester des Autoclubs mit dem ICE durch ganz Deutschland gefahren. Geprüft wurden 118 Zugfahrten – und zwar sowohl auf Langstrecken wie von Hamburg nach München als auch auf Teilstrecken wie von München nach Augsburg.

Bei den Hauptkriterien Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit geben die Tester der Bahn die Note mangelhaft. Von den insgesamt 118 Fahrten fanden nur 104 statt, und von diesen waren deutlich weniger als die Hälfte pünktlich. Was heißt, dass sie bis maximal sechs Minuten später ankamen als im Fahrplan angegeben.

Verpasste Anschlüsse sorgen für Ärger

Bei den Verspätungen und der aus seiner Sicht zweifelhaften Wertung von Zügen als pünktlich kritisiert der ADAC vor allem, dass oft Anschlusszüge nicht erreicht werden konnten. Das sei bei 44 Prozent der geplanten Fahrten so gewesen. Die Gründe für die Zugausfälle und Verspätungen lagen oft bei der Bahn, zum Beispiel durch Signalstörungen, Baustellen oder Personalmangel. In weniger Fällen war laut ADAC höhere Gewalt wie heftige Schneefälle oder ein Notarzteinsatz die Ursache.

Navigator-App der Bahn gibt oft falsche Infos an

Auch beim Informationsservice gibt es Kritik, weil die Angaben in der App laut den Testern oft nicht stimmen: Die Bahn-App „DB Navigator“ informierte zwar in den meisten Fällen frühzeitig über Änderungen im Fahrplan, aber nicht immer zuverlässig. Nur bei zwei Dritteln der Stichprobe stimmte die App-Info mit der tatsächlichen Abfahrt überein. Aber bei 30 Prozent startete der Zug im Schnitt 25 Minuten später als noch eine Stunde vor der Abfahrt angegeben war.

Besonders ärgerlich für Bahnreisende laut ADAC: In vier Prozent der Fälle fuhr der ICE sogar früher ab und den Testern davon: „Wer also die Wartezeit während der angegebenen Verspätung für einen Kaffee oder zum Frischmachen nutzen wollte, kam zu spät.“

ADAC mit Komfort und Sauberkeit zufrieden

Gute Noten gibt es dagegen beim Thema Reisekomfort. Die Züge waren insgesamt sauber (95 Prozent), Klimaanlage und Heizung funktionierten. Auch das W-LAN war zu den Messzeiten störungsfrei und fast immer vorhanden (94 Prozent). Die ADAC-Tester fanden das Bordbistro mit warmen Speisen und Getränken im Angebot zu 95 Prozent geöffnet vor, ebenso die Toiletten.

Forderungen an die Bahn – Verspätungen genauer angeben

Dass Entschädigungen bei Verspätungen und Zugausfällen sehr zuverlässig über das persönliche Kundenkonto der Fahrgäste erstattet wurden, lobten die Tester ebenfalls. Aber der Autoclub stellt auch Forderungen: „mehr Transparenz in der Pünktlichkeitsstatistik, die sowohl Zugausfälle und vorzeitig beendete Bahnfahrten als auch alle Verspätungen ab der ersten Minute auflisten sollte.“

Bahn sieht Erfolg ihrer Sofortprogramme bestätigt

Dass der Reisekomfort gut abgeschnitten hat, ist für die Bahn eine Bestätigung, dass ihre im Januar gestarteten Sofortprogramme für mehr Sauberkeit, Sicherheit und Komfort wirken. Mit den Verspätungen und Ausfällen sei man selbst nicht zufrieden, erklärte eine Sprecherin auf BR-Anfrage.

DB verteidigt ihre Informationspolitik

Aber die ADAC-Bewertung der schlechten Information will die Bahn nicht gelten lassen, es gehe schließlich um Prognosen für die Ankunft eines Zuges in der App. Während der Fahrt änderten sich die Aussichten auf pünktliche Ankunft eben. „Eine Verspätung kann dennoch im Verlauf weiter ansteigen oder weniger werden, weil aktuelle Ereignisse hinzukommen können, die eine Störung schneller beheben lassen oder auch komplexere Entstörungsprozesse erfordern.“

Auch Intransparenz will sich der DB-Konzern nicht vorhalten lassen. Der DB-Fernverkehr ermittle die pünktliche Ankunft von Fahrgästen am Zielbahnhof. Dabei werden laut der Sprecherin „funktionierende oder verpasste Anschlüsse ebenso wie Ausfälle und Ersatzzüge, Fahrplanänderungen und alternative Verbindungen“ berücksichtigt. Monatlich transparent würden sowohl die betriebliche Pünktlichkeit als auch die Reisendenpünktlichkeit veröffentlicht.

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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