Auf ein Überangebot an Kräften können Firmen im Marketing, in den Medien oder der Druckbranche zurückgreifen. Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) wird laut Prognose den Engpass an Personal in dem einen oder anderen Bereich zwar verringern, jedoch wird KI ihn nicht gänzlich aufheben.
Bedarf an Arbeitskräften aus dem Ausland weiter groß
Was aber helfen solche Studien und was kann getan werden, damit die Lücke vielleicht doch kleiner ausfällt, als jetzt angenommen? Die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft will den Regionen mit den Ergebnissen das liefern, was sie zum Gegensteuern brauchen. So fehlt es gerade auf dem Land öfter als in der Stadt an Verkaufspersonal. Dort sind meist Frauen und diese oft in Teilzeit beschäftigt. Hier könnte man ansetzen, meint vbw-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt.
Insgesamt aber ließe sich die Lücke in vielen Bereichen nicht schließen. Angesichts der Demographie sei auch Bayern auf Personal aus dem Ausland angewiesen. So sieht es auch Michael Böhmer von der Prognos AG. Können weniger Arbeitskräfte gezielt angeworben werden, wird der Engpass größer.
Dieses „Gefühl, nach außen zu vermitteln, dass man bei uns gute Zukunftsperspektiven hat, sollten wir auch wieder mehr in den Mittelpunkt stellen“, so der Appell der Bayerischen Wirtschaft.
Gewerkschaften fordern bessere Rahmenbedingungen
Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) in Bayern schließt sich dem an. Der Arbeitskräftebedarf ist für den Vorsitzenden Bernhard Stiedl eine große Herausforderung. Noch immer scheitert Erwerbstätigkeit häufig an einem Mangel an Kinderbetreuung, Pflegeplätzen, Weiterbildungsangeboten oder Infrastruktur – gerade außerhalb der Ballungsräume. „Deshalb braucht es mehr Investitionen in Bildung, Qualifizierung und Betreuung. Auch qualifizierte Zuwanderung wird Bayern dauerhaft brauchen.“

