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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wirtschaft > E-Scooter-Boom hält an, Zahl der Unfälle steigt deutlich
Wirtschaft

E-Scooter-Boom hält an, Zahl der Unfälle steigt deutlich

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 10. August 2026 16:50
Von Christin Freitag
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5 min. Lesezeit
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Immer mehr Menschen in Deutschland sind mit dem E-Scooter unterwegs. Im vergangenen Jahr waren bundesweit etwa 1,66 Millionen E-Scooter versichert, so viele wie noch nie zuvor. Das geht aus Daten des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hervor (externer Link). Zum Vergleich: Im Jahr 2022 waren es noch 764.000 E-Scooter.

Inhaltsübersicht
Private E-Scooter gewinnen an BedeutungZahl der Unfälle steigt deutlichStudien weisen auf höheres Verletzungsrisiko hinJunge Menschen besonders häufig betroffenForderungen nach mehr Prävention und KontrollenParis setzt auf strengere Regeln

Private E-Scooter gewinnen an Bedeutung

Während die Fahrradbranche derzeit unter starkem Preisdruck und rückläufigen Verkaufszahlen leidet, steigt die Nachfrage nach E-Scootern weiter an. Vor allem private Fahrzeuge werden immer beliebter.

Die Zahl der privat genutzten E-Scooter stieg von rund einer Million im Jahr 2024 auf etwa 1,4 Millionen im Jahr 2025. Mittlerweile befinden sich vier von fünf versicherten E-Scootern in Privatbesitz. Die Zahl der versicherten Leih-Scooter ging dagegen zuletzt leicht zurück.

Zahl der Unfälle steigt deutlich

Mit der wachsenden Zahl an E-Scootern steigt auch die Zahl der Unfälle. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts (externer Link) wurden 2025 mehr als 16.000 E-Scooter-Unfälle mit Personenschaden registriert. Das sind fast doppelt so viele wie im Jahr 2022. Die Zahl der Todesopfer ist ebenfalls gestiegen. Insgesamt kamen 38 Menschen ums Leben.

Gleichzeitig zeigen die Daten Unterschiede zwischen privaten und gemieteten Fahrzeugen. Laut GDV wurden Fahrer privater E-Scooter seltener in Unfälle verwickelt als Nutzer von Leih-Scootern. Auf 1.000 versicherte Privatfahrzeuge kamen zuletzt sechs Haftpflichtschäden. Bei Leih-Scootern lag der Wert mehr als doppelt so hoch. „Nutzer eigener Scooter fahren in der Regel viel, tragen häufiger einen Helm und sind seltener auf Gehwegen unterwegs“, erklärt Kirstin Zeidler, Leiterin der Unfallforschung der Versicherer beim GDV.

Studien weisen auf höheres Verletzungsrisiko hin

Wie gefährlich Unfälle mit E-Scootern sein können, zeigt auch eine aktuelle Studie im Fachmagazin Scientific Reports. Demnach ist das Risiko schwerer Verletzungen bei E-Scooter-Fahrern höher als bei Radfahrern oder Motorradfahrern. Besonders häufig sind Verletzungen des Kopfes sowie der inneren Organe.

Die Untersuchung basiert zwar auf Unfällen in England und Wales, die Ergebnisse decken sich jedoch mit Beobachtungen aus Bayern. Die Bezirkskliniken Schwaben registrieren bei E-Scooter-Unfällen vor allem Knochenbrüche an Armen und Händen. Eine weitere große Gruppe bilden jedoch Patienten mit Kopfverletzungen.

Laut Prof. Rainer Wirtz von den Bezirkskliniken Schwaben sei ein Hauptgrund, dass die meisten Menschen schlicht keinen Helm tragen. Viele unterschätzten die Risiken von E-Scootern. „Die stehen an jeder Ecke herum und erinnern an die Tretroller, die man als Kind benutzt hat“, sagt Prof. Wirtz.

Junge Menschen besonders häufig betroffen

Nach Angaben von Unfallforscherin Kirstin Zeidler gehören vor allem Jugendliche und junge Erwachsene zu den Unfallopfern. Laut Statistischem Bundesamt sind mehr als die Hälfte aller Verletzten jünger als 25 Jahre. Zu den häufigsten Unfallursachen zählen demnach eine falsche Nutzung der Fahrbahn, Alkoholeinfluss sowie überhöhte Geschwindigkeit.

Um die Unfallzahlen zu senken, sieht der GDV insbesondere die Verleihunternehmen in der Verantwortung. Sie sollten stärker darauf hinwirken, dass E-Scooter nicht zu zweit, nicht auf Gehwegen und nicht unter Alkoholeinfluss genutzt werden.

Forderungen nach mehr Prävention und Kontrollen

Zudem fordert der Verband mehr Aufklärung an Schulen. Vielen Jugendlichen sei beispielsweise nicht bewusst, dass für Fahrer unter 21 Jahren ein Alkoholverbot gilt. „Das kostet nicht nur Bußgeld, sondern kann auch den späteren Führerschein gefährden“, warnt Zeidler. Darüber hinaus seien besser ausgebaute Radwege und mehr Verkehrskontrollen notwendig.

Auch die Deutsche Verkehrswacht setzt auf Prävention. Sie bietet seit 2019 spezielle E-Scooter-Trainings an. Ziel sei es, nicht nur Verkehrsregeln zu vermitteln, sondern auch das Risikobewusstsein, die Fahrkompetenz und die Rücksichtnahme im Straßenverkehr zu stärken, erklärt Sprecherin Elisabeth Fitzke.

Paris setzt auf strengere Regeln

Bereits 2023 hat die französische Hauptstadt zudem sämtliche Leih-E-Scooter aus dem Stadtbild verbannt. Private E-Scooter dürfen weiterhin genutzt werden. Jedoch gelten in Paris angesichts steigender Unfallzahlen seit wenigen Tagen strengere Vorschriften für E-Scooter-Fahrer (externer Link). Dort sind das Tragen eines Helms sowie reflektierende Kleidung oder eine Warnweste vorgeschrieben. Wer ohne Helm unterwegs ist, muss mit einem Bußgeld von 135 Euro rechnen. Fehlen Warnweste oder Reflektoren, werden 35 Euro fällig.

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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