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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Kultur > Synagoge an der Reichenbachstraße: Der neue kulturelle Hotspot
Kultur

Synagoge an der Reichenbachstraße: Der neue kulturelle Hotspot

Uta Schröder
Zuletzt aktualisert 12. April 2025 08:47
Von Uta Schröder
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3 min. Lesezeit
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Die Restaurierung der Synagoge in der Münchner Reichenbachstraße ist fast abgeschossen. Rachel Salamander steht in der Synagoge, die in München gerade wieder hergerichtet wird. Die 75-Jährige hat die Restaurierung initiiert. In ihren Händen hält sie ein hellblaues Stück Stoff, das perfekt zum besonderen Stil der Bauhaus-Synagoge passt. Der Stoff ist ein Original der Münchner Bauhaus-Künstlerin Gunta Stölzl. Dass dieser Originalstoff aus der Zeit der Entstehung der Synagoge bald hier hängt, das ist für Rachel Salamander etwas ganz Besonderes. „Es wäre doch schön, wir könnten den Vorhang vor dem Thoraschrein mit einem Bauhausstoff behängen“, sagt Rachel Salamander. Nach langer Recherche hat sie den Enkel der in München geborenen Künstlerin Gunta Stölzl ausfindig gemacht. Dieser lebt inzwischen in New York, er ist extra nach München gekommen, um die Stoffe zu übergeben.

Inhaltsübersicht
Stoff aus der Entstehungszeit der Synagoge gefunden2011 Vereinsgründung zum Wiederaufbau der Synagoge

Stoff aus der Entstehungszeit der Synagoge gefunden

1931 wurde die Synagoge in der Reichenbachstraße eingeweiht, zwei Jahre vor der Machtübernahme der Nationalsozialisten. Nach dem Krieg wurde die Synagoge, die als einzige in München den Nationalsozialismus überstanden hat, zum jüdischen Zentrum in München, zunächst für die wenigen Holocaust-Überlebenden.

Rachel Salamander hat die Synagoge schon als Kind mit ihren Eltern besucht. „Die Menschen, die hier gebetet haben, das waren die Überlebenden des Holocaust, und es war sehr traurig an den Feiertagen. Es gibt ja das jüdische Totengebet, das an einer bestimmten Stelle des Gottesdienstes gesprochen wird, und das war für mich immer sehr erschütternd, weil eigentlich das ganze Bethaus geweint hat“, erinnert sich Salamander.

2011 Vereinsgründung zum Wiederaufbau der Synagoge

Als die jüdische Gemeinde in München 2006 am Jakobsplatz wieder eine repräsentative Synagoge bekommt, wird das Haus im Hinterhof in der Isarvorstadt nicht mehr benutzt und steht leer. Die Literaturwissenschaftlerin Rachel Salamander wollte das ändern und gründet 2011 den Verein zum Wiederaufbau der Synagoge an der Reichenbachstraße. Nach mehreren Jahren Bauzeit wird die Renovierung bald abgeschlossen sein.

Im Herbst soll die neue und alte Reichenbach-Synagoge eröffnet werden, die dann wie das Original vor 94 Jahren aussehen wird. Dort sollen nicht nur Gottesdienste stattfinden. Rachel Salamander möchte, dass die Synagoge ein Ort für alle Bürger wird: mit Unterricht und Vorträgen über das jüdische Leben, Führungen und Konzerten. Baudenkmäler wie die letzte stehengebliebene Synagoge des Münchner Vorkriegsjudentums im Bauhausstil könne man an einer Hand abzählen, sagt Rachel Salamander. Deshalb müsse sie natürlich der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Rachel Salamander ist sich sicher: Die Synagoge wird ein kultureller Hotspot werden.

 

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Von Uta Schröder
Uta Schröder ist eine versierte Kulturjournalistin und leitet das Ressort Kultur der WirtschaftsRundschau. Mit ihrem umfassenden Wissen und ihrer Leidenschaft für Kunst und Kultur bietet sie tiefgehende Analysen und spannende Einblicke in die kulturelle Landschaft.
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