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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Kultur > „The Mandalorian and Grogu“: So sieht Kino ohne Schauspieler aus
Kultur

„The Mandalorian and Grogu“: So sieht Kino ohne Schauspieler aus

Uta Schröder
Zuletzt aktualisert 21. Mai 2026 09:49
Von Uta Schröder
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4 min. Lesezeit
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Eine der ersten Szenen in „The Mandalorian and Grogu“ zeigt Militärflugzeuge im Abendlicht: X-Wing-Fighter, die Kampfflugzeuge der neuen Republik. Die Kamera inszeniert sie fast wie die Kampfhubschrauber aus dem Filmklassiker „Apocalypse Now“: Zeitlupe, aufsteigende Kampfjets, Sonnenuntergang.

Inhaltsübersicht
„The Mandalorian and Grogu“: Wie eine Videospiel-QuestBraucht das Kino der Zukunft noch Schauspieler?Glorifiziert der Star-Wars-Film die Militärintervention?Star Wars, das wie Trump klingt

Aber die Vorzeichen sind umgekehrt. In „Apocalypse Now“ haben wir uns noch vor den Hubschraubern gefürchtet, mit der kriegsgebeutelten Zivilbevölkerung mitgefühlt. Im neuen Star Wars soll sich der Zuschauer jedoch über die Kampfflieger freuen, weil sie gleich eine feindliche Militärbasis in Schutt und Asche legen.

„The Mandalorian and Grogu“: Wie eine Videospiel-Quest

„The Mandalorian and Grogu“ spielt nach dem Zerfall des galaktischen Imperiums, also irgendwann zwischen Star Wars Episode sechs und sieben. Der Mandalorianer und sein Freund Grogu jagen für die neue Republik Überreste der imperialen Streitkräfte.

Der Plot fühlt sich dabei an wie eine Quest in einem Videospiel: Hauptheld Mando, gespielt von Pedro Pascal, muss zuerst die mafiösen Hutten treffen – Verwandte der Star-Wars-Figur Jabba the Hutt. Diese wurmähnlichen Aliens haben Informationen über einen untergetauchten General. Aber damit rücken sie nur heraus, wenn der Mandalorianer vorher ihren Neffen befreit, den Sohn von Jabba.

Mando ist dafür bestens geeignet. Er trägt die nahezu unzerstörbare Beskar-Rüstung, kann mit Jetpack umherfliegen und verfügt über zahlreiche Messer, Blaster und Flammenwerfer. Der Mann fürs Grobe hat aber auch ein weiches Herz. Dank Grogu, seinem Begleiter, den die Fans seit der Serie „The Mandalorian“ als „Baby Yoda“ lieben.

Braucht das Kino der Zukunft noch Schauspieler?

Als Actionfilm macht „The Mandalorian and Grogu“ Spaß. Aber es drängen sich zwei Fragen auf. Die erste: Macht der neue Star-Wars-Film Schauspieler obsolet? Hauptdarsteller Pedro Pascal sehen wir nur wenige Minuten. Denn der Mandalorianer verliert seine Ehre, wenn sein Gesicht entblößt wird. Hauptdarsteller zwei, Grogu, ist zudem eine Mischung aus Animatronik-Puppe und CGI-Effekt, also computergeneriertem Bild.

Statt Schauspielern sehen wir (bis auf Sigourney Weaver in einem Kurzauftritt) Aliens, Droiden und Stuntmänner mit Helmen, die wild um sich herumballern. Was den Film bombastischer als je zuvor aussehen lässt, obwohl er der günstigste Star Wars seit zwanzig Jahren ist. Animationen werden in Zeiten von Künstlicher Intelligenz (KI) vermutlich immer billiger – und die teuren Stars haben wenig zu tun. Sieht so das Kino der Zukunft aus?

Glorifiziert der Star-Wars-Film die Militärintervention?

Problem zwei: Kampf, Krieg und militärische Interventionen erscheinen hier als Notwendigkeit. Denn die Guten – die neue Republik, der Mandalorianer und sein knuffiger Freund Grogu, der immer wieder süße Baby-Geräusche von sich gibt – müssen die Bösen, meist schleimige Aliens, nun mal besiegen. Klar: Star Wars wurde von George Lucas in den 1970ern als Fantasie für 12-jährige Jungs angelegt.

In Sachen Grautöne schaltet der „Mandalorian“ aber nochmal einen Gang zurück. Früher gab es noch Figuren wie Darth Vader, im Hin-und-Her zwischen Licht und Schatten. Die Star-Wars-Prequels zeigten zudem, wie eine Demokratie faschistisch wird. Und die gefeierte Star-Wars-Serie „Andor“ war Vorbild für die No-Kings-Proteste gegen Donald Trump.

Star Wars, das wie Trump klingt

Doch jetzt? Rechtfertigt die Chefpilotin der Republik einen militärischen Schlag gegen eine Basis der Gegenseite und klingt dabei fast wie der US-Präsident: Blöd, dass wir alles in die Luft jagen mussten, sagt sie, aber da drin waren eben die Bösen.

Im Angesicht jüngster Militärschläge wirken solche Szenen besonders deplatziert. Weil die Realität anders aussieht. So hielt das US-Militär eine Mädchenschule im Iran (Link: tagesschau.de)  wohl für einen Militärstützpunkt und bombte mutmaßlich 170 Schülerinnen in den Tod. 

 

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Von Uta Schröder
Uta Schröder ist eine versierte Kulturjournalistin und leitet das Ressort Kultur der WirtschaftsRundschau. Mit ihrem umfassenden Wissen und ihrer Leidenschaft für Kunst und Kultur bietet sie tiefgehende Analysen und spannende Einblicke in die kulturelle Landschaft.
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