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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Kultur > Umstrittenes Porträt: „Dieses Bild erklärt Trumps Außenpolitik“
Kultur

Umstrittenes Porträt: „Dieses Bild erklärt Trumps Außenpolitik“

Uta Schröder
Zuletzt aktualisert 18. März 2025 14:51
Von Uta Schröder
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4 min. Lesezeit
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„Frieden, Überfluss, Zufriedenheit“

In der US-Geschichte gilt Polk, der von 1845 bis 1849 amtierte, als derjenige Präsident, der das Territorium der USA am stärksten ausweitete: Im „Oregon-Kompromiss“ von 1846 traten die Briten ein 700.000 Quadratkilometer umfassendes Gebiet ab, das die heutigen Bundesstaaten Washington, Oregon und Idaho, sowie Teile von Montana und Wyoming umfasst.

Inhaltsübersicht
„Frieden, Überfluss, Zufriedenheit“„Trump versucht, sie alle zu übertreffen“„Polk und Trump teilen Sendungsbewusstsein“„Trump will sich würdig erweisen“

1845 wurde Texas annektiert, obwohl Mexiko auf der Unabhängigkeit dieses Staats bestanden hatte. Im Vertrag von Guadalupe Hidalgo vom Februar 1848 gelang es Polks Unterhändlern obendrein, von Mexiko das heutige Gebiet der US-Staaten Kalifornien, Nevada, Arizona und Utah zu übernehmen. Außerdem wollte James K. Polk für 100 Millionen US-Dollar den Spaniern die Insel Kuba abkaufen, was allerdings scheiterte. Nach dem Ende seiner Amtszeit im März 1849 bereiste Polk die von ihm für die USA gesicherten Territorien und ließ sich dort von großen Teilen der Bevölkerung bejubeln.

In ganz Amerika herrschten „Frieden, Überfluss und Zufriedenheit“, lobte sich Polk unbescheiden: „Unser geliebtes Land ist der Welt ein erhabenes Musterbeispiel der Moral.“ Solche Bonmots dürften Trump sehr behagen. Polks Bemerkung, ein Präsident, der sein Amt gewissenhaft ausübe, habe grundsätzlich keine Freizeit, könnte dem leidenschaftlichen Golfer von Mar-a-Lago womöglich weniger zusagen.

„Trump versucht, sie alle zu übertreffen“

Trump orientiere sich zunehmend an James K. Polk, dessen imperialistischen Nachfolger William McKinley (1843 – 1901) und Putin, so der amerikanische Kolumnist und Politikwissenschaftler Thom Hartmann für das Magazin „New Republic“ (externer Link): „Trump tritt nicht nur in ihre Fußstapfen – er versucht, sie alle zu übertreffen.“ Das düstere Fazit von Hartmann: „In Trumps imperialen Fantasien geht es nicht nur um Macht – es geht ihm um die Zerstörung der Demokratie selbst. Wie Polk träumt er von Annexion; wie McKinley lebt er von inszenierten Konflikten; und wie Putin strebt er nach absoluter Kontrolle.“

„Polk und Trump teilen Sendungsbewusstsein“

Der US-Politologe Rich Lowry hatte schon Anfang Januar in einem kontrovers diskutierten Essay für die „National Review“ (externer Link) gefragt: „Ist Trump der neue Polk?“ Damals sagte Lowry voraus, dass Trump sich ein Porträt des bisher eher unbekannten Vorgängers ins Weiße Haus hängen würde.

Dagegen bemerkte Chris Stirewalt vom „American Enterprise Institute“ in einem aufschlussreichen Text (externer Link), dass der bedächtige und zielstrebige Polk charakterlich nicht mit dem impulsiven und wankelmütigen Trump vergleichbar sei. Allerdings teilten beide das amerikanische Sendungsbewusstsein, das zu Polks Zeiten unter dem Begriff „Manifest Destiny“ populär wurde. Geprägt hatte ihn der New Yorker Journalist John L. O’Sullivan 1845. Er meinte damit, die USA seien durch die „Vorsehung“ dazu bestimmt, ganz Nordamerika zu annektieren. Später bezogen seine Anhänger diese Mission auf die ganze Welt und sogar das All.

„Trump will sich würdig erweisen“

Der russische Politologe Alexei Makarkin (externer Link) verweist darauf, dass Polk als Mitglied der Demokratischen Partei zu Lebzeiten vor allem im Norden der USA sehr unbeliebt gewesen sei. Das werde „bis zu einem gewissen Grad durch die gestiegene Beliebtheit bei modernen Historikern“ wettgemacht. In seiner ersten Amtszeit habe Trump sich noch nicht auf Polk berufen: „Auf die Idee einer territorialen Expansion scheint Trump in seiner Auszeit gekommen zu sein, als er auf Rache aus war und über seine Rolle in der US-Geschichte nachdachte. Jetzt versucht er, sich Polk und McKinley würdig zu erweisen – allerdings unter neuen historischen Bedingungen, wo die Möglichkeiten zur Expansion deutlich beschränkter sind.“

 

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Von Uta Schröder
Uta Schröder ist eine versierte Kulturjournalistin und leitet das Ressort Kultur der WirtschaftsRundschau. Mit ihrem umfassenden Wissen und ihrer Leidenschaft für Kunst und Kultur bietet sie tiefgehende Analysen und spannende Einblicke in die kulturelle Landschaft.
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