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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wirtschaft > Erste Warnstreiks in der Metallbranche in Bayern
Wirtschaft

Erste Warnstreiks in der Metallbranche in Bayern

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 28. Oktober 2024 07:54
Von Christin Freitag
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3 min. Lesezeit
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Tarifverträge haben eine Laufzeit – wurde der Vertrag gekündigt, darf mit Ablauf gestreikt werden. In der Metallbranche endet die sogenannte Friedenspflicht am 28. Oktober – ab Null Uhr darf also gestreikt werden. In Bayern ist die Nachtschicht nach bisherigen Planungen in mehr als zehn Betrieben zu einem ersten Warnstreik aufgerufen, heißt es auf Nachfrage des Bayerischen Rundfunks bei der IG Metall.

Inhaltsübersicht
Erste Warnstreiks in Regensburg, Augsburg und AschaffenburgKein Verständnis der ArbeitgeberPositionen liegen noch weit auseinander

Erste Warnstreiks in Regensburg, Augsburg und Aschaffenburg

Betroffen sei unter anderem das Werk von BMW in Regensburg, Premium Aerotec in Augsburg, Bosch-Rexroth in Lohr am Main und Linde in Aschaffenburg. Kundgebungen und Demonstrationszüge soll es auch zu nachtschlafender Zeit geben. Eine große Aktion von Auszubildenden wird es morgen tagsüber dann bei Audi in Ingolstadt geben. Die IG Metall erwartet tausende streikende Lehrlinge aus ganz Bayern. Hauptrednerin auf der Kundgebung am Vormittag ist die erste Bundesvorsitzende der Gewerkschaft, Christiane Benner.

Bis zum Feiertag am Freitag soll es weitere Warnstreiks geben. Wie es nach den Herbstferien – in denen auch viele der in Bayern rund 870.000 Beschäftigten im Urlaub sind – weitergeht, hält sich die Gewerkschaft noch offen. Zuvor wird aber verhandelt.

Kein Verständnis der Arbeitgeber

Druck aufbauen, um ein Lohnplus durchzusetzen, das die Kaufkraft der Beschäftigten stärke. Das ist für Bayerns IG Metallchef Horst Ott jetzt angesagt. Wer den Konsum stärke, stärke auch die Konjunktur. Auf kein Verständnis stoßen die ersten Warnstreiks in der laufenden Tarifrunde dagegen bei den Arbeitgebern. Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer des Verbandes der bayerischen Metall- und Elektroindustrie, bezeichnet sie als unverantwortlich. Angesichts der Struktur- und Konjunkturkrise bringe das keine Lösung.

Positionen liegen noch weit auseinander

Die Gewerkschaft fordert in dieser Tarifrunde bundesweit in allen Bezirken unter anderem 7 Prozent höhere Entgelte für ein Jahr und ein Plus von 170 Euro für Auszubildende. Wichtig ist der Gewerkschaft auch eine soziale Komponente, die unteren Einkommensgruppen zugutekommt. Die Arbeitgeber boten zuletzt 3,6 Prozent in zwei Schritten und bei einer Laufzeit von 27 Monaten. Das sei das Äußerste, was man den Firmen angesichts der Krise zumuten könne. Der Standort sei in Gefahr.

Über ein deutliches Plus für Azubis will der Verband reden, ohne in seinem ersten Angebot eine konkrete Zahl zu nennen. Eine soziale Komponente lehnen die Arbeitgeber ab. Die tariflichen Einkommen in der Branche seien jetzt schon hoch – auch in den unteren Lohngruppen. Diese Woche wird auch in anderen Bezirken verhandelt. Oft bringt ein Pilotabschluss die Lösung. Der Bezirk Küste und auch Bayern werden da gehandelt. Vielleicht gibt es ja auch eine Tandem-Lösung – das wäre in der Branche allerdings ein Novum.

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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