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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wirtschaft > Forschungsbericht: So stark steigen die Emissionen 2024
Wirtschaft

Forschungsbericht: So stark steigen die Emissionen 2024

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 13. November 2024 08:55
Von Christin Freitag
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4 min. Lesezeit
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Der aktuelle Bericht des internationalen Global Carbon Projects, an dem unter anderem Forschende vom Alfred-Wegener-Instituts (AWI) in Bremerhaven und der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) beteiligt sind, berechnet jährlich die weltweiten Treibhausgasemissionen und ihre Ursachen. Die Zahlen für 2024 zeigen: Trotz der globalen Klimaschutzbemühungen und immer mehr erneuerbarer Energien werden die Emissionen aus der Nutzung fossiler Brennstoffe wie Kohle, Öl und Gas in diesem Jahr voraussichtlich um 0,8 Prozent CO₂ steigen.

Inhaltsübersicht
CO₂-Konzentration in der Atmosphäre steigt weiterSteigende Emissionen in Indien, sinkende Emissionen in der EUWald und KlimawandelEmissions-„Peak“ noch immer nicht erreichtTechnologische CO₂-Entnahme: Bisher nur marginal

CO₂-Konzentration in der Atmosphäre steigt weiter

Insgesamt steigt dadurch auch die Konzentration von CO₂ in der Atmosphäre weiter an. Um den Klimawandel und damit die Erderwärmung einzubremsen, müsste der Anstieg der CO₂-Konzentration in der Atmosphäre eigentlich gestoppt werden. Dafür müssten die Emissionen laut dem Global Carbon Project jährlich um 1,6 Gigatonnen sinken. Blieben die Emissionen auf dem Niveau wie bisher, wäre das Kohlenstoffbudget, das bleibt, um die globale Erwärmung auf das Paris-Ziel von 1,5 Grad zu begrenzen, schon in diesem Jahrzehnt aufgebraucht.

Steigende Emissionen in Indien, sinkende Emissionen in der EU

Die Verbrennung von Kohle macht bei den fossilen Emissionen den größten Anteil aus. Der CO₂-Ausstoß aus der Kohle stieg zuletzt weniger stark als die Emissionen von Öl und Gas. In der EU sinken die Emissionen deutlich (-3,8 Prozent), in den USA leicht (-0,6 Prozent). In Indien aber ist der CO₂-Ausstoß in diesem Jahr stark gestiegen (+4,6 Prozent), und zwar bei allen Energieträgern. Laut Judith Hauck, Umweltforscherin am AWI, erhöht sich der Energiebedarf sehr viel stärker als der Ausbau erneuerbarer Energien. In China zeigen die Zahlen nur eine leichte Erhöhung der Emissionen (+0,2 Prozent). Der CO₂-Ausstoß durch Öl geht in China zurück. Grund ist laut der Umweltforscherin, dass in China die Mobilitätswende zugunsten der Elektromobilität voranschreitet. Der Wendepunkt der Öl-Emissionen sei in China vermutlich erreicht.

Wald und Klimawandel

Werden Wälder gerodet, um auf der Fläche Tiere zu halten oder Torf als Brennstoff genutzt, wird CO₂ freigesetzt. Werden Wälder aufgeforstet, hilft das, den Klimawandel zu bremsen, da dadurch CO₂ aus der Luft entnommen wird. Laut Forscherin Pongratz werden global noch immer deutlich mehr Wälder gerodet als aufgeforstet. Diese Emissionen seien in den letzten Jahrzehnten zwar rückläufig, aber immer noch hoch.

Emissions-„Peak“ noch immer nicht erreicht

Insgesamt setzt sich der Trend der letzten Jahrzehnte bei den Emissionen fort. Ein Höhepunkt (eng. „peak“) des globalen Treibhausgasausstoßes, der für das Erreichen der Pariser Klimaziele bald notwendig wäre, ist laut dem Forschungsprojekt noch immer nicht erreicht. Je länger sich dieser Zeitpunkt hinausschiebt, umso drastischer müssten die Emissionen sinken. Bis Mitte des Jahrhunderts sollen sie eigentlich „Netto-Null“ erreichen. Das bedeutet, dass der CO₂-Ausstoß, der sich nicht oder nur sehr schwer vermeiden lässt, durch CO₂-Aufnahme aus der Atmosphäre ausgeglichen wird. Das geschieht auf natürliche Weise, zum Beispiel durch Wälder, Moore oder die Ozeane. In Zukunft könnten aber auch technische Verfahren, wie etwa das Filtern von CO₂ aus der Luft („Direct Air Capture“) und das Einspeichern des Gases unter der Erde, eine Rolle spielen.

Technologische CO₂-Entnahme: Bisher nur marginal

Solche technischen Lösungen machen bisher aber nur einen Bruchteil der CO₂-Aufnahme aus, erklärt Klimaforscherin Julia Pongratz. Durch Aufforstung werden etwa 1,9 Gigatonnen CO₂ pro Jahr aus der Atmosphäre von diesen Ökosystemen aufgenommen. Das entspricht etwa fünf Prozent der jährlichen fossilen CO₂-Emissionen. Technische Verfahren wie etwa „Direct Air Capture“ und andere Methoden gleichen dagegen zusammengenommen bisher nur ein Millionstel des fossilen Kohlenstoffdioxids aus. „Das heißt, wir müssen einerseits in Zukunft diese Waldsenke pflegen und ausbauen, aber auch dafür Sorge tragen, dass wir die neuartigen CO₂-Entnahmemethoden hochskalieren“, sagt Julia Pongratz.

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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