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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wirtschaft > Hohe Benzinpreise: Was Homeoffice und Tempolimit bringen
Wirtschaft

Hohe Benzinpreise: Was Homeoffice und Tempolimit bringen

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 25. März 2026 08:49
Von Christin Freitag
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3 min. Lesezeit
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Im Zentrum der IEA-Vorschläge steht der Verkehr, weil er rund 45 Prozent der weltweiten Ölnachfrage ausmacht. Drei zusätzliche Homeoffice-Tage könnten den nationalen Benzin- oder Dieselverbrauch von Autos laut IEA um zwei bis sechs Prozent senken, ein um zehn km/h reduziertes Autobahntempo den Verbrauch privater Pkw um ein bis sechs Prozent. Hinzu kommen mehr öffentlicher Nahverkehr, Fahrgemeinschaften, effizienterer Güterverkehr und weniger Dienstflüge.

Inhaltsübersicht
Viel Sparpotenzial durch langsameres FahrenLernen aus der Ölkrise

Viel Sparpotenzial durch langsameres Fahren

Was davon am besten trägt, zeigt die Forschung ziemlich klar. Am besten erforscht ist das Einsparpotenzial eines Tempolimits: Wer langsamer fährt, verbraucht weniger. Das Umweltbundesamt (UBA) spricht daher von einem „sinnvollen Klimaschutzbeitrag“.

In seiner Energiekrisen-Analyse von 2022 wird das UBA noch konkreter: Ein Paket aus Tempolimit von 100, 80 und 30 km/h auf Autobahnen, Landstraßen und innerorts, mehr Homeoffice und einem besseren Nahverkehr könne kurzfristig sieben bis neun Prozent des Kraftstoffverbrauchs im Verkehr einsparen. Helfen würde daher noch mehr Homeoffice.

Laut dem Statistischen Bundesamt arbeitete vor der Corona-Pandemie jeder zehnte Erwerbstätige zumindest teilweise von zu Hause, 2024 war es bereits jeder vierte. Die Zahl ließe sich aber noch steigern.

Lernen aus der Ölkrise

Hilfreich ist an dieser Stelle ein Rückblick auf die Ölkrise der 1970er Jahre, als deutsche Autobahnen tageweise leer blieben. Schon vor den autofreien Sonntagen hatte die Bundesregierung im September 1973 ein Energieprogramm vorgelegt, das der Energiehistoriker Hans-Wilhelm Schiffer in einer Studie für den ifo Schnelldienst als „Beginn eines energiepolitischen Gesamtkonzepts“ beschreibt.

Nach dem Ölpreisschock 1973/74 rückten zunächst Versorgungssicherheit und die stärkere Nutzung von Erdgas, Kohle und Kernenergie in den Vordergrund; später kam das Energiesparen stärker hinzu. Die sichtbarste Sofortmaßnahme folgte im November 1973: vier autofreie Sonntage vom 25. November bis 16. Dezember sowie ein befristetes Tempolimit von 100 km/h auf Autobahnen und 80 km/h auf Landstraßen.

Es blieb aber nicht bei vereinzelten Sonntagsfahrverboten. Die Energieprogramme wurden in den folgenden Jahren immer wieder überarbeitet und an neue Krisenlagen angepasst. Wie viel jede Einzelne dieser Fortschreibungen brachte, lässt sich im Rückblick nicht sauber auseinanderrechnen.

Insgesamt sank der Ölverbrauch der Bundesrepublik zwischen 1973 und 1981 aber um rund 20 Prozent, zugleich ging der Öl-Anteil am Energiemix deutlich zurück. Der eigentliche Lerneffekt der 1970er war also breiter: weniger Abhängigkeit vom Öl, mehr Diversifizierung und mehr Effizienz.

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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