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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wirtschaft > ifo-Geschäftsklima: Kaum ein Lichtblick
Wirtschaft

ifo-Geschäftsklima: Kaum ein Lichtblick

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 26. August 2024 12:51
Von Christin Freitag
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3 min. Lesezeit
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Während in anderen Ländern die Wirtschaft wenigstens leicht wächst, gerät Deutschland zunehmend in die Krise. Die deutschen Unternehmen zeigen sich im August im Monatsvergleich erneut pessimistischer. Der ifo-Geschäftsklimaindex ist bereits zum dritten Mal in Folge gesunken. Laut den Münchner ifo-Forschern ist das ein Zeichen, dass im laufenden Quartal die deutsche Wirtschaftsleistung nochmals sinken könnte. Damit wäre Deutschland in der Rezession.

Inhaltsübersicht
ifo-Geschäftsklimaindex fällt erneutIndustrie bleibt das Sorgenkind wegen wirtschaftspolitischer UnsicherheitHandel setzt auf „Prinzip Hoffnung“Deutschland vor der Rezession?

ifo-Geschäftsklimaindex fällt erneut

Der ifo-Geschäftsklimaindex ist im August auf 86,6 Punkte gefallen von 87,0 Punkten im Juli. Allerdings hatten Analysten mit einem noch deutlicheren Rückgang gerechnet. Für das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer befragt das Münchner ifo-Institut monatlich rund 9.000 Firmen.

Industrie bleibt das Sorgenkind wegen wirtschaftspolitischer Unsicherheit

Besonders groß sind die Sorgenfalten in den Chefetagen der Industrie. Die Unternehmen sind deutlich unzufriedener mit den laufenden Geschäften. Zudem sind die Erwartungen auf den niedrigsten Stand seit Februar gefallen, heißt es beim ifo-Institut, das dafür insbesondere den unklaren Wirtschaftskurs der Berliner Ampelregierung verantwortlich macht. Es gibt immer weniger neue Aufträge, weil die Firmen nicht investieren. Obwohl es in anderen Ländern wirtschaftlich besser laufe als hierzulande, könnten die deutschen Betriebe davon nicht profitieren, sagt ifo-Präsident Clemens Fuest.

Weil es in der Industrie so schlecht läuft, leiden auch die industrienahen Dienstleister wie etwa Transport- und Logistikgewerbe, wie aus der Erhebung der Münchner Wirtschaftsforscher hervorgeht. Im Dienstleistungssektor hält sich nur der Tourismus einigermaßen stabil, was an der Urlaubszeit liegen dürfte.

Handel setzt auf „Prinzip Hoffnung“

Ein kleiner Lichtblick kommt vom Handel, wo die Firmenchefs zumindest auf bessere Geschäfte hoffen angesichts der gestiegenen Einkommen der Arbeitnehmer. Allerdings bewerten sie die aktuelle Lage erneut schlechter. Die Verbraucher halten sich weiter beim Einkaufen zurück und sparen lieber. Die Konsumenten trauen dem Rückgang der Inflation noch nicht so richtig, meinen die ifo-Forscher.

Die Baufirmen sind zwar etwas zufriedener mit den laufenden Geschäften, doch beim Blick auf die kommenden Monate zeigen sie sich pessimistischer.

Deutschland vor der Rezession?

Der erneut gesunkene ifo-Geschäftsklimaindex ist für das Münchner Forschungsinstitut ein Zeichen, dass die deutsche Wirtschaft im Sommerquartal erneut ein kleines Minus verzeichnen könnte. Bereits im Frühjahr war das Bruttoinlandsprodukt um 0,1 Prozent gesunken. Nach zwei Quartalen mit Rückgängen spricht man laut Definition von einer Rezession.

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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