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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wirtschaft > IG Metall Bayern alarmiert: 32.000 Stellen fallen weg
Wirtschaft

IG Metall Bayern alarmiert: 32.000 Stellen fallen weg

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 20. Februar 2026 18:48
Von Christin Freitag
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4 min. Lesezeit
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Es sind Zahlen, die die IG Metall alarmieren. In der Branche denken viele Betriebe nicht mehr nur über Kündigungen nach, sondern setzen diese auch um. Laut einer Auswertung von Firmendaten durch die Gewerkschaft bauen aktuell 41 Prozent der Betriebe in der Branche Stellen ab – bei den Autobauern und ihren Zulieferern sind es demnach sogar 54 Prozent. Die Folgen bekommt die Gewerkschaft auch in ihren Listen zu spüren. Sie hat aktuell 352.000 Mitglieder – 10.000 weniger als im Jahr zuvor. Ein Plus gibt es aber bei den Auszubildenden.

Inhaltsübersicht
IG Metall: „Hetzjagd auf Arbeitnehmer“Initiative für Arbeit und AufschwungKnackpunkt Personalkosten

IG Metall: „Hetzjagd auf Arbeitnehmer“

Um Bilanz zu ziehen, hat sich die IG Metall Bayern als Location die „Alte Utting“ in München ausgesucht, ein ausgedientes und jetzt als Gastrobetrieb genutztes Schiff – passend zu ihrem Appell an Politik und Unternehmen: Die Gewerkschaft fordert zum Kurs halten auf. Damit meint sie aber nicht den Trend, der aus ihrer Sicht gerade bei vielen Verantwortlichen angesagt scheint und den sie als Ablenkungsmanöver kritisiert.

Horst Ott, Bezirksleiter in Bayern, spricht von einer „Hetzjagd auf Arbeitnehmer“. Das Ende des von ihr mit erkämpften Acht-Stunden-Tages, der Ruf nach weniger Feiertagen, die Diskussion um „Lifestyle-Teilzeit“ oder das Kürzen bei der Rente seien nicht das Problem. Die eigentlichen Baustellen lägen woanders. Ott nennt in diesem Zusammenhang die Abhängigkeit von China bei Lieferketten und Rohstoffen, fehlende Wertschöpfung in Zukunftsbranchen, das „Verpennen der E-Mobilität“.

Initiative für Arbeit und Aufschwung

Um „echte Reformen“ durchzusetzen, will die IG Metall eine Initiative für Arbeit und Aufschwung starten und zwar gemeinsam mit der Wirtschaft und der Politik im Freistaat. Ott gibt zu bedenken:

Wir haben zur Zeit teilweise das Problem, dass wir es mit Arbeitgebern zu tun haben, die hier in Deutschland erfolgreich sind, schwarze Zahlen schreiben und trotzdem Arbeitsplätze verlagern. Wir wollen eine „local content“-Regelung. Also dass man in Deutschland oder Europa produzieren muss, wenn man hier etwas verkaufen will. Das müsste doch selbstverständlich sein.

Die Gewerkschaft will sich ebenfalls einbringen und zwar bei dem Thema, für das sie zuständig ist: der Tarifpolitik. Ende des Jahres wird für die Metall- und Elektroindustrie wieder um höhere Einkommen verhandelt. Was sie fordert, will die Gewerkschaft nach der Sommerpause festlegen. Schließlich wüsste man jetzt noch nicht, ob es wirklich zum Aufschwung kommt, räumt Ott ein. Es dürfte keine leichte Tarifrunde werden.

Knackpunkt Personalkosten

Dass Konjunkturkrise und die Transformation gerade die Metall- und Elektroindustrie stark herausfordern, kann die Gewerkschaft nicht klein reden. Sie will gegensteuern. Dass das nötig ist, sehen auch die bayerischen Metallarbeitgeber so. In ihrer Antwort auf das Angebot zur gemeinsamen Initiative setzen sie aber ganz andere Schwerpunkte.

Die wesentliche Stellschraube zur Verbesserung der Situation seien die Personalkosten, betont Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer beim Verband der Bayerischen Metall- und Elektro-Industrie. Da müsse man offen über Lösungsansätze reden. Er zeigt sich bereit zu konstruktiven Gesprächen. Diese dürften allerdings sehr kontrovers ausfallen.

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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