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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wirtschaft > Illegales Kartell: 223 Millionen Euro Strafe für Delivery Hero
Wirtschaft

Illegales Kartell: 223 Millionen Euro Strafe für Delivery Hero

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 2. Juni 2025 15:48
Von Christin Freitag
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3 min. Lesezeit
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Wegen Kartellrechtsverstößen hat die EU-Kommission eine Strafe in Höhe von gut 223 Millionen Euro gegen das deutsche Lieferdienst-Unternehmen Delivery Hero verhängt. Konkret geht es um wettbewerbswidrige Absprachen, etwa über Preise und Strategien, teilte die EU-Kommission in Brüssel mit. Glovo mit Hauptsitz in Spanien verdient sein Geld ebenfalls in der Lieferdienst-Branche und muss knapp 106 Millionen Euro Strafe zahlen.

Inhaltsübersicht
EU-Kommissionsvize will fairen Arbeitsmarkt durchsetzen Absprachen liegen schon länger zurückDelivery Hero rechnete mit noch höherer Strafe

Neben Absprachen zu sensiblen Informationen wie Preisen haben Delivery Hero und Glovo den Angaben zufolge vereinbart, keine Arbeitnehmer voneinander abzuwerben und Märkte örtlich untereinander aufzuteilen. Die Absprachen haben laut EU-Kommission unter anderem per Mail und WhatsApp stattgefunden.

EU-Kommissionsvize will fairen Arbeitsmarkt durchsetzen 

Laut EU-Kommissionsvize Teresa Ribera ist es das erste Mal, dass die Kommission Geldbußen gegen Unternehmen wegen solcher Mitarbeiter-Absprachen verhängt. Dies trage zu einem fairen Arbeitsmarkt bei, auf dem sich Arbeitgeber nicht absprechen würden, um Chancen zu begrenzen.

Zu den konkreten Auswirkungen auf Verbraucher oder Wettbewerber in Deutschland äußerte sich die Kommission nicht. Ein Beamter der Behörde betonte aber, es sei Fakt, dass Delivery Hero zwischenzeitlich im deutschen Markt aktiv gewesen sei, während Glovo es nicht war.

Absprachen liegen schon länger zurück

Das Verfahren läuft bereits länger. Bereits im November 2023 hatte die Kommission unangekündigte Inspektionen bei Delivery Hero in Berlin und bei Glovo in Barcelona durchgeführt. Delivery Hero betont, das Unternehmen habe während der gesamten Untersuchung uneingeschränkt mit der Kommission kooperiert. 

Ab Juli 2018 habe Delivery Hero eine Minderheitsbeteiligung an Glovo gehalten und im Juli 2022 die alleinige Kontrolle über das Unternehmen übernommen. Nach Angaben der EU-Kommission fanden die Absprachen vor der Übernahme statt, die beiden Unternehmen bestreiten ihre Beteiligung an dem Kartell demnach nicht. 

Delivery Hero rechnete mit noch höherer Strafe

Vergangenes Jahr hatte Delivery Hero bekanntgegeben, dass wegen des Kartells eine Strafe von möglicherweise mehr als 400 Millionen Euro verhängt werden könnte. Bis dahin hatten die Berliner für den Konflikt nur 186 Millionen Euro zurückgelegt. 

Mit den insgesamt 329 Millionen Euro liege die Strafe rund 20 Prozent unter dem erwarteten Niveau, teilte Delivery Hero mit. Dies beruhe unter anderem darauf, dass die Kommission anerkannt habe, dass das beanstandete Verhalten über einige Zeiträume hinweg von geringerer Intensität gewesen sei. 

Delivery Hero und Glovo zählen zu den größten Lebensmittel-Lieferdiensten in Europa. Zudem können dort auch andere Produkte bestellt werden.

Mit Informationen von dpa und AFP

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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