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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wirtschaft > Kassenärztechef: Krankschreibung für ersten drei Tage abschaffen
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Kassenärztechef: Krankschreibung für ersten drei Tage abschaffen

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 25. Januar 2026 13:50
Von Christin Freitag
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3 min. Lesezeit
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Vertrauen statt Kontrolle: Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, spricht sich für die Abschaffung der ärztlichen Krankschreibungen in den ersten drei Tagen aus. „Wir plädieren dafür, diese Regelung ganz abzuschaffen – telefonisch, vor Ort oder digital“, sagte Gassen der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).

Inhaltsübersicht
Krankmeldung auf Vertrauensbasis oder mit BonussystemBayern waren 2025 seltener krankgeschriebenMeisten Krankschreibungen wegen Atemwegserkrankungen

Krankmeldung auf Vertrauensbasis oder mit Bonussystem

„Also niemand, der krank ist, muss sich dies in den ersten drei Tagen von einem Arzt bestätigen lassen“, so Gassen weiter. „Kein ärztliches Attest in den ersten drei Tagen wäre kein Freifahrtschein für Blaumacher“, betonte Gassen. Denn: Wer sich ein ärztliches Attest erschleichen wolle, schaffe das bereits jetzt, auch in der Arztpraxis.

Gassen kann sich vorstellen, dass die Arbeitgeber die Krankmeldungen entweder auf Vertrauensbasis handhaben könnten. Aber auch ein Bonus für diejenigen, die sich nicht krank meldeten sei denkbar. Andere Arbeitgeber führten womöglich einen unbezahlten Karenztag ein. „Da kann ein Arbeitnehmer einen Tag nicht zur Arbeit erscheinen ohne Gründe. Das gibt es in vielen Ländern.“

Dass Hausärzte und Kinderärzte an der telefonischen Krankschreibung festhalten wollen, hält Gassen in der aktuellen Situation für nachvollziehbar. „Bei den sogenannten Kinderkrankentagen ist es oft völlig absurd“, sagte der Kassenärzte-Chef. Das Kind werde krank zu Hause betreut, müsse gar nicht zum Arzt und die Eltern benötigten ein ärztliches Attest für den Arbeitgeber. „Auch hier sollte das ärztliche Attest in den ersten drei Tagen überall abgeschafft werden“, fordert Gassen.

Bayern waren 2025 seltener krankgeschrieben

Deutschlandweit haben Krankentage zuletzt für politische Debatten gesorgt. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte eine Abschaffung der telefonischen Krankschreibung ins Spiel gebracht. Je nach Krankenkasse variiert die Zahl der durchschnittlichen Krankschreibungen von 19 bis teils 22 Tagen und mehr pro Jahr. Aus Sicht der Kassen liegt dies aber vorrangig an Langzeitkrankmeldungen.

Für Bayern sind die Zahlen allerdings deutlich besser als im Bundesschnitt und auch etwas besser als 2024. Mit durchschnittlich 17,2 Tagen sind bayerische Arbeitnehmer gut zwei Tage weniger krankgeschrieben als der deutsche Durchschnitt, wie aus den Zahlen der Krankenkasse DAK-Gesundheit hervorgeht, die der dpa vorab vorliegen.

Die Durchschnitts-Krankentage liegen auch um minimale 0,2 Tage niedriger als vor einem Jahr. Im Gesundheitsvergleich der Bundesländer liegt Bayern damit – knapp hinter Baden-Württemberg – auf Platz zwei. 

Meisten Krankschreibungen wegen Atemwegserkrankungen

Die meisten Krankentage gingen dabei auf das Konto von Atemwegserkrankungen. Diese machten im Schnitt 3,3 Tage aus. Dicht dahinter folgen mit je 3,1 Tagen psychische Erkrankungen wie Depressionen oder Angststörungen und Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems wie Rückenschmerzen.

Vor allem die psychischen Erkrankungen nahmen mit 5,5 Prozent mehr Krankentagen zu. Atemwegserkrankungen waren dagegen für 2,1 Prozent weniger Ausfall verantwortlich. 

Auffällig beim Vergleich der Erkrankungsarten ist dabei die unterschiedliche Länge. Psychische Erkrankungen sorgten im Schnitt für gut 35 Ausfalltage, Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems für gut 14 Tage und Atemwegserkrankungen nur für gut fünf Tage. 

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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