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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wirtschaft > Kürzungen in der Psychotherapie: Folgen für Praxen und Patienten
Wirtschaft

Kürzungen in der Psychotherapie: Folgen für Praxen und Patienten

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 26. Mai 2026 10:51
Von Christin Freitag
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3 min. Lesezeit
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Lösungsansätze: Gruppentherapien und digitale Angebote

Der Verband der Ersatzkassen legte Lösungsvorschläge vor, wie etwa Gruppentherapien zu stärken und digitale Angebote stärker in die Regelversorgung aufzunehmen. Psychotherapeut Peter Wollschläger aus dem oberbayerischen Traunstein befürwortet den Ausbau der Gruppentherapie: „Gruppentherapie kann mehr Patienten versorgen und vielen Patienten tut dieses Setting der Gruppe einfach gut“, erklärt Wollschläger. Für ihn ist es eine Win-Win-Win-Situation: ein gutes Honorar für den Therapeuten, wenn auch gekürzt, geringere Kosten für die Kasse und mehr Plätze für Patienten. Aber: Gruppentherapie passe nicht für jeden.

Inhaltsübersicht
Lösungsansätze: Gruppentherapien und digitale AngeboteWissenschaftliche Forschung zu KI-gestützter TherapiePsychotherapie-Professor sieht KI nur als Ergänzung

Wissenschaftliche Forschung zu KI-gestützter Therapie

Digitale Gesundheitsanwendungen, wie Schlaf- oder Depressions-Apps, deren Kosten die Kassen übernehmen, sowie Online-Therapien gibt es bereits. Die Idee, in der Psychotherapie durch KI und digitale Hilfen Patienten und Therapeuten zu unterstützen, ist ein wachsender Markt.

Auch an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) wird dazu geforscht (externer Link). Am Lehrstuhl für klinische Psychologie und Psychotherapie wird etwa untersucht, wie sich Mimik und Körpersprache einsetzen lassen, um Psychotherapie noch effektiver zu machen.

Auch bei bipolaren Störungen setzt die Uni Erlangen an: Mit einer KI-gestützten Anwendung, die Daten aus Smartwatches, Schlafmuster und weitere Informationen kombiniert. „Wir entwickeln Algorithmen, die dann den Betroffenen Feedback geben, bevor eben eine neue Krise entsteht“, erklärt Andreas Weigert, Forscher für KI-gestützte Psychotherapie an der FAU. Das könnte auch Geld sparen: „Jeder vermiedene Klinikaufenthalt sind 15.000 Euro, die dem System anderweitig zugutekommen können“, so Weigert. Bei 22.000 Einweisungen im Jahr sei das Potenzial groß.

Psychotherapie-Professor sieht KI nur als Ergänzung

Der Leiter des Lehrstuhls für Klinische Psychologie und Psychotherapie an der FAU, Matthias Berking, sieht digitale Gesundheitsanwendungen und KI nur als Therapie-Ergänzung und -unterstützung. Sparen allein sei kein Selbstzweck: Ein Therapieprozess sei sehr strukturiert, mit aufeinander aufbauenden Bestandteilen. „Da sehen wir, wenn wir KI anschauen: Das kann sie einfach nicht.“ KI habe nicht den Blick auf das große Ganze und könne nicht strategisch Therapie planen, so Berking.

Christian Scherg hat nach seinem zweiten Reha-Aufenthalt einen Therapeuten gefunden. Seither ist er trocken geblieben und hat eine Selbsthilfegruppe gegründet. Die Sparmaßnahmen im Gesundheitssektor bereiten ihm allerdings Sorgen. „Das macht einfach Angst“, sagt er. Auf Kosten der psychischen Gesundheit zu sparen, findet er fatal.

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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