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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wirtschaft > Post streicht 8.000 Stellen: Wer ist in Bayern betroffen?
Wirtschaft

Post streicht 8.000 Stellen: Wer ist in Bayern betroffen?

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 6. März 2025 16:54
Von Christin Freitag
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4 min. Lesezeit
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In Bayern sorgen laut Verdi 20.000 Menschen dafür, dass Briefe und Pakete sortiert, transportiert und zugestellt werden. Die Post nannte keine Zahl. Was aber klar ist: Bundesweit will sie 8.000 Stellen abbauen, also rund vier Prozent ihrer Beschäftigten. Auf Bayern und die vielen Teilzeitkräfte heruntergerechnet dürften es im Freistaat bis zum Jahresende etwa 1.500 Stellen weniger sein, erklärt Verdi.

Inhaltsübersicht
Bis zu 1.500 Beschäftigte der Post in Bayern betroffenBriefgeschäft der Post läuft nichtPost-Grundversorgung noch zu leisten?Kunden bekommen Personalabbau bei der Post zu spürenPost-Tarifvertrag ist noch nicht sicher

Die Beschäftigungssituation bei der Deutschen Post könne dieses Problem aber fast von allein lösen. Denn die Fluktuation beim Personal ist traditionell hoch. Verdi kommt im Schnitt auf 40 Prozent Kräfte pro Jahr, die den Konzern verlassen und ersetzt werden müssen.

Bis zu 1.500 Beschäftigte der Post in Bayern betroffen

Das würde fast schon ausreichen, um den geplanten Abbau umzusetzen, so das Fazit der Gewerkschaft. Befristete Stellen könnten nicht verlängert, Beschäftigten in der Probezeit von sechs Monaten gekündigt werden. Die Post selbst schließt betriebsbedingte Kündigungen aus. Diese könnte sie im Moment ohnehin nicht aussprechen. Noch bis März 2027 gilt laut Tarifvertrag eine Beschäftigungssicherung.

Sie könnte Abfindungen anbieten oder einen früheren Ruhestand. Doch das kostet und würde die Bilanz zumindest vorübergehend wieder belasten. Zu den Details des Personalabbaus und die Auswirkungen auf das Geschäft in Bayern wollte der Konzern sich auf Nachfrage von BR24 nicht äußern.

Briefgeschäft der Post läuft nicht

Dass Menschen heutzutage über das Internet und immer seltener über Briefe miteinander kommunizieren, ist seit längerem ein Problem. Dazu kommt: Immer weniger Firmen werben per Post um Kunden. Auch das Paketaufkommen ist nach der Pandemie geringer geworden.

Was gut läuft, ist laut Post das Expressgeschäft. Doch das kann die Kosten im eigentlichen Stammgeschäft in Deutschland nicht auffangen. Der Umsatz stieg laut Bilanz zwar in diesem Bereich um 2,7 Prozent. Das Betriebsergebnis aber sackte um 5,6 Prozent ab.

Als Grund nennt die Post auch den Tarifabschluss von dieser Woche: zusätzlich fünf Prozent Gehalt verteilt auf zwei Jahre, dazu einen zusätzlich freien Tag im Jahr. Die Gewerkschaft hält das Argument für vorgeschoben. Die Post müsse in puncto Einkommen und Arbeitsbedingungen attraktiv sein, um überhaupt genügend Mitarbeitende zu finden. Verdi nennt eine zu geringe Portoerhöhung und eine verfehlte Regulierungspolitik als Gründe für die Finanzprobleme.

Post-Grundversorgung noch zu leisten?

Das Grundgesetz garantiert unter anderem, dass jedem – unabhängig vom Wohnort – die Post zugestellt wird. Die Deutsche Post ist für diese Grundversorgung zuständig, im Gegenzug muss sie in dem Bereich keine Mehrwertsteuer zahlen. Doch das gilt seit neustem auch für Wettbewerber, die ihre Dienste in nur einer Region anbieten und darüber hinaus ihre Sendungen bei der Post einspeisen – ein Problem für den Branchenprimus und zwar ein kostspieliges. Verdi fordert von der Bundesregierung, hier einzugreifen und gegen den Preisunterbietungswettbewerb und prekäre Arbeitsbedingungen vorzugehen.

Kunden bekommen Personalabbau bei der Post zu spüren

Die Grundversorgung mit vier Prozent weniger Personal zu garantieren, funktioniere nur, wenn dem Rest der Beschäftigten mehr zugemutet werde, kritisiert David Merck, bei Verdi Bayern zuständig für die Postdienste. Arbeitsverdichtung für die Beschäftigten, das heiße: Weniger Personal, um die gleiche Arbeitsmenge zu machen. Die Angestellten der Post bräuchten jedoch dringend mehr Personal, so Merck: Mehr Ent- und nicht Belastung.

Am Ende dürften das die Kunden zu spüren bekommen wie schon 2022, als es ein ähnliches Sparprogramm gab. Es häuften sich die Beschwerden von Postkundinnen und -kunden.

Post-Tarifvertrag ist noch nicht sicher

Auch wenn sich Post und Gewerkschaft am Dienstag auf einen neuen Tarifvertrag verständigt haben, ist dieser noch nicht in trockenen Tüchern. Verdi befragt derzeit die Mitglieder, ob sie dem Ergebnis zustimmen. Am 31. März will die Konzerntarifkommission entscheiden, ob sie endgültig ihr Plazet gibt. Wenn nicht, drohen neue Warnstreiks.

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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