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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wirtschaft > Rentenreform: Was junge Menschen jetzt erwartet
Wirtschaft

Rentenreform: Was junge Menschen jetzt erwartet

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 29. Juni 2026 08:48
Von Christin Freitag
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5 min. Lesezeit
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Für die jungen Menschen werde sich kurzfristig wahrscheinlich nicht so viel ändern, sagt Emilie Antonia Höslinger, Volkswirtin und Rentenexpertin am Ifo-Institut. Ihrer Ansicht nach sind die Reformvorschläge geeignet, das Rentenniveau mittelfristig zu stabilisieren. Dadurch könnten sich die heutigen und zukünftigen Rentner weiter darauf verlassen, dass ihre Rente stabil bleibe. „Allerdings passiert das auf Kosten der derzeitigen und zukünftigen Beitragszahler. Und das ist problematisch, gerade für die junge Generation“, sagt Höslinger.

Inhaltsübersicht
Das Grundproblem bleibt – der demografische WandelDie Kapitalrente: Es hängt von der Rendite abDie Jungen müssen länger arbeitenWas hat es mit diesem Nachhaltigkeitsfaktor auf sich?

Das Grundproblem bleibt – der demografische Wandel

Denn das Grundproblem des Rentensystems – zu viele Rentner auf zu wenig Einzahler – bleibe bestehen, so Höslinger. Daran könnten auch Reformvorschläge nichts ändern. Es sei immer noch so, „dass die junge Generation den größten Anteil der Kosten des demografischen Wandels tragen wird, auch mit Reformvorschlägen.“ Aber was steckt nun drin für die Jungen?

Die Kapitalrente: Es hängt von der Rendite ab

Damit die staatliche Rente nicht der einzige Baustein ist, schlägt die Kommission eine verpflichtende Kapitalrente nach schwedischem Vorbild vor, als zusätzliche Säule der Altersvorsorge. Der Plan: Zusätzlich zum herkömmlichen Rentenbeitrag sollen verpflichtend weitere zwei Prozent des Brutto-Einkommens am Finanzmarkt angelegt werden. Dafür zahlt sowohl der Arbeitgeber ein Prozent ein, als auch der Arbeitnehmer.

Dadurch steigen zwar zunächst die Rentenbeiträge, sie „bekommen dafür aber später auch höhere Ansprüche“, so Professor Joachim Ragnitz vom Ifo-Institut auf BR24-Anfrage. Bedeutet: Da die Jüngeren noch länger in dieses System einzahlen werden, sind auch die zu erwartenden Renditen am Kapitalmarkt höher.

Diese Erwartung findet sich auch im Bericht der Rentenkommission wieder (externer Link). Hier rechnet man ab 2040 mit einer steigenden Rente. „Grund ist allein der unterstellte Anteil aus dem kapitalgedeckten Zweig der Rente. Wie hoch die stabilisierende Wirkung auf das Rentenniveau ausfällt, ist dann abhängig von der Rendite, die damit erzielt wird“, sagt Ragnitz. Wermutstropfen: Falls die Rendite niedriger ausfällt als erwartet, könne die Kapitalrente auch geringer ausfallen als im Bericht errechnet, so Ragnitz. Junge Menschen sollten sich also nicht auf eine steigende Rente verlassen.

Die Jungen müssen länger arbeiten

Nach dem Plan der Kommission soll an das Alter, mit dem man in Rente gehen kann, die Lebenserwartung gekoppelt werden. Bei verlängerter Rentenbezugszeit müsse man „einen Ausgleich schaffen, also die Renteneintrittsalter erhöhen“, sagt Ragnitz. Die diesbezüglichen Vorschläge der Kommission seien „tendenziell maßvoll“.

Für alle, die gesundheitlich eingeschränkt sind, sollen laut Kommission „die verbesserten Möglichkeiten der Erwerbsminderungsrente“ greifen. Gleichzeitig müsse sich umorientieren, wer seinen Beruf mit steigendem Alter nicht mehr ausüben kann.

Der Plan würde bedeuten, dass die Regelaltersgrenze zwischen 2031 und 2041 schrittweise um etwa sechs Monate von 67 auf 67,5 Jahre angehoben würde. Für die Jahrgänge bis in die 1970er würde das bedeuten, dass sie mit 67,5 Jahren in Rente gehen. Falls das Renteneintrittsalter dann weiter alle zehn Jahre um je sechs Monate angehoben würde, stiege das Rentenalter für die Jahrgänge der 1980er und 1990er Jahre schrittweise auf knapp 69 Jahre und für die Jüngsten ab den 2000er-Jahren auf etwa 70 Jahre.

Was hat es mit diesem Nachhaltigkeitsfaktor auf sich?

Hinter dem sogenannten Nachhaltigkeitsfaktor verbirgt sich ein Recheninstrument, das für mehr Ausgleich sorgt. Denn mit ihm wird nicht mehr so stark auf die Bedürfnisse der Rentner geschaut, sondern auch mehr Rücksicht auf die Möglichkeiten der Beitragszahler genommen.

Für die jüngere Generation ist das eine gute Nachricht. Denn bislang mussten sie wohl oder übel höhere Beiträge zahlen, sobald das Rentenniveau stieg. Mit dem Nachhaltigkeitsfaktor dürfen die Renten nur noch so steigen, dass der Beitragssatz nicht außerplanmäßig erhöht werden muss.

Und, gut für junge Menschen: Wenn die Zahl der Beitragszahler irgendwann wieder stärker steigt als die Zahl der Bezieher, dann werden auch die Renten wieder entsprechend angehoben.

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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