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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wirtschaft > Sanierung: Agrarkonzern BayWa will 1.300 Stellen abbauen
Wirtschaft

Sanierung: Agrarkonzern BayWa will 1.300 Stellen abbauen

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 4. Dezember 2024 12:50
Von Christin Freitag
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3 min. Lesezeit
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Der hochverschuldete Agrar- und Baustoff Konzern BayWa will in den kommenden drei Jahren jede sechste Stelle in Deutschland streichen. Das wird eine der zentralen Sanierungsmaßnahmen, wie die BayWa AG mitgeteilt hat, nachdem die Unternehmensberatung Roland Berger ihr Sanierungsgutachten vorgelegt hat. Konkret geht es um 1.300 von den rund 8.000 Jobs in Deutschland.

Inhaltsübersicht
Stellenabbau: Vor allem Verwaltung der BayWa in München soll „verschlankt“ werdenVerkauf von Auslandstöchtern der BayWaKonzentration auf das Kerngeschäft der BayWa und AktienemissionWas die BayWa Sanierung für die Aktionäre bedeutet

Stellenabbau: Vor allem Verwaltung der BayWa in München soll „verschlankt“ werden

Besonders betroffen wird demnach die Firmenzentrale in München sein. 40 Prozent des Jobabbaus entfalle auf Verwaltungsfunktionen, heißt es. Von den rund 400 Standorten in der Fläche sollen lediglich 26 aufgegeben werden, da sie unrentabel seien. „Die Gespräche mit dem Gesamtbetriebsrat zu den geplanten Personalmaßnahmen haben begonnen, eine Einigung wird bis Ende März 2025 angestrebt.“

Verkauf von Auslandstöchtern der BayWa

Der für die Sanierung der BayWa zuständige Manager Michael Baur betont aber auch, dass es nicht nur im Inland zu Veränderungen kommen werde. Im Ausland werde man sich zusätzlich von „wesentlichen“ Beteiligungen trennen. Immerhin arbeiten derzeit rund 17.000 Beschäftigte auch in ausländischen Gesellschaften für die BayWa – insgesamt sind es also 25.000 Beschäftigte im Konzern.

Durch den Verkauf dieser Geschäftszweige erhofft sich Baur Geld für die Tilgung von Schulden und mehr Mittel für das Kerngeschäft in Deutschland. Der BayWa AG gehört im Ausland unter anderem der neuseeländische Obsthändler T&G Global und der Soja- und Getreidehändler Cefetra aus den Niederlanden. Auch die Wind- und Solarprojekttochter BayWa r.e. ist vor allem im Ausland tätig.

Konzentration auf das Kerngeschäft der BayWa und Aktienemission

Im Jahr 2027 werde die BayWa sich dann auf vier Kerngeschäftsbereiche konzentrieren, so Baur: Agrar, Baustoffe, Energie und Technik. Neben der „Verschlankung der Verwaltungsfunktionen“ soll dafür auch die IT auf einen neuen Stand gebracht werden.

Die BayWa braucht aber auch mehr Geld, um ihre Schulden zu tilgen. Dabei soll eine Kapitalerhöhung helfen, so Baur. Um die Eigenkapitalbasis zu stärken, sollen neue Aktien ausgegeben werden. Die daraus resultierenden Emissionserlöse würden nicht nur helfen, die Schulden zu reduzieren, sondern auch die Belastungen durch die darauf fälligen Zinsen zu reduzieren.

Was die BayWa Sanierung für die Aktionäre bedeutet

Für die Aktionäre bedeutet das alles für die kommenden Jahre vor allem, dass sie auf Dividenden verzichten müssen – nachdem schon der Aktienkurs um rund 70 Prozent gefallen war. Aber immerhin lässt sich dadurch möglicherweise eine Insolvenz abwenden, die auch schon im Raum stand.

Unter der Leitung des langjährigen Vorstandschefs Klaus Josef Lutz war die BayWa zu einem weltweiten Konzern gewachsen, hatte durch Zukäufe und Investitionen in die BayWa r.e. Schulden in Höhe von mehr als fünf Milliarden Euro angehäuft. Nach Lutz‘ Abschied war sie diesen Sommer in einen finanziellen Engpass geraten, nachdem die Zinsen stiegen und das Kerngeschäft lahmte.

Mit Informationen von dpa und Reuters

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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