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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wirtschaft > Marsalek finanzierte mutmaßliche Spione mit Wirecard-Geldern
Wirtschaft

Marsalek finanzierte mutmaßliche Spione mit Wirecard-Geldern

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 4. Dezember 2024 14:49
Von Christin Freitag
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6 min. Lesezeit
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Seit der vergangenen Woche stehen in London zwei Bulgarinnen und ein Bulgare vor Gericht. Die Anklage wirft ihnen vor, für Russland spioniert zu haben. Zwischen 2020 und 2023 soll die Gruppe für russische Geheimdienste Dokumente und Informationen gesammelt und weitergegeben haben.

Inhaltsübersicht
Spionageprozess: Die drei Angeklagten bestreiten VorwürfeMarsalek soll russischen Agentenring gesteuert habenWirecard-Gelder für Firmen von mutmaßlichen SpionenFranzösische Bank stoppt eine ÜberweisungAgentenring zog auch Kidnapping und Ermordungen in Erwägung

Spionageprozess: Die drei Angeklagten bestreiten Vorwürfe

Die von Großbritannien aus operierende Gruppe nutzte dabei nach Überzeugung der Ermittler ausgefeilte Technik, gefälschte Reisepässe und diskutierte sogar über Kidnapping und Ermordung von beschatteten Personen.

Die drei Angeklagten bestreiten in dem spektakulären Spionageprozess bisher die gegen sie erhobenen Vorwürfe. Zwei weitere Mitglieder der mutmaßlichen Spionage-Zelle, Orlin R. und Biser D., haben schon vor Prozessbeginn im Rahmen mehrerer Anhörungen ihre Spionage-Tätigkeit gestanden. Auch sie sind bulgarische Staatsbürger. Orlin R. gilt in diesem Komplex als Schlüsselfigur. Seit einer groß angelegten Durchsuchung im vergangenen Jahr sitzen die Männer und Frauen im Gefängnis.

Marsalek soll russischen Agentenring gesteuert haben

Nach Überzeugung britischer Behörden soll ein russischer Agent namens „Rupert Ticz“ über mehrere Jahre die mutmaßlichen Spione angeleitet haben, unter anderem über den Messenger-Dienst Telegram. Die Ermittler sind sich sicher, dass sich hinter „Ticz“ der frühere Wirecard-Vorstand Jan Marsalek verbirgt.

Unbestritten ist, dass sich Marsalek und der IT-Experte Orlin R. schon viele Jahre kennen. 2015 etwa standen die beiden in Kontakt. In E-Mails, die dem BR vorliegen, ging es zum Beispiel um robuste und abhörsichere Mobiltelefone. Die neuen Recherchen werfen nun vor allem eine Frage auf: Hat sich Marsalek mit den jetzt im Fokus stehenden mutmaßlichen Agenten nicht nur über IT-Fragen ausgetauscht, sondern darüber hinaus die Gruppe parallel zu seiner Tätigkeit bei Wirecard mithilfe von Geldern des Aschheimer Zahlungsdienstleisters finanziert und aufgebaut? Interne Wirecard-Dokumente und E-Mails, die BR Recherche ausgewertet hat, legen diesen Schluss nahe.

Wirecard-Gelder für Firmen von mutmaßlichen Spionen

Am Morgen des 12. November 2019 leitet eine Assistentin von Jan Marsalek per E-Mail zwei Rechnungen an die zuständige Abteilung bei Wirecard weiter. Ausgestellt haben die Rechnungen in Großbritannien registrierte Firmen: die FTTH Technologies LTD und die B.I. Business Investment LTD. Die FTTH Technologies, eine Ein-Personen-Firma, die zeitweise an Orlin R.s Privat-Anschrift registriert war, berechnet für die Installation und Konfiguration von Software sowie die Lieferung von Servern der Wirecard AG knapp 30.000 Euro.

B.I. Business fordert 4.800 Euro für „Open Source Data Intelligence“. Zusätzlich kassiert die Firma wenig später 90.000 Euro für Beratungs-Leistungen. Biser D. ist dem britischen Unternehmensregister zufolge als Direktor eingetragen. Weitere Beschäftigte hat auch B.I. Business nicht.

Bereits Anfang Juli 2019 landet im Postfach von Marsaleks Assistentin die Rechnung einer ebenfalls britischen Firma namens A-Trading Limited Co. Der Rechnungsbetrag beläuft sich auf über 18.000 britische Pfund. Auch hier geht es um IT-Services. In einem internen Erfassungsbogen der Wirecard AG ist bei der erbrachten Leistung „Verschiedenes“ angekreuzt. Marsalek mischt sich persönlich ein und macht bei der zuständigen Buchhaltungs-Abteilung mit einer E-Mail Druck. In der Betreffzeile steht: „Sofortige Bezahlung“. Auch bei A-Trading lässt sich eine Beziehung zu Orlin R. herstellen: Als Firmendirektor ist der bulgarische Staatsbürger „Aleksey Ivanov“ eingetragen. Angeblich hat Orlin R. diesen Namen wiederholt als Pseudonym verwendet.

Bei Wirecard gehen die Überweisungen an die genannten Firmen intern problemlos durch, obwohl mehrere Bankmitarbeiter und Controller damit befasst waren. Das zeigen Unterlagen, die BR Recherche vorliegen. Dass die Firmen ansonsten mit Wirecard offenbar in keinerlei Geschäftsbeziehung stehen, ist nicht relevant. Es scheint zu reichen, dass Jan Marsalek die Überweisungen absegnet.

Französische Bank stoppt eine Überweisung

Orlin R. hatte in Großbritannien weitere Firmen registriert, darunter die zwischenzeitlich aufgelöste Newgentech LTD. Im Handelsregister von Hongkong hat Orlin R. eine Firma mit ähnlichem Namen verzeichnen lassen – die NewGen Technologies Limited HK. Und: Das Unternehmen fordert von Wirecard ebenfalls Geld.

Am 1. Oktober 2019 trudelt in Aschheim eine Rechnung aus Hongkong ein. 90.000 Euro verlangt die NewGen unter anderem für die Installation und Konfiguration von Software sowie die Lieferung von Mobilfunk- und Vernetzungstechnik. Erstaunlicherweise soll Wirecard den fälligen Betrag auf das Konto einer Bank in Beirut überweisen. Dort kommt das Geld aber nicht an, da eine an der Überweisung beteiligte französische Bank den Transfer aus Compliance-Gründen ablehnt, wie sie schriftlich mitteilt. Der Anwalt von Orlin R. will sich zu diesen Sachverhalten auf eine Anfrage von BR Recherche nicht äußern, ebenso wenig Marsaleks Anwalt.

Agentenring zog auch Kidnapping und Ermordungen in Erwägung

Jan Marsalek hat sich unmittelbar nach dem Zusammenbruch von Wirecard am 19. Juni 2020 mit einem Kleinflugzeug von einem Flughafen nahe Wien in Richtung Minsk abgesetzt. Mittlerweile wird er in Russland vermutet. Sein genauer Aufenthaltsort ist unbekannt. Nach Ansicht britischer Behörden handelten die bulgarischen Staatsbürger über Jahre auf seine Anweisung.

Sie sollen unter anderem die „Patch Barracks“, den Standort der US-Truppen in Stuttgart, ausspioniert haben. Außerdem sollen Marsalek und die Gruppe darüber diskutiert haben, zwei Investigativjournalisten zu kidnappen oder zu ermorden.

Wie lange der Prozess in London gegen die Gruppe dauern wird, ist unklar. Vergangene Woche hat er mit der Verlesung der Anklageschrift Fahrt aufgenommen. Weil das Gericht eine Berichtssperre verhängt hatte, durften Medien erst dann über die schon deutlich früher abgelegten Geständnisse von Orlin R. und Biser D. berichten.

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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