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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wirtschaft > Siemens streicht 6.000 Jobs – Bayern wohl stark betroffen
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Siemens streicht 6.000 Jobs – Bayern wohl stark betroffen

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 18. März 2025 15:53
Von Christin Freitag
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4 min. Lesezeit
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Der Industriekonzern Siemens will in den Sparten Automatisierung und Ladelösungen für Elektrofahrzeuge mehr als 6.000 Stellen weltweit streichen. In Deutschland sind 2.850 Arbeitsplätze betroffen, wie Siemens am Dienstag mitteilte.

Inhaltsübersicht
Umsatzrückgang im AutomatisierungsgeschäftBayern könnte besonders betroffen seinArbeitnehmerseite: „Haben kein Verständnis“Betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen

Konzernchef Roland Busch hatte bereits im Herbst einen Stellenabbau im niedrigen bis mittleren vierstelligen Bereich angekündigt, nun gibt es konkrete Zahlen. 5.600 Stellen – 2.600 davon in Deutschland – sollen bis Ende September 2027 im zur Sparte Digital Industries (DI) gehörenden Automatisierungsgeschäft wegfallen. Es leidet seit einiger Zeit unter anderem an hohen Lagerbeständen bei Kunden und Händlern, was zu schwacher Nachfrage und schlechter Auslastung der Kapazitäten führt. Der Abbau soll in Deutschland ohne betriebsbedingte Kündigungen ablaufen.

Weitere 450 Stellen sollen bis Ende September des laufenden Jahres im Geschäft mit Ladelösungen für Elektrofahrzeuge wegfallen, das Siemens ausgliedern will – 250 davon in Deutschland.

Umsatzrückgang im Automatisierungsgeschäft

Im Automatisierungsgeschäft war der Umsatz deutlich abgesackt. Zuletzt ging der Konzern aber von einer Verbesserung im laufenden Jahr aus. Insgesamt laufen die Geschäfte bei Siemens gut: Im ersten Quartal machte der Konzern einen Gewinn von 2,1 Milliarden Euro.

Veränderte Bedingungen in zentralen Märkten machten Anpassungen notwendig, hieß es von Siemens. „Insbesondere der deutsche Markt ist seit zwei Jahren rückläufig. Daher müssen Kapazitäten in Deutschland angepasst werden.“ Insgesamt werde der Personalbestand in Deutschland aber „in der Tendenz konstant“ bleiben, da Siemens in anderen, wachsenden Bereichen rekrutiere.

Bayern könnte besonders betroffen sein

Nähere Informationen dazu, wo in Deutschland die Stellen abgebaut werden sollen, gibt es noch nicht. Es liegt aber nahe, dass Bayern besonders betroffen sein dürfte, da die meisten Werke der Digital Industries (DI) dort angesiedelt sind.

Sicher betroffen ist die Region Nürnberg-Fürth-Erlangen. Und zwar „an mehreren Standorten“, wie ein Siemens-Sprecher dem Bayerischen Rundfunk bestätigte. Konkrete Zahlen und Standorte nannte er nicht. Nach BR-Informationen dürfte unter anderem der Siemens-Standort in Fürth betroffen sein.

Arbeitnehmerseite: „Haben kein Verständnis“

Von der Arbeitnehmerseite kam Kritik. „Wir haben kein Verständnis für die geplanten Maßnahmen bei der DI und sind angesichts der massiven geplanten Abbauzahl überrascht und verärgert“, sagte die Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats und stellvertretende Vorsitzende des Aufsichtsrates, Birgit Steinborn.

„Wenn die One Tech Company ein Wachstumsprogramm sein soll, dann fordern wir, dass Arbeitsplätze nachhaltig geschaffen statt zugunsten der Profitmarge abgebaut werden“, sagte sie. Unter diesem Titel hat Siemens vergangenes Jahr ein Programm angekündigt, mit dem unter anderem Einheiten stärker zusammengebracht werden sollen.

Betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen

Auch der Zweite Vorsitzende der IG Metall, Jürgen Kerner, der ebenfalls im Siemens-Aufsichtsrat sitzt, kritisierte die Pläne. „Auf der einen Seite das zukunftsorientierte Zielbild einer One Tech Company zu entwerfen, und auf der anderen Tausende Stellen abzubauen, ist den Beschäftigten nicht vermittelbar“, sagte er.

Betriebsbedingte Kündigungen seien durch die Standort- und Beschäftigungssicherung ausgeschlossen, sagte Kerner. „Die Frage ist vielmehr, wie man die grundlegend veränderte Unternehmensstruktur der Zukunft durch eine radikale Schrumpfkur erreichen will. Das kann aus unserer Sicht nicht klappen.“

Mit Informationen von dpa

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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