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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wirtschaft > Steigende Pkw-Dichte – Man fährt gerne selbst
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Steigende Pkw-Dichte – Man fährt gerne selbst

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 27. August 2025 09:48
Von Christin Freitag
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4 min. Lesezeit
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Die Autoflotte auf deutschen Straßen wird unaufhörlich größer. Nach aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes kommen auf 1.000 Einwohnerinnen und Einwohner mittlerweile 590 Fahrzeuge. Diese sogenannte Pkw-Dichte steigt seit 17 Jahren. Stefan Bratzel ist Gründer und Direktor des Center of Automotive Management (CAM) in Bergisch Gladbach. Der Trend hat ihm zufolge mehrere Gründe.

Inhaltsübersicht
Frauen kaufen (etwas) mehr AutosCarsharing funktioniert nur in den StädtenBahn-Verspätungen treiben Autoquote anAutos sind teurer – bremst das die Kauflust?

Frauen kaufen (etwas) mehr Autos

Auto-Besitz ist immer noch meistens Männersache. Zahlen von 2024 ergeben ein Verhältnis von 62 zu 38 im Vergleich von Männern und Frauen. Dieses Verhältnis ändert sich auch nur sehr langsam – aber es ändert sich. Professor Bratzel verweist auf eine Statistik des Autoverbandes VDA (externer Link), wonach das Männer-Frauen-Verhältnis 2010 noch bei 65 zu 35 lag. Unterm Strich besitzen damit inzwischen rund drei Millionen mehr Frauen ein Auto. Für Bratzel ist das auch einer der Hauptfaktoren für den Anstieg der Autodichte.

Carsharing funktioniert nur in den Städten

Die aktuelle Bundes-Statistik zeigt auch: Während insgesamt die Pkw-Dichte steigt, nimmt sie in den Städten ab. Dort sind die meisten Orte mit dem öffentlichen Nahverkehr leicht erreichbar. Auch das Fahrrad – insbesondere E-Bike – wird stark genutzt. Zudem greifen die Menschen in den Städten auf Carsharing-Modelle zurück und verzichten dafür auf ein eigenes Auto.

Laut Umweltbundesamt ersetzt jedes Carsharing-Gefährt vier bis zehn private Autos (externer Link). Und die Carsharing-Flotte hat sich in den letzten fünf Jahren von 23.000 auf über 45.000 fast verdoppelt. Allerdings wird das Carsharing laut dem Autoexperten Bratzel eben hauptsächlich in den Städten genutzt. Auf dem Land gilt das eigene Auto dagegen überwiegend als alternativlos. Carsharing wirkt sich also auf die Kfz-Dichte nur begrenzt aus.

Bahn-Verspätungen treiben Autoquote an

Viele Menschen wenden sich vom Zug als Verkehrsmittel ab. Das liegt schlicht an der Unzuverlässigkeit. Im Juli etwa gab es erneut einen traurigen Negativ-Rekord: Nur 56 Prozent aller Fernzüge erreichten das Ziel pünktlich. Auch im Nahverkehr kann man sich nicht darauf verlassen, dass etwa S-Bahnen zur angegebenen Uhrzeit kommen. Das treibt gerade Pendler laut dem Autoexperten Bratzel dazu, auf das Auto zu setzen. Zumal es sich viele Menschen gerade auch leisten können.

Autos sind teurer – bremst das die Kauflust?

Wirtschaftskrise hin, Konjunkturflaute her – die Einkommen sind hierzulande in den letzten zehn Jahren kontinuierlich gestiegen. Nur 2020 gab es bedingt durch Corona eine Ausnahme. Allerdings haben auf der anderen Seite auch die Preise für Autos zugelegt – und zwar deutlich schneller, wie eine Studie der Unternehmensberatung OliverWyman (externer Link) ergibt. Demnach stehen Einkommenserhöhungen von durchschnittlich 20 Prozent höheren Autopreisen von 40 Prozent gegenüber. Die Untersuchung vergleicht das Jahr 2019 mit 2024.

Der Großteil der Preiserhöhung ist auf die relativ teuren E-Autos zurückzuführen. Hier allerdings amortisieren sich die hohen Anschaffungspreise nach ein paar Jahren durch die geringeren Verbrauchskosten. Wer also langfristig rechnet, wird sich aus Kostengründen eher nicht vom Kauf eines neuen E-Autos abhalten lassen. In diese Richtung weisen auch aktuelle Zahlen: Im ersten Halbjahr hat das Kraftfahrtbundesamt gerade einen Rekord bei den Neuzulassungen registriert.

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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