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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wirtschaft > Studie: Trotz Wirtschaftsflaute weiter Fachkräftemangel
Wirtschaft

Studie: Trotz Wirtschaftsflaute weiter Fachkräftemangel

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 20. Dezember 2024 08:51
Von Christin Freitag
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4 min. Lesezeit
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Inhaltsübersicht
DIHK beklagt weiterhin ArbeitskräftemangelAlle Branchen sind betroffenIdeen für mehr Arbeitskräfte

Die Zahl der Arbeitslosen ist in diesem Jahr gestiegen, auf zuletzt knapp 2,8 Millionen. Zahlreiche Firmen entlassen Tausende Mitarbeiter. Andere Unternehmen halten sich mit Neueinstellungen zurück. Die Bundesagentur für Arbeit schätzt, dass die Arbeitslosenzahl Anfang kommenden Jahres erstmals seit zehn Jahren wieder die Marke von drei Millionen überschreiten könnte.

Angesichts solcher Meldungen kommentierte BR24-User „Eri22“ kürzlich: „Jeden Tag Meldungen über Stellenabbau und Betriebsschließungen. Und das geht so weiter, zumindest noch ein Jahr. Und die Ampel schwafelt immer noch von Fachkräftemangel.“ Ähnlich ein User vor zwei Wochen, der mittlerweile nicht mehr aktiv ist: „Soviel Stellen, wie da derzeit überall abgebaut werden sollen, da wird sich der Facharbeitermangel bald erledigt haben.“

Die User haben zum Teil recht: Die Betriebe suchen jetzt schon weniger Fachkräfte, aber die Lage ist nach wie vor angespannt, wie eine aktuelle Umfrage zeigt.

DIHK beklagt weiterhin Arbeitskräftemangel

Laut einer Studie der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) bleibt der Fachkräftemangel bestehen. Wie aus ihrem am Donnerstag vorgestellten Fachkräftereport hervorgeht (externer Link), kann jedes zweite Unternehmen (50 Prozent) derzeit offene Stellen zumindest teilweise nicht besetzen, weil es keine passenden Arbeitskräfte findet. Das seien drei Prozentpunkte weniger als vor einem Jahr und fast genauso viele wie vor zwei Jahren (51 Prozent).

Übrigens werden nicht nur Fachkräfte mit zum Beispiel einer dualen Ausbildung gesucht. 35 Prozent der Unternehmen mit Stellenbesetzungsproblemen suchten erfolglos Personal ohne abgeschlossene Berufsausbildung.

Andererseits ist der Anteil der Unternehmen gestiegen, denen die Stellenbesetzung problemlos gelingt – von 11 auf 14 Prozent, wie die Studie zeigt. Dies sieht man bei der DIHK als Hinweis darauf, dass es für einige Unternehmen vor dem Hintergrund der rückläufigen Personalnachfrage in der Wirtschaft etwas einfacher wird, Fach- und Arbeitskräfte einzustellen. Doch insgesamt zieht die Kammer das Fazit, dass die Stellenbesetzungsprobleme nahezu unverändert auf hohem Niveau bleiben.

Alle Branchen sind betroffen

Besonders schwierig ist die Lage in der Bauwirtschaft. Obwohl hierzulande wenig gebaut wird, haben 53 Prozent der Betriebe Schwierigkeiten bei der Besetzung von Stellen. Im Tiefbau sind es sogar 61 Prozent. Bei den Dienstleistern waren es 43 Prozent.

In der Industrie spüren insbesondere der Maschinenbau (49 Prozent), Hersteller elektrischer Ausrüstungen (49 Prozent) sowie Produzenten von Datenverarbeitungsgeräten, elektrischen und optischen Erzeugnissen (41 Prozent) den Personalengpass. Der Kräftemangel führt zu einer höheren Belastung der vorhandenen Beschäftigten und zu steigenden Arbeitskosten.

Die Folge: Firmen müssen Angebote einschränken oder gar Aufträge ablehnen. Betriebe werden aufgegeben oder Produktion ins Ausland verlagert, warnt die DIHK.

Ideen für mehr Arbeitskräfte

Die Kammer schlägt eine ganze Reihe von Maßnahmen vor, wie man den Mangel aufheben könnte: Dazu gehören unter anderem die Intensivierung der Aus- und Weiterbildung, mehr Beschäftigung von Frauen und Älteren, die Integration von Arbeitslosen und Menschen mit Behinderung, innovative und flexible Arbeitszeitmodelle oder Produktivitätssteigerungen und Automatisierung.

Auch die Zuwanderung aus dem Ausland gehöre dazu. Daneben fordert die Wirtschaft seit längerem einen Abbau der Bürokratie, um die vorhandenen Arbeitskräfte für andere Arbeiten einsetzen zu können.

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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