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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wirtschaft > Ungleiche Partner – Rüstungsriesen und Start-ups als Teams
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Ungleiche Partner – Rüstungsriesen und Start-ups als Teams

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 1. September 2025 09:49
Von Christin Freitag
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5 min. Lesezeit
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Während in vielen Industriebetrieben momentan noch Werksferien sind, herrscht bei Renk Hochbetrieb. Die Fabrik im Augsburger Süden ist voll ausgelastet. Renk baut und wartet Getriebe, vor allem für Militärfahrzeuge wie Panzer. Das Unternehmen beliefert Kunden in der gesamten westlichen Welt und kann sich vor Aufträgen kaum retten.

Inhaltsübersicht
Autonomer Panzer geplantRüstungskonzerne wollen mehr TempoDrohnen und Flugzeuge gemeinsam in der „Combat Cloud“Sprengköpfe für Drohnen

Trotzdem hat Vorstandschef Alexander Sagel dem Konzern einen der größten Umbrüche der Firmengeschichte verordnet. Der Traditionsbetrieb soll schneller werden und fit für das digitale Zeitalter. Dafür hat man sich einen Partner gesucht. Arx Robotics, ein wenige Jahre altes Start-up aus München, das sich auf unbemannte Fahrzeuge spezialisiert hat, die sich selbst steuern. Ein Zukunftsmarkt, sagt Renk-Chef Sagel, den man nun gemeinsam mit Arx angehen wolle.

Autonomer Panzer geplant

So wolle man von Arx Robotics, das von ehemaligen Bundeswehroffizieren gegründet wurde, lernen, wie man in der digitalen Welt schneller wird – sowohl als Unternehmen als auch bei den Produkten. Umgekehrt bringt Renk sein Wissen und seine lange Erfahrung rund um die Konstruktion und die Serienproduktion von militärischen Getrieben ein.

Gemeinsam wollen beide in naher Zukunft ein autonomes Panzerfahrzeug entwickeln, das etwa elf Tonnen auf die Waage bringt – deutlich weniger als ein heutiger Leopard 2, aber wesentlich mehr als die autonomen Mini-Panzer, die Arx Robotics heute unter anderem für die Ukraine baut. Nicht zuletzt will Renk mit seinem Vertriebsnetzwerk dem deutlich kleineren Partner helfen, seine Fahrzeuge international zu vermarkten, etwa in den USA.

Rüstungskonzerne wollen mehr Tempo

Wenn neue Panzer, Hubschrauber oder Raketen für das Militär entwickelt werden, dann dauert das in der Regel Jahre oder Jahrzehnte. Traditionelle Rüstungskonzerne hatten sich entsprechend darauf eingerichtet, in solchen Zeiträumen zu denken und zu planen. Doch der russische Angriffskrieg in der Ukraine hat gezeigt, dass die Entwicklung von neuartigem Militärgerät inzwischen sehr viel schneller laufen muss, will ein Hersteller wettbewerbsfähig bleiben.

Deswegen holen sich die angestammten Großunternehmen nun fast im Monatstakt deutlich kleinere Start-ups als Partner an Bord. So auch Airbus. Der Luftfahrtriese mit zehntausenden Beschäftigten und Milliardenumsätzen arbeitet mit Quantum Systems aus Gilching zusammen – eine Drohnenfirma mit gerade einmal knapp 700 Mitarbeitern.

Trotz dieses Größenunterschiedes ist Quantum-Chef Florian Seibel selbstbewusst. Es sei eine Partnerschaft auf Augenhöhe, die beiden Seiten Vorteile bringe. Sein Start-up sei auf schnelle Entwicklungen und unorthodoxes Denken ausgelegt, Airbus wiederum habe viel Erfahrung in der Produktion komplexer Produkte und eine gewaltige Marktmacht. Wenn man das zusammenbringe, sei dies eine schwer zu schlagende Kombination, so Florian Seibel im Interview mit dem BR.

Drohnen und Flugzeuge gemeinsam in der „Combat Cloud“

Das erste Projekt der Zusammenarbeit: Airbus will Quantum Systems in die Entwicklung einer sogenannten Combat Cloud einbinden. Darunter versteht man die digitale Vernetzung der riesigen Datenmengen, die zum Beispiel von Satelliten, Abhörstationen, Soldaten am Boden oder von Drohnen eingehen. Künftig soll Künstliche Intelligenz diese Daten auswerten und zum Beispiel einen Kampfjet-Piloten im Einsatz unterstützen. Der Drohnen- und Software-Spezialist Quantum Systems hat hier entsprechendes Know-how.

Damit wolle man Flugzeuge, wie den Eurofighter, fit für die Zukunft machen, nicht aber ersetzen, beteuert Florian Seibel: „Es ist gar nicht unsere Absicht, klassische Flugzeughersteller wie Airbus überflüssig zu machen. Man muss ja nur mal anschauen, wie viel Ingenieurskunst in so einem großen Flugzeug drinsteckt. Das kann man auch nicht mit den klassischen Drohnensystemen vergleichen, wie wir sie entwickeln. Man braucht eben beides.“

Sprengköpfe für Drohnen

Auch wenn die klassischen Rüstungskonzerne im Vergleich zu Start-ups sehr viel schwerfälliger sind – bei der Bearbeitung von komplexen Unterlagen rund um Ausschreibungen oder Zulassungen von militärischem Gerät haben sie mehr Erfahrung. Dazu kommt: Die „Großen“, wie der Raketenspezialist MBDA Deutschland aus Schrobenhausen, besitzen zum Teil wichtige Genehmigungen und abgesperrte Testgebiete, auf denen Munition und andere Explosivstoffe entwickelt, produziert und erprobt werden können. Auch deswegen hat sich der Drohnenentwickler Stark – ein Schwesterunternehmen von Quantum Systems – mit der MBDA-Tochter TDW zusammengetan. Das bayerische Unternehmen soll künftig tausende von panzerbrechenden Gefechtsköpfen für die „Virtus“-Drohne von Stark liefern.

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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