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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wirtschaft > Warnstreiks: Sechs Kliniken in Bayern betroffen
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Warnstreiks: Sechs Kliniken in Bayern betroffen

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 26. Januar 2026 08:51
Von Christin Freitag
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4 min. Lesezeit
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Operationen müssen verschoben werden, die Radiologie und Labore sind nicht voll besetzt, die Verwaltung ist schlecht erreichbar: der zweitägige Warnstreik an den sechs bayerischen Unikliniken wird laut Gewerkschaft Folgen haben. Auftakt ist heute in Erlangen. Morgen dann gilt der Aufruf auch für die zwei Unikliniken in München, die in Augsburg, Regensburg und Würzburg. Dort wird auch am Mittwoch noch gestreikt. An dem Tag ruft Verdi auch an vielen Universitäten das Personal zum Warnstreik auf. Betroffen sind unter anderem Forschungseinrichtungen, die Verwaltung und die Studierendenwerke.

Inhaltsübersicht
Warnstreik gilt nur an UniklinikenVersorgung der Patienten gesichertTarifrunde steckt festKonkurrenz durch kommunale Krankenhäuser

Warnstreik gilt nur an Unikliniken

Schon seit einigen Tagen werden die Streikaufrufe in den betroffenen Kliniken verteilt. Er richtet sich an alle die, die unter den Tarifvertrag der Länder fallen. Der wird gerade verhandelt. Das ist vor allem das Pflegepersonal, Beschäftigte in den Funktionsdiensten wie in Laboren oder der Radiologie, die Haustechnik und die Verwaltung. Die meisten Ärzte dagegen sind beim Marburger Bund organisiert mit einem anderen Tarifvertrag. Das gilt auch für die große Zahl der Kommunalen Krankenhäuser oder die Kliniken privater Betreiber. Die alle werden nicht bestreikt. Auch das Catering und die Reinigung ist in der Regel outgesourct, also es wird geputzt und das Essen geliefert.

Versorgung der Patienten gesichert

Krankenhäuser gehören zu dem, was auch für Gewerkschaften zur kritischen Infrastruktur gehört. Soll dort ein Streik stattfinden, dann werden mit den Kliniken Notdienstregelungen vereinbart. Die Versorgung der Patienten sei dadurch sichergestellt – heißt es auf Nachfrage. Das gelte auch für die Besetzung auf den Stationen. Auf eines müssen sich Patientinnen oder Patienten aber schon einstellen: dass sie – wenn im Einzelfall möglich – erst nach dem Warnstreik aufgenommen werden oder dass nicht dringend angesagte Operationen oder Untersuchungen verschoben werden. Eine Clearingstelle zwischen Gewerkschaft und Klinikleitung regelt im Streitfall, um das Wohl der Kranken zu garantieren.

Tarifrunde steckt fest

In den bestreikten Betrieben und Behörden regt sich diese Woche also etwas – am Verhandlungstisch bisher wenig. Zweimal haben sich die Gewerkschaften (Verdi und der Beamtenbund) schon mit der Tarifgemeinschaft der Länder (TdL) getroffen. Die Gewerkschaften fordern unter anderem sieben Prozent höhere Einkommen, mindestens aber 300 Euro mehr im Monat. Die Zeitzuschläge sollen angehoben werden und die Entgelte für Azubis, studentische Hilfskräfte oder Praktikanten um 200 Euro. Die Arbeitgeber boten zuletzt ein bisschen mehr als den Ausgleich der Inflation.

Konkurrenz durch kommunale Krankenhäuser

Im Klinikbereich weist Verdi auf den nach wie vor hohen Kräftemangel hin. Die Arbeitgeber haben einmal nachgerechnet: Die Gehälter in Pflegebereich seien in den letzten Jahren erheblich gestiegen. Im Schnitt verdient eine Fachkraft laut Verdi zwischen 3.800 und 4.000 Euro brutto, ohne Zuschläge für zum Beispiel Schichtdienste. Verdi fürchtet etwas anderes: dass Kräfte von einer Uniklinik zu einem kommunalen Krankenhaus wechseln. Dort werde besser bezahlt. Weiterverhandelt wird für alle rund zwei Millionen Beschäftigten im öffentlichen Dienst der Länder (außer Hessen) Mitte Februar zentral in Potsdam.

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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