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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wissen > Unsichtbare Erschöpfung: So erkennen Sie stillen Burnout
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Unsichtbare Erschöpfung: So erkennen Sie stillen Burnout

Michael Farber
Zuletzt aktualisert 26. Januar 2026 08:51
Von Michael Farber
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5 min. Lesezeit
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Jeder kennt sie: Kollegen, die regelmäßig Überstunden schieben, nach Feierabend noch E-Mails beantworten oder mehrere Projekte gleichzeitig jonglieren. Sie wirken oft erschöpft und gereizt, schlafen schlecht und klagen über Kopf- oder Rückenschmerzen – bis sie an ihre Grenzen gelangen. Diesen Zustand geistiger und körperlicher Erschöpfung bezeichnet man als Burnout – umgangssprachlich als „ausgebrannt sein“. Lange wurde das Phänomen als „Modeerkrankung“ abgetan, inzwischen ist jedoch klar, dass chronischer Arbeitsstress echte gesundheitliche Folgen haben kann.

Inhaltsübersicht
Was ist ein stiller Burnout?Ist ein stiller Burnout gefährlich?Woran merkt man, dass man gefährdet ist?Betroffene mit viel Feingefühl ansprechenStiller Burnout: Was tun, wenn man selbst betroffen ist?

Burnout ist ein Syndrom chronischer Erschöpfung infolge langanhaltender Belastung im Arbeitskontext, definiert die Weltgesundheitsorganisation (WHO) (externer Link). Sie listet Burnout in ihrer Internationalen Klassifikation der Krankheiten, betrachtet es aber nicht als eigenständige Erkrankung, sondern als Faktor, der die Gesundheit beeinflusst.

Was ist ein stiller Burnout?

Ein stiller Burnout betrifft häufig Menschen, die gewissenhaft sind, gerne helfen, schwer Nein sagen können und zu Perfektionismus neigen. Sie versuchen lange, ihre Erschöpfung zu verbergen und funktionieren weiter – oft auf „Autopilot“, wie Antje Judick, Arbeitspsychologin bei der Kaufmännischen Krankenkasse, beschreibt. Obwohl nach außen alles normal wirkt, spielt sich innerlich viel ab. Das große Risiko besteht darin, dass die Belastung so lange verborgen bleibt, bis die eigenen Kräfte erschöpft sind und ein Zusammenbruch droht.

Ist ein stiller Burnout gefährlich?

Ein stiller Burnout kann gefährlich sein, weil er oft lange unbemerkt bleibt und sich die Erschöpfung schleichend verstärkt. Betroffene arbeiten weiter wie gewohnt, während die Belastung innerlich wächst.

Ohne Intervention kann daraus ein ausgeprägter Burnout entstehen, der psychische Probleme wie depressive Symptome oder Angstzustände und auch körperliche Risiken, etwa Herz-Kreislauf-Erkrankungen, erhöht. Langfristiger Stress kann Hormonsysteme und das Immunsystem belasten, was weitere gesundheitliche Probleme begünstigt. Deshalb ist es wichtig, erste Warnsignale ernst zu nehmen.

Woran merkt man, dass man gefährdet ist?

Menschen, die von einem stillen Burnout betroffen sind, erkennen oft selbst nicht, dass sie überlastet sind, denn die Anzeichen sind subtil und schwer zu deuten. Betroffene fühlen sich innerlich erschöpft, obwohl sie weiter funktionieren. Statt eine Pause einzulegen, denken sie häufig: „Ich muss jetzt einfach noch durchhalten, irgendwann wird es schon besser“, erklärt Judick. Deshalb ist es hilfreich, wenn Freunde oder Kollegen aufmerksam auf Veränderungen im Verhalten achten.

Anzeichen können sein, dass jemand, der sonst freundlich und ausgeglichen ist, plötzlich nervös oder gereizt wirkt, sarkastische oder zynische Bemerkungen macht oder deutlich unausgeschlafen erscheint. Auch Stimmungsschwankungen oder ein auffälliges Zurückziehen aus sozialen Kontakten können Hinweise sein, dass die Person über ihre Grenzen hinausgeht und Unterstützung braucht.

Betroffene mit viel Feingefühl ansprechen

Menschen, die zu einem stillen Burnout neigen, sind oft besonders sensibel und nehmen sich Feedback sehr zu Herzen. Deshalb sollte man vorsichtig formulieren und eher sanft ansprechen, zum Beispiel: „Ich habe den Eindruck, dass du gerade viel für andere tust und zu wenig auf dich achtest“ oder „Du wirkst sehr müde – wollen wir mal darüber sprechen?“, so Judick. Angebote zur Unterstützung sollten offen, aber behutsam gemacht werden, und es ist normal, wenn die Person nicht sofort darauf eingeht, sondern etwas Zeit zum Nachdenken braucht.

Stiller Burnout: Was tun, wenn man selbst betroffen ist?

Zunächst ist es wichtig, sich selbst klarzumachen, was einen persönlich anstrengt. „Was einen stresst, ist völlig unterschiedlich“, sagt Judick. Nur wer weiß, wo der eigene Druck entsteht, kann gezielt gegensteuern. Dafür ist es hilfreich, Dinge zu finden, die einem guttun und die eigenen Ressourcen wieder aufladen – sei es Zeit mit Freunden, Sport, Lesen oder andere Aktivitäten, die Energie geben.

Ein weiterer Punkt ist, die eigenen Grenzen bewusst zu setzen. Viele Betroffene stellen ihre Bedürfnisse hinten an, sagen schwer „Nein“ und suchen häufig Bestätigung von anderen. Es hilft, klar zu entscheiden: Bis hierhin helfe ich für andere, danach sorge ich für mich selbst.

Unterstützung zu suchen ist ebenfalls entscheidend. Das kann ein Gespräch mit dem Hausarzt, eine Therapie, Coaching oder Angebote des Arbeitgebers sein. Wichtig ist, herauszufinden, welche Hilfe individuell passt, und sie aktiv in Anspruch zu nehmen, bevor sich Erschöpfung und Belastung weiter verschärfen.

 

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Von Michael Farber
Michael Farber ist ein erfahrener Journalist, der das Ressort Wissen der WirtschaftsRundschau leitet. Mit seiner Expertise in Wissenschaft und Technologie berichtet er über die neuesten Entwicklungen und Entdeckungen und bietet den Lesern spannende Einblicke in komplexe Themen.
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