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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wissen > Anti-entzündliche Ernährung: Welche Lebensmittel helfen sollen
Wissen

Anti-entzündliche Ernährung: Welche Lebensmittel helfen sollen

Michael Farber
Zuletzt aktualisert 10. April 2026 16:47
Von Michael Farber
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4 min. Lesezeit
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Kimchi, Chia-Samen und Kurkuma – wenn man nach „antientzündlicher Ernährung“ sucht, findet man Listen mit empfohlenen Lebensmitteln, mitunter durchaus exotischen. Und natürlich auch Aufzählungen von Nahrungsmitteln, die tabu sein sollen, wenn man sich antientzündlich ernähren möchte. Aber kann man mit der Ernährung tatsächlich so komplexe Prozesse wie das Wirken unseres Immunsystems beeinflussen? Und was ist mit antientzündlicher Ernährung überhaupt gemeint?

Inhaltsübersicht
Was passiert bei einer Entzündung im Körper?Eine antientzündliche Ernährung für verschiedene Erkrankungen?Wem hilft antientzündliche Ernährung wirklich?Was bringt Superfood bei chronischen Entzündungen?

Was passiert bei einer Entzündung im Körper?

„Nicht jede Entzündung in unserem Körper ist schlecht“, erläutert Stefan Kabisch, Stoffwechselmediziner an der Charité Berlin. Entzündungsreaktionen gehörten zur Abwehr des Körpers und seien dazu da, „Bakterien, Pilze, andere Arten von Keimen zu identifizieren, zu vernichten und den Körper dadurch zu reinigen“.

Doch neben akuten Infektionen oder Verletzungen gibt es auch Entzündungen, die länger andauern und schädlich werden: So entstehen beispielsweise bei Adipositas Entzündungen im Fettgewebe, die sich ausbreiten. Auch Autoimmunerkrankungen erzeugen chronische Entzündungen: „Das Immunsystem schaltet sich nicht ordnungsgemäß ab, sondern vagabundiert weiter im Körper herum, auf der Suche nach Strukturen, die es attackieren kann“, erklärt Kabisch.

Eine antientzündliche Ernährung für verschiedene Erkrankungen?

Eine antientzündliche Ernährung soll der Idee nach entzündungsfördernde Prozesse bremsen und günstige Stoffwechsel- und Immunreaktionen unterstützen. Allerdings: „Der Begriff ist nicht definiert. Das ist eher so ein Marketingbegriff“, kritisiert Hans Hauner, Seniorprofessor für Ernährungsmedizin der Else Kröner-Fresenius-Stiftung München.

Außerdem gebe es nicht die eine bestimmte Ernährungsform für alle entzündlichen Erkrankungen, ergänzt Kabisch: Die richtigen ernährungstherapeutischen Maßnahmen und die Erfolgsaussichten seien stark davon abhängig, welche Art Entzündung vorliegt.

Wem hilft antientzündliche Ernährung wirklich?

Um schädliche Entzündungsprozesse im Körper gar nicht erst entstehen zu lassen, empfiehlt Ernährungsmediziner Hauner vor allem eine pflanzenbasierte Ernährung und einen reduzierten Fleisch- und Wurstkonsum: „Das allein verändert schon die Entzündungssituation.“ Kabisch weist außerdem auf die gute Studienlage [externer Link] zu den Effekten der traditionellen mediterranen Ernährung hin.

Studien [externer Link] zufolge sollte bei Adipositas eine Ernährung vor allem darauf abzielen, das entzündungsaktive Bauchfettgewebe zu reduzieren, sagt Kabisch: eine Ernährung, die „Nahrungskomponenten einbaut, für die wir wissen, dass sie eine günstige Wirkung in unserem Entzündungssystem haben: die ganze Fülle der Ballaststoffe, ungesättigte Fette und die riesige Palette an Vitaminen und Pflanzenstoffen“.

Auch bei rheumatischen Erkrankungen gebe es wirksame ernährungstherapeutische Ansätze, erklärt Gernot Keyßer, Rheumatologe am Universitätsklinikum Halle an der Saale. Die richtige Ernährung könne dazu beitragen, „dass die Erkrankung gar nicht erst ausbricht, und das ist am besten belegt für die rheumatoide Arthritis“, so der Professor. Bei einer etablierten Erkrankung sei es sinnvoll, bestimmte Ernährungsgewohnheiten einzuhalten, weil sie dann unterstützend zur medikamentösen Therapie wirken können. In Studien [externer Link] konnten positive Effekte einer gezielten Ernährungstherapie nachgewiesen werden.

Bei Autoimmunerkrankungen sei das Bild aber komplex, so Stoffwechselforscher Kabisch: Das Spektrum der Erkrankungen – von Hashimoto bis Multipler Sklerose – sei riesig. Das Beste sei deshalb eine individuelle Beratung durch ausgebildete Spezialisten.

Was bringt Superfood bei chronischen Entzündungen?

Auf Webseiten zur antientzündlichen Ernährung finden sich Listen, welche Lebensmittel man meiden und welche man essen sollte. Oft gehören dazu exotische Früchte oder spezielle, isolierte Stoffe. Für den Rheumatologen Keyßer gibt es keinen Grund, teure Exoten oder Nahrungsergänzungsmittel zu kaufen: „Wir haben viel heimisches Superfood: Heidelbeeren, Johannisbeeren, Zwiebeln, Petersilie, das sind alles fantastische Lebensmittel.“

Dazu rät Ernährungsmediziner Hauner zu mehr Seefisch und Nüssen wegen der gesunden Omega-3-Fettsäuren. Keyßer empfiehlt außerdem „fermentierte Lebensmittel wie Joghurt oder Kefir“. Zahlreiche Studien [externer Link] haben sich bereits mit den antientzündlichen Effekten fermentierter Produkte beschäftigt. „Was man hingegen einschränken sollte, sind fette Milchprodukte und rotes Fleisch“, rät er.

 

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Von Michael Farber
Michael Farber ist ein erfahrener Journalist, der das Ressort Wissen der WirtschaftsRundschau leitet. Mit seiner Expertise in Wissenschaft und Technologie berichtet er über die neuesten Entwicklungen und Entdeckungen und bietet den Lesern spannende Einblicke in komplexe Themen.
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