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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wissen > Badetote meist männlich: Warum Männer oft risikobereiter sind
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Badetote meist männlich: Warum Männer oft risikobereiter sind

Michael Farber
Zuletzt aktualisert 6. Juli 2026 08:47
Von Michael Farber
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4 min. Lesezeit
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Nach Feierabend rauschen nicht nur die Fluten des Eisbachs durch den Englischen Garten in München, sondern mit ihm auch dutzende Badefreudige. Mit dabei sind Nicolas und Daniel. Ausgestiegen vor der Dianabadschwelle machen sich die beiden zurück auf den Weg zur Eisbachwelle – um dann nochmal ins Wasser zu springen. „Für mich ist es tatsächlich heute das erste Mal. War super, kann man empfehlen“, sagt Nicolas.

Inhaltsübersicht
Rotes Kreuz: Männer schätzen Risiken oft falsch einMänner nicht universell risikobereiter als FrauenGeschlechter-Trend zeigt sich auch bundesweitGrafik: Anzahl der Todesfälle je Jahr durch Ertrinken in Deutschland

Doch was für viele reines Vergnügen ist, ist oft auch gefährlich. Allein in Bayern sind in der diesjährigen Badesaison von Mai bis einschließlich Juni mindestens 24 Menschen in Seen, Flüssen und Bädern ertrunken. Betroffen dabei: vor allem junge Männer.

Zum Artikel: 17 Badetote in Bayern – Wasserwacht warnt vor Leichtsinn

Rotes Kreuz: Männer schätzen Risiken oft falsch ein

„Von den 24 Badetoten sind 23 Männer“, so Claire Kolodinski vom Bayerischen Roten Kreuz (BRK). Ein Trend, der sich seit längerem beobachten lässt. Auch in den vergangenen Jahren waren es in Bayern meist Männer, die beim Baden ums Leben kamen. „Aus unserer Sicht sterben vor allem Männer beim Baden, weil sie möglicherweise ihre eigenen Kräfte überschätzen und dann aber auch das Wasser unterschätzen. So ein See ist nun mal kein Freibad“, sagt Claire Kolodinski dem BR.

Junge Männer zwischen 20 und 30 Jahren seien dabei besonders gefährdet und eine Art „Risikogruppe“, so die BRK-Sprecherin. Zwölf der 24 registrierten Badetoten in Bayern sind Männer in diesem Alter.

Männer nicht universell risikobereiter als Frauen

Warum Männer gewisse Risiken eingehen, lässt sich mithilfe der Forschung beantworten. Loreen Tisdall ist Psychologin und forscht zum Thema Risikobereitschaft an der Universität Basel.

Aus psychologischer Sicht bedeutet Risikobereitschaft, dass bei einer Entscheidung auch negative Folgen möglich sind. Diese Folgen können unterschiedlich sein: Man kann zum Beispiel Geld verlieren oder sogar die eigene Sicherheit gefährden.

Mit Blick auf die generelle Studienlage zeige sich aber: „Männliche Personen sind im Durchschnitt risikobereiter als weibliche Personen“, erklärt Tisdall. Sie schätzen das Risiko, dass etwas Schlimmes passieren könnte, geringer ein als Frauen. Gleichzeitig bewerten sie den Nutzen ihrer Handlung als höher und damit positiver. Laut Tisdall sind vor allem junge Männer besonders risikobereit.

Aber es gibt auch klare Einschränkungen. Zum einen unterscheidet sich die Risikobereitschaft je nach Lebensbereich. Vor allem beim Thema Gesundheit, Freizeit und Finanzen ließe sich beobachten, dass tendenziell Männer höhere Risiken eingehen. Zum Beispiel auch bei der Frage: Springe ich von einer Brücke in den See? Auch soziale Faktoren spielen eine Rolle. Tisdall sagt, risikobereites Verhalten könne als Statussignal dienen: Man wolle zeigen, was man sich traue und besonders stark wirken. Außerdem spiele das traditionelle Männerbild eine Rolle, das sich in Freundesgruppen weiter verstärken könne.

Zum anderen finden die meisten Studien mit größeren Gruppen statt und es werden verschiedene Messmethoden benutzt. Laut Tisdall lässt sich also nicht für einzelne Personen sagen, aus welchem Grund genau ein Risiko eingegangen wird – deshalb gebe es auch nicht einen spezifischen Grund, an dem man schrauben müsse, um Unfälle zu vermeiden.

Geschlechter-Trend zeigt sich auch bundesweit

Die Zahlen der Deutschen-Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG) zeigen, dass auch bundesweit eher Männer beim Baden ums Leben kommen.

Laut der Statistik der DLRG gab es im Jahr 2025 in Deutschland 393 Todesopfer durch Ertrinken – 312 davon männlich. Das sind knapp 80 Prozent. Dieser Anteil hat sich in den vergangenen 15 Jahren kaum verändert.

Grafik: Anzahl der Todesfälle je Jahr durch Ertrinken in Deutschland

 

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Von Michael Farber
Michael Farber ist ein erfahrener Journalist, der das Ressort Wissen der WirtschaftsRundschau leitet. Mit seiner Expertise in Wissenschaft und Technologie berichtet er über die neuesten Entwicklungen und Entdeckungen und bietet den Lesern spannende Einblicke in komplexe Themen.
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