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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wissen > Grippeimpfung: Soll ich mein Kind gegen Influenza impfen lassen?
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Grippeimpfung: Soll ich mein Kind gegen Influenza impfen lassen?

Michael Farber
Zuletzt aktualisert 14. Oktober 2025 17:48
Von Michael Farber
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5 min. Lesezeit
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Eine Grippewelle beginnt meist im Januar und dauert drei bis vier Monate. Deshalb sollte man sich rechtzeitig impfen lassen. Das Immunsystem braucht nämlich rund 14 Tage, um den Schutz gegen die Erreger vollständig aufzubauen. Der Impfschutz lässt nach circa sechs Monaten nach. Grundsätzlich empfiehlt das Robert Koch-Institut (RKI) (externer Link), sich am besten im Oktober oder November impfen zu lassen. Das ist der ideale Zeitpunkt, um auf dem Höhepunkt einer Grippewelle – also einer erhöhten Influenza-Aktivität – geschützt zu sein.

Inhaltsübersicht
Impfempfehlung für vorerkrankte KinderGrippe ist ansteckendRisikopersonen durch eine Grippeimpfung schützenRisikopersonen durch eine Grippeimpfung schützenWie verläuft eine Grippe bei Kindern?Wie verläuft eine Grippe bei Kindern?Vieles spricht für die Impfung

Impfempfehlung für vorerkrankte Kinder

Deutschland setzt bei seiner Impfstrategie darauf, die Schwachen und Vorerkrankten vor einer Infektion zu schützen – auch betroffene Kinder. Denn die Risikogruppen haben ein höheres Risiko für einen schweren Grippeverlauf.

Die STIKO empfiehlt die jährliche Grippeimpfung für alle Kinder ab 6 Monaten, die unter bestimmten Vorerkrankungen leiden. Dazu zählen:

  • chronische Krankheiten der Atmungsorgane (inklusive Asthma)
  • Herz- oder Kreislauferkrankungen
  • Leber- oder Nierenkrankheiten
  • Diabetes oder andere Stoffwechselkrankheiten
  • chronische neurologische Krankheiten wie Multiple Sklerose
  • angeborene oder später erworbene Störungen des Immunsystems
  • eine HIV-Infektion

Grippe ist ansteckend

Eine Influenza ist genauso ansteckend wie eine Erkältung, auch grippaler Infekt genannt. Wenn Kinder in Kitas oder Schulen miteinander spielen, können sich die Influenza-Erreger schnell verbreiten oder durch kontaminierte Gegenstände übertragen werden.

Risikopersonen durch eine Grippeimpfung schützen

Ein nur leicht erkranktes Kind kann unbemerkt die Grippe auf seine Großeltern übertragen, die dann unter Umständen einen schweren Verlauf erleiden: „Unser Ziel muss es sein, die Ausbreitung des Virus durch Impfung zu verhindern und damit die Krankheitslast für alle zu mindern. Dafür wäre eine breite Impfung ab dem Kleinkindalter medizinisch sinnvoll“, sagte Michael Hubmann, Verbandspräsident des Bundesverbands der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) im vergangenen Jahr. Deshalb plädiert er für eine Ausweitung der Empfehlung der Grippeschutzimpfung auf alle Kinder und Jugendlichen.

Risikopersonen durch eine Grippeimpfung schützen

Durch die Strategie, das Umfeld zu impfen, kann ein „Herdeneffekt“ erreicht werden. Risikopatienten werden indirekt geschützt, denn eine Virus-Zirkulation in der Bevölkerung wird gebremst. Auch Professor Johannes Hübner befürwortet eine Impfung für gesunde Kinder – nicht nur aus Gründen des Herdenschutzes, sondern auch noch aus einem anderen Grund: „Influenza kann im Kindesalter schwer verlaufen und die Impfung ist sehr gut verträglich und wird seit langem verwendet. Außerdem ist im Gegensatz zu Covid bei der Influenza klar, dass Kinder wesentlich an der Ausbreitung beteiligt sind.“

Wie verläuft eine Grippe bei Kindern?

Kinder unter fünf Jahren und vorerkrankte Kinder haben am häufigsten schwere Verläufe. Es können aber auch gesunde Kinder schwer erkranken: „Im Allgemeinen stecken Kinder eine Grippe besser weg als die Erwachsenen. Wir haben aber immer wieder auch sehr schwere Verläufe mit Intensivpflicht und sogar vereinzelte Todesfälle bei Kindern – auch bei ansonsten gesunden Kindern ohne Risikofaktoren,“ warnt Hübner.

Wie verläuft eine Grippe bei Kindern?

Die Symptome bei einer Grippeerkrankung fasst Markus Rose zusammen: „Eine Influenza macht sich durch einen plötzlichen Erkrankungsbeginn mit Fieber, Muskel- oder starken Kopfschmerzen bemerkbar und dauert rund eine Woche. Schwere Verläufe sind unter anderem durch Lungenentzündungen, Herzschädigungen (Herzmuskelentzündungen, Rhythmusstörungen) oder Nierenschädigungen bedrohlich. So steigt in jeder Grippesaison auch die Zahl der Herzinfarkte massiv an. Bei Schwangeren mit Virusgrippe drohen Lungenversagen bei der Mutter und Schädigungen der Leibesfrucht bis zur Fehlgeburt oder Frühgeburtlichkeit. Auch zeigen aktuelle Forschungsergebnisse aus den USA, dass Grippe-Patienten sogar mehr Langzeitschäden an ihren Lungen befürchten müssen als nach einer Corona-Erkrankung.“

Vieles spricht für die Impfung

Es spricht einiges dafür, auch gesunde Kinder impfen zu lassen. Auch das RKI betont: „Dass die Ständige Impfkommission (STIKO) die Influenza-Impfung nur für bestimmte Personengruppen empfiehlt, bedeutet jedoch nicht, dass die STIKO von einer Influenzaimpfung anderer Personen abrät.“

Einige EU-Länder empfehlen bereits eine Grippeimpfung auch bei gesunden Kindern. Dazu gehören beispielsweise Finnland, Großbritannien, Litauen, Malta, Slowenien und die Slowakei. Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rät zu einer Grippeschutzimpfung für alle Kinder ab einem Alter von sechs Monaten.n.

 

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Von Michael Farber
Michael Farber ist ein erfahrener Journalist, der das Ressort Wissen der WirtschaftsRundschau leitet. Mit seiner Expertise in Wissenschaft und Technologie berichtet er über die neuesten Entwicklungen und Entdeckungen und bietet den Lesern spannende Einblicke in komplexe Themen.
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