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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wissen > Hitzewellen: Warum die Stadt der Zukunft grün und blau sein muss
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Hitzewellen: Warum die Stadt der Zukunft grün und blau sein muss

Michael Farber
Zuletzt aktualisert 27. August 2025 19:49
Von Michael Farber
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4 min. Lesezeit
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Flucht vor der Hitze

Mehr Geld und schnellere Maßnahmen – das würde auch Lydia Sommer unterstützen. Sie ist beim Stadtspaziergang dabei und spürt die Auswirkungen der Hitze schon in ihrem Alltag. „Ich habe leider einen Arbeitsplatz mitten in der Stadt und es ist immer ein bisschen Angst dabei, aus dem Büro zu gehen und so eine Watschen zu bekommen.“ Am Abend flüchtet sie sich zur Abkühlung an den See.

Inhaltsübersicht
Flucht vor der HitzeUmweltmedizinerin: „Die Stadt der Zukunft ist ein Park“Auch Verkehr gehört zum HitzeschutzHitze verursacht langfristig hohe KostenKühle Plätze auch besser für GastronomieSimulation des Stadtklimas20 Grad Unterschied zwischen Stein und RasenKlimaschutzmaßnahmen entfalten Wirkung erst nach Jahren

Umweltmedizinerin: „Die Stadt der Zukunft ist ein Park“

Viel Wasser und viel Grün, so lautet das Rezept der Augsburger Umweltmedizinerin Claudia Traidl-Hoffmann, um Städte abzukühlen. „Die Stadt der Zukunft ist ein Park und sie ist auch blau, das heißt, wir haben viel Wasser“, so Traidl-Hoffmann. Doch die Belastung entsteht in der Stadt nicht nur durch hohe Temperaturen. Partikel und Reifenabrieb von Autos, aber auch Pollen belasteten die Gesundheit, so die Umweltmedizinerin.

Auch Verkehr gehört zum Hitzeschutz

Traidl-Hoffmann hat klare Vorstellungen, was in den Städten passieren muss: Der öffentliche Nahverkehr sollte gestärkt werden, um die Umweltbelastung zu senken. Grüne und blaue Infrastruktur schaffen, um die Stadt zu kühlen. Die Bevölkerung informieren, wo man sich abkühlen kann und bei zukünftigen Städteplanungen den Hitzeschutz bedenken.

Hitze verursacht langfristig hohe Kosten

Solche Maßnahmen seien jetzt notwendig – um in Zukunft Geld zu sparen. Schon jetzt nähmen Krankheits- und Todesfälle durch Hitze zu. „Jedes ‚weiter so‘ bedeutet nicht nur, dass Menschen erkranken, sondern dass es uns auch wahnsinnig viel Geld kostet. Die wirtschaftlichen Kosten sind immens. Das Teuerste, was wir jetzt tun können, ist nichts“, appelliert die Umweltmedizinerin.

Kühle Plätze auch besser für Gastronomie

Wirtschaftliche Auswirkungen im kleinen Maßstab bemerkt auch Tiglat Goge. Er betreibt das Stadtcafé an der Stadtbücherei in Augsburg. Auf dem Platz vor seinem Café kommen viele Menschen vorbei, aber gerade einmal drei Bäume spenden Schatten. „Es ist wie in einem Backofen“, so Goge. Er wünscht sich mehr Grünflächen und ein Wasserspiel – und geht davon aus, dass das auch mehr Besucher in sein Café bringen würde.

Simulation des Stadtklimas

Was eine Entsiegelung der Fläche bringen könnte, weiß Matthias Winkler. Er hat für das Fraunhofer-Institut gemeinsam mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung [Anm. der Redaktion: zum Zeitpunkt der Entstehung des Forschungsbereichs waren die Ressorts Bildung und Forschung in einem Ministerium zusammengefasst, im Kabinett Merz wurde das Bildungsressort an das bisherige Familienministerium eingegliedert] eine Simulationssoftware entwickelt. Kommunen oder Architekten können damit überprüfen, welche Maßnahmen welchen Effekt auf das Stadtklima haben könnten. „Der Bedarf ist da“, merkt Winkler.

20 Grad Unterschied zwischen Stein und Rasen

Die Entsiegelung von Flächen ist seiner Meinung nach eine der wirksamsten Maßnahmen, um die Temperatur zu senken, die Biodiversität zu steigern und besser auf Starkregen vorbereitet zu sein. Im Sommer könnten Steinflächen noch am Abend bis zu 20 Grad heißer sein als Rasenflächen, hat Winkler gemessen.

Klimaschutzmaßnahmen entfalten Wirkung erst nach Jahren

Seiner Meinung nach dauert es auch deshalb so lang, bis viele präventive Maßnahmen umgesetzt werden, weil sich ihr Effekt erst nach Jahren zeige: Prävention ist nicht populär, also nicht so „sexy“, meint er. Wer Gebäude oder Straßen einweiht, bekomme mehr Beifall. Ein Baum brauche 30 bis 40 Jahre, bis er seine volle Wirkung entfalten könne. „Aber wenn er dann da ist, sind die Effekte deutlich“, so Winkler.

 

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Von Michael Farber
Michael Farber ist ein erfahrener Journalist, der das Ressort Wissen der WirtschaftsRundschau leitet. Mit seiner Expertise in Wissenschaft und Technologie berichtet er über die neuesten Entwicklungen und Entdeckungen und bietet den Lesern spannende Einblicke in komplexe Themen.
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