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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wissen > Invasive Arten: Ist der Waschbär ein Problem für Bayern?
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Invasive Arten: Ist der Waschbär ein Problem für Bayern?

Michael Farber
Zuletzt aktualisert 30. September 2024 06:50
Von Michael Farber
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3 min. Lesezeit
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Eigentlich führt der Waschbär ein abgeschiedenes Leben in Erdhöhlen oder Astlöchern und kommt nur in der Dämmerung hervor. Hat er aber Hunger, verliert er seine Scheu – auch vor dem Menschen. Am Wasser frisst er kleine Fische, Krebse und Frösche, an Land verputzt er Vögel, Echsen, Salamander und Mäuse. Auch pflanzliche Nahrung wie Obst und Nüsse stehen auf seinem Speiseplan.

Inhaltsübersicht
Der Waschbär bedroht seltene, heimische VögelWaschbären sind zum Abschuss freigegebenWas sind invasive Arten?

Der Waschbär bedroht seltene, heimische Vögel

Der Waschbär wurde in den dreißiger Jahren am hessischen Edersee „zur Bereicherung der heimischen Fauna“ ausgesetzt. Von dort trat er seinen Eroberungszug an. Auch in Unterfranken – vor allem in den Landkreisen Aschaffenburg, Miltenberg, aber auch in Main-Spessart, Bad Kissingen und Rhön-Grabfeld – breitet er sich immer weiter aus und richtet viele Schäden an.

Sein Appetit macht auch nicht vor seltenen Vogelarten wie dem Kiebitz und dem Brachvogel Halt: „Der Süden des Freistaats hat den Schuss noch nicht gehört!“, warnt Thomas Staab vom Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV). Der LBV habe über Jahre viel Geld in die Hand genommen, um etwa Bodenbrüter wie Kiebitz, Bekassine oder den Brachvogel wieder anzusiedeln. „Wenn der Waschbär in diesen Gebieten auftaucht – das ist in Mittelfranken oder auch südlich davon – dann wird es nicht lange dauern und dann sind diese Vogelarten weg, für die man in der Vergangenheit viele Tausend Euro investiert hat.“

Waschbären sind zum Abschuss freigegeben

Waschbären haben keine natürlichen Feinde in Deutschland und vermehren sich rasant. Deswegen wird die Population der Waschbären durch Abschuss geregelt: „Wir haben im letzten Jahr 519 Waschbären erlegt im Landkreis Aschaffenburg – vor zehn Jahren waren es noch 128“, sagt Maidhof. Der Waschbär habe keine besonderen Ansprüche an seinen Lebensraum, einen breiten Speiseplan und sehr schnell keine Scheu vor menschlicher Nähe. Wird sein Nahrungsangebot eng, kommt er in Wohngegenden, macht sich über Fallobst, Mülltonnen oder Haustierfutter her, schreibt der NABU (externer Link). Dabei richte der Kleinbär deutliche Schäden an. Zudem sei er auch für Bewohner und Haustiere nicht ungefährlich, denn er könne Krankheiten wie die Räude oder Spulwürmer übertragen.

Was sind invasive Arten?

Der Waschbär mit seiner schwarzen Zorro-Maske im Gesicht und dem buschigen Ringelschwanz zählt zu den sogenannten „invasiven Arten“. Das sind „gebietsfremde“ Arten, die sich in einem neuen Gebiet ansiedeln und fortpflanzen konnten. Als invasiv werden sie bezeichnet, wenn sie unerwünschte Auswirkungen auf andere Arten oder Biotope haben und die heimischen Ökosysteme gefährden.

 

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Michael Farber ist ein erfahrener Journalist, der das Ressort Wissen der WirtschaftsRundschau leitet. Mit seiner Expertise in Wissenschaft und Technologie berichtet er über die neuesten Entwicklungen und Entdeckungen und bietet den Lesern spannende Einblicke in komplexe Themen.
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