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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wissen > Mehr Empathie: Warum Mitgefühl glücklich macht
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Mehr Empathie: Warum Mitgefühl glücklich macht

Michael Farber
Zuletzt aktualisert 19. Januar 2026 15:22
Von Michael Farber
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4 min. Lesezeit
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Wer anderen hilft, tut sich selbst was Gutes. Das klingt nach vorweihnachtlichem Kalenderspruch, ist aber in einer wissenschaftlichen Studie erwiesen: Mitgefühl macht wirklich glücklich. Es sei wichtig, immer wieder darauf hinzuweisen, sagt Studienautorin Majlinda Zhuniq von der Universität Mannheim: „Gerade in Zeiten, in denen wir uns zunehmend durch Social Media isoliert fühlen, und Mitgefühl für andere häufig als etwas betrachtet wird, wovon nur die andere Person profitiert.“

Inhaltsübersicht
Empathie unterstützt sogar körperliche FitnessMitgefühl lässt sich im Labor messenDer Mensch ist auf die Empathie angewiesen

Empathie unterstützt sogar körperliche Fitness

Zhuniq ist Psychologin und hat rund 40 Studien mit Daten von insgesamt 16.000 Personen in einer Meta-Analyse ausgewertet (externer Link), die kürzlich in der renommierten Fachzeitschrift Scientific Reports veröffentlicht wurde. Die Daten zeigen: Menschen, die anderen empathisch begegnen, sind zufriedener mit dem eigenen Leben, haben ein starkes Gefühl der Zugehörigkeit und sind sogar körperlich fitter.

Grit Hein, Psychologin und Neurowissenschaftlerin an der Universität Würzburg, kann das bestätigen: „Das sind auch Befunde, die wir kennen, die auch sehr interessant sind und die uns eben auch wieder als Evidenz zeigen, dass tatsächlich dieses Positive, was wir bei anderen tun oder auch bei anderen sehen, etwas ist, was unser Gehirn als belohnend und bereichernd empfindet.“

Mitgefühl lässt sich im Labor messen

Hein hat viele Studien zu Mitgefühl und Empathie durchgeführt. Anhand von Biomarkern wie Herzfrequenz und Hirnaktivität lässt sich tatsächlich messen, dass soziale Handlungen beeinflussen können, wie es einem selbst geht. Stellen wir uns folgendes Forschungsszenario vor: Ein Proband sieht, wie jemand Schmerzen hat oder Liebeskummer. In einem zweiten Schritt darf der Proband diese Person trösten oder dabei helfen, die Schmerzen zu lindern. „Über die Hirnaktivierung, aber auch über die Herzrate oder den Hautleitwert können wir messen, wie der Körper darauf reagiert“, erklärt die Neurowissenschaftlerin.

Der Hautleitwert misst die elektrische Leitfähigkeit der Haut. Diese ändert sich durch die Aktivität der Schweißdrüsen und zeigt unter anderem, wie angespannt man körperlich oder emotional ist. Bekommen die Probanden die Möglichkeit zu helfen, sinkt der Hautleitwert ab. Ein Zeichen, dass die Anspannung abnimmt und im Hirn Belohnungszentren aktiv werden.

Der Mensch ist auf die Empathie angewiesen

Wir Menschen reagieren also ganz offensichtlich auch körperlich stark darauf, wie es unserem Gegenüber geht. Corina Aguilar-Raab ist Projektleiterin der Meta-Studie aus Mannheim. Dieser Zusammenhang zwischen Altruismus und Wohlbefinden komme daher, dass wir soziale Wesen sind: „Wenn wir auf die Welt kommen, sind wir ja maximal abhängig von anderen“, erklärt die Psychologin. „Diese Angewiesenheit, seit Beginn unseres Lebens, macht es notwendig, anzuerkennen, dass unser ganzes Dasein davon lebt, dass wir eingebettet in einen sozialen Kontext funktionieren, uns entwickeln und wachsen können, und dass es ohne andere nicht geht.“

Fazit: Wenn es der Umgebung gut geht oder wenn wir etwas für diese Umgebung tun, geht’s auch uns selbst besser. Die Studienautorinnen fordern deshalb, Mitgefühl durch Bildung, soziale Projekte oder andere Programme gezielt zu fördern. Das würde nicht nur die Lebensqualität der Einzelnen steigern, sondern auch das soziale Miteinander verbessern. Das Gute ist ja: Mitgefühl für andere lässt sich stärken, mit kleinen freundlichen Gesten, beispielsweise jetzt, im Advent.

 

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Von Michael Farber
Michael Farber ist ein erfahrener Journalist, der das Ressort Wissen der WirtschaftsRundschau leitet. Mit seiner Expertise in Wissenschaft und Technologie berichtet er über die neuesten Entwicklungen und Entdeckungen und bietet den Lesern spannende Einblicke in komplexe Themen.
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