Schon wieder Fälle der Hasenpest in Bayern: Bei einem toten Feldhasen an den Neufahrner Mühlseen (Lkr. Freising) ist die Hasenpest (Tularämie) nachgewiesen worden. Auch in Mühlhausen (Lkr. Erlangen-Höchstadt) entdeckte eine Jägerin einen infizierten Feldhasen. Im Oktober hatte es bereits weitere Fälle in den Landkreisen Rhön-Grabfeld und Freising gegeben.
Laut Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) wurden in Bayern dieses Jahr alleine von Januar bis September 30 Hasenpest-Fälle bei Feldhasen nachgewiesen. Im Jahr 2025 waren es insgesamt sogar mehr als 60.
Hasenpest: Auch Menschen können sich infizieren
Verursacht wird die Hasenpest durch ein Bakterium. Vor allem wildlebende Hasen und Kaninchen sind betroffen; auch Mäuse oder Ratten können den Erreger tragen. Die Erkrankung kann auch auf den Menschen übertragen werden. In Bayern wurden nach Angaben des LGL in diesem Jahr bereits 45 Menschen infiziert. In den Jahren 2024 und 2025 waren es jeweils noch mehr als 70.
Nach einer typischerweise drei bis fünf Tage dauernden Inkubationszeit beginnt die Erkrankung beim Menschen mit plötzlich hohem Fieber und grippeähnlichen Beschwerden wie Kopf- und Gliederschmerzen, Schüttelfrost und Mattigkeit. Auch Lymphknoten oder innere Organe wie die Lunge können betroffen sein. Eine Infektion kann in seltenen Fällen sogar lebensbedrohlich verlaufen. Eine Übertragung der Hasenpest von Mensch zu Mensch ist bislang nicht bekannt.
Kontakt mit Wildtieren vermeiden
An Tularämie erkrankte Hasen seien meist apathisch, verlören ihren Fluchtdrang, atmeten schnell und hätten Fieber, so die Angaben der Behörden. Innerhalb weniger Tage verenden sie. Die zuständigen Landratsämter empfehlen deshalb, den Kontakt mit Wildtieren grundsätzlich zu vermeiden und ausreichend Abstand zu Feldhasen und anderen Wildtieren zu halten.
Wer tote oder auffällige Feldhasen bemerkt, soll sie nicht anfassen, sondern den Fund dem Veterinäramt, der Unteren Jagdbehörde oder dem zuständigen Revierpächter melden. Jäger, die Feldhasen oder Wildkaninchen erlegen, sollten einen Mundschutz und Einmalhandschuhe tragen und die Hände nach dem Tierkontakt gründlich reinigen und desinfizieren.
Auch Haustiere sollten keinen Kontakt zu Wildtieren oder deren Kadavern haben, da sie sich ebenfalls infizieren können. Eine Ansteckung durch den Verzehr von nicht ausreichend erhitztem Fleisch ist laut Veterinäramt ebenfalls möglich, kommt jedoch sehr selten vor.

