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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wirtschaft > Gewinneinbruch bei Bosch: Operatives Ergebnis fast halbiert
Wirtschaft

Gewinneinbruch bei Bosch: Operatives Ergebnis fast halbiert

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 2. Februar 2026 08:49
Von Christin Freitag
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4 min. Lesezeit
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Der Technologiekonzern Bosch hat vorläufige Geschäftszahlen für 2025 präsentiert – und wie schon vor einem Jahr war das erneut kein erfreulicher Anlass. Bosch-Chef Stefan Hartung sprach von einem „schwierigen“ und „teils schmerzhaften“ Geschäftsjahr. Bosch habe unter fehlenden Umsätzen, aber auch ungünstigen Währungseinflüssen gelitten, hinzu kämen die Kosten für den laufenden Abbau von Arbeitsplätzen beim krisengeplagten größten Automobilzulieferer der Welt.

Inhaltsübersicht
Operativer Gewinn fast halbiertStellenabbau kostet Bosch MilliardenDeutlicher Stellenabbau auch in BayernKeine Garantie gegen weiteren Arbeitsplatzabbau

Operativer Gewinn fast halbiert

Nach vorläufigen Berechnungen konnte Bosch im vergangenen Jahr nur noch einen operativen Gewinn von 1,7 Milliarden Euro erzielen, 2024 war es mit 3,2 Milliarden fast noch doppelt so viel gewesen. Bosch entfernt sich damit immer weiter von den selbstgesteckten Renditezielen – und die Unternehmensführung sieht kaum Aussichten auf eine kurzfristige Trendwende.

Besonders beim wichtigsten Unternehmensbereich, der Automobilsparte Mobility, deren Umsatz leicht auf 56 Milliarden Euro stieg, stehe man unter großem Druck durch Konkurrenz und fehlende Nachfrage, so Hartung. Zudem sei bei den wichtigen Märkten in den USA und China mit einer Abschwächung zu rechnen. Erst 2027 sei daher mit deutlichen Verbesserungen zu rechnen, allerdings nur in bestimmten Bereichen.

Stellenabbau kostet Bosch Milliarden

Der Bosch-Chef verwies zur Begründung des Gewinnrückgangs auch auf die hohe finanzielle Belastung durch den laufenden „Abbau von Stellen“ bei Bosch. Hier habe man Rückstellungen von 2,7 Milliarden Euro einplanen müssen, da man „sozialverträglich vorgehen“ wolle und auf betriebsbedingte Kündigungen verzichte.

Ohne diesen Posten wäre der operative Gewinn um mehr als eine Milliarde Euro gestiegen, erklärte die Unternehmensführung. So aber schrumpfte die Rendite bei einem leicht erhöhten Umsatz von 91 Milliarden Euro um gut anderthalb Prozentpunkte auf 1,9 Prozent. In der Kernsparte Autozulieferung (Mobility) lag der Umsatz mit 56 Milliarden Euro etwas über dem Vorjahr.

Deutlicher Stellenabbau auch in Bayern

Bosch hatte bereits im September 2025 drastische Einsparungen und den Abbau von rund 13.000 Arbeitsplätzen angekündigt, hauptsächlich in der Zuliefersparte Mobility an deutschen Standorten. So sollten Einsparungen realisiert und die unter Druck geratene Rendite stabilisiert werden. Einen größeren Stellenabbau plante Bosch unter anderem an den Standorten Stuttgart-Feuerbach, Schwieberdingen, Waiblingen und Bühl/Bühlertal in Baden-Württemberg sowie im saarländischen Homburg.

Von den Maßnahmen ist auch Bayern betroffen. So sollen vor allem in den Werken in Immenstadt im Allgäu und in Holzkirchen bei München Stellenstreichungen erfolgen. Allein in Immenstadt, wo Bosch unter anderem Bremskraftverstärker und Kamerasysteme herstellt, sollten 650 von 4.200 Arbeitsplätzen wegfallen.

Keine Garantie gegen weiteren Arbeitsplatzabbau

Weitere Stellenstreichungen in dieser Größenordnung seien hoffentlich nicht notwendig, doch garantieren könne er das nicht, sagte Hartung bei der Präsentation der aktuellen Geschäftszahlen: „Ich kann Ihnen keine langfristige Zukunftsprognose geben zu den notwendigen Kapazitätsanpassungen der Industrie.“ Auch die anderen großen Zulieferer und viele kleine Betriebe bauen massiv Personal ab, weil sich die konjunkturelle Krise der Autoindustrie mit den starken US-Importzollerhöhungen verschärfe.

Hartung erklärte zudem, dass Bosch auch außerhalb der schwierigen Auto-Zulieferbranche auf ein hartes Marktumfeld stoße. Bei den Produkten für Endkonsumenten, „also den Kühlschränken und Waschmaschinen, Mährobotern und Bohrmaschinen“, verspüre man einen „zunehmenden Wettbewerb“. Die Bereitschaft der Kundinnen und Kunden, höhere Preise für Bosch-Produkte zu bezahlen, lasse nach.

Mit Informationen von Reuters

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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