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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wirtschaft > Nach Eklat um Spritpreis-Interview: Wohin steuert der ADAC?
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Nach Eklat um Spritpreis-Interview: Wohin steuert der ADAC?

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 3. Februar 2026 17:52
Von Christin Freitag
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4 min. Lesezeit
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Gerhard Hillebrand ist seinen Job los, eine Interviewaussage wurde dem bisherigen ADAC-Verkehrspräsidenten zum Verhängnis. Dabei enthielt der Artikel in der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ von Dezember an sich wenig Überraschendes. Die Bepreisung von CO2 sei ein „richtiges Instrument“, verbunden mit der Forderung nach ausreichend alternativen Angeboten für Autofahrerinnen und Autofahrer, wie einer schnelleren Förderzusage beim E-Auto-Kauf und günstigeren Strompreisen.

Inhaltsübersicht
Steht der ADAC noch zu Europas Klimaschutzzielen?Warum ist Gerhard Hillebrand beim ADAC zurückgetreten?Bratzel: Einknicken beim Klimaschutz wäre fatales SignalKlimaschutz ist ADAC-Mitgliedern nicht mehr so wichtig wie vor einigen Jahren

Auch die Satzung des ADAC sieht vor, dass sich der Verein für Fortschritte im Verkehrswesen „unter der Berücksichtigung des Natur- Umwelt- und Klimaschutzes“ einsetzt. Rückt der Verein nun von diesen Grundsätzen ab?

Steht der ADAC noch zu Europas Klimaschutzzielen?

Gegenüber BR24 erklärt der Automobilclub, auch künftig zu Europas CO2-Minderungszielen zu stehen. Man wolle aber weiterhin dafür sensibilisieren, welche Möglichkeiten Verbraucher haben müssen, um emissionsarm unterwegs zu sein, und welche Folgewirkungen Maßnahmen auf Verbraucher haben – insbesondere mit Blick auf Kosten und Einschränkungen der Mobilität.

Der ADAC knüpfe die Akzeptanz für einen steigenden CO2-Preis an zwei Bedingungen: ausreichende Entlastungen und mehr Alternativen zu fossiler Energie.

Warum ist Gerhard Hillebrand beim ADAC zurückgetreten?

Auch Hillebrand hatte in seinem Interview im Dezember Entlastungen für Autofahrer gefordert. Dieser Aspekt kam in den Artikeln einiger Medienhäuser dann aber nicht mehr vor, auf Social-Media-Plattformen brodelten die Emotionen. Der ADAC erklärt, dass Hillebrands Interview zu zahlreichen Beschwerden geführt habe. Etwa 60.000 Mitglieder zogen Konsequenzen und traten in den vergangenen vier Wochen aus.

Der ADAC räumt ein, dass die Wechselwirkung von Medienberichterstattung und Social Media „sicher ein Faktor für die spürbaren Auswirkungen der Äußerungen“ war. Man bedauere dennoch, dass Mitglieder sich vom ADAC nicht ausreichend vertreten gefühlt haben. Mit seinem Schritt übernehme Hillebrand persönlich Verantwortung für den entstandenen Reputationsschaden.

Bratzel: Einknicken beim Klimaschutz wäre fatales Signal

Aus Sicht des Autoexperten Professor Stefan Bratzel war Hillebrands Rücktritt nicht notwendig. „Gegenwind wird es immer geben und den muss der ADAC dann aushalten“, so Bratzel gegenüber BR24. Dass die CO2-Bepreisung ein richtiges Instrument ist, um die Klimaschutzziele zu erreichen, sei in der Wissenschaft unumstritten. Falls der ADAC beim Klimaschutz einknicke, wäre das ein fatales Signal.

Allerdings würde er dem Verein raten, noch stärker zu erklären und die Chancen der Elektromobilität zu betonen, sowie auch die möglichen wirtschaftlichen Vorteile. Die Debatte rund um Elektromobilität, Klimaschutz und Verbrennerverbot habe sich in Deutschland mittlerweile „zum Glaubenskrieg entwickelt, in dem sich Befürworter und Gegner zunehmend unnachgiebig und irrational gegenüberstehen.“ Hier sei der ADAC-Verkehrspräsident „mit einer klaren und nachvollziehbaren Aussage zwischen die Fronten geraten“, erklärt Bratzel.

Klimaschutz ist ADAC-Mitgliedern nicht mehr so wichtig wie vor einigen Jahren

Kommissarisch übernimmt ADAC-Technikpräsident Karsten Schulze nun das Aufgabengebiet von Hillebrand. Über die dauerhafte Nachfolge soll im Mai in der ADAC-Hauptversammlung entschieden werden. Wohin der ADAC sich in Sachen Klimaschutz bewegt, wird sich dann wohl zeigen.

Allerdings: Umfragen unter den Mitgliedern haben laut dem Verein ergeben, dass Klimaschutz den Mitgliedern weiterhin wichtig ist, aber nicht mehr eine ganz so hohe Priorität habe wie vor einigen Jahren.

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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